HaarpflegeWir waschen dir den Kopf!

Haarpflege fängt beim Haare waschen an. Schliesslich geht es bei der Haarwäsche nicht allein um's Reinigen, sondern um die Vorbereitung für das perfekte Styling. Die Dos & Dont's für jeden Haartyp.

Haare richtig waschen

Haare nicht waschen?

Häufiges Haare waschen wird immer öfter als schädlich abgestempelt. Einzelne Star-Stylisten und ihre Beauty-Jüngerinnen haben sich deshalb dem NoPoo-Trend verschrieben. Das Haare glänzender und gesünder werden, wenn man auf Shampoo verzichtet, stimmt jedoch nur bedingt. Statt der Häufigkeit, ist nämlich meist die Art und Weise, wie die Haare gewaschen werden entscheidend.

Ein häufiger Fehler ist, dass das Hauptaugenmerk der Reinigung auf die Kopfhaut gelegt wird. Hier wird geschrubbt und gerubbelt, bis alles blitze blank ist. Dabei ist sterile Sauberkeit, besonders in den Wintermonaten, weder gut noch gesund. Durch exzessives Reinigen verliert die Haut nämlich unnötig viel Talg. Um die sensible Kopfhaut nicht spröde und schuppig werden zu lassen, reagiert der Körper darauf mit einer übermässigen Nachproduktion von Talg und schon entsteht ein Teufelskreis: Die Haare werden schneller fettig als früher. Statt die Kopfhaut zu schrubben, solltest du das Shampoo lieber vermehrt in den Haarlängen verteilen und hier sitzende Stylingrückstände und Fette auswaschen.

Tipp: Greif für die regelmässige Haarwäsche nicht jedesmal zu den reichhaltigsten Pflegewundern, diese hinterlassen oft Rückstände und beschweren das Haar, sondern wechsle zwischen sanft reinigenden Shampoos und pflegenden Shampoos ab. Wer zu sehr trockenem Haar neigt, sollte nicht unbedingt öfter als alle zwei Tage zum Shampoo greifen.

Haarknoten: Erst kämmen, dann schwämmen

Wasser marsch und los geht es mit der Haarwäsche? Das ist bei langen Haaren keine gute Idee. Denn Verknotungen und Verwirrungen in den Haaren, die nicht vor der Befeuchtung gelöst werden, verheddern sich noch mehr und drohen die verknoteten Haarstellen zum Brechen zu bringen. Daher gilt die goldene Regel von Friseur-Profis: Erst kämmen, dann schwämmen. Bürste deine Haare vor dem Waschen gründlich durch. Das löst nicht nur Knoten, sondern befreit die Haare auch von groben Stylingresten. Nach der Wäsche solltest du allerdings nicht sofort zum Kamm greifen, weil es nass besonders empfindlich ist. Kämmen deine Haare lediglich mit einem sehr grobzinkigen Kamm durch.

Zu heiss gebadet: Die richtige Temperatur beim Haare waschen

Warme Temperaturen mögen sich vielleicht auf deiner Haut wohlig anfühlen, den Haaren wird es aber schnell zu heiss. Das Haare waschen mit heissem Wasser greift die Kopfhaut an, trocknet sie aus und führt schlimmstenfalls sogar zu Juckreiz. Lauwarme Spülungen eignen sich besser und wirken ebenso effektiv. Für den zusätzlichen Glanzkick, solltest du deine Haare sogar kalt abduschen. Wer sich traut, befolgt Omas alten Geheimtipp und beendet die Haarwäsche mit einem Guss gekühltem Kamillenteewasser. Durch die Kälte werden die vom Waschen aufgequollenen Hornschichten geschlossen und die Haare bekommen einen seidigen Glanz, während die beruhigenden Kamillenextrakte wie ein Pflegefilm Haar und Kopfhaut ummanteln und ein seidiges Gefühl hinterlassen.

Muntermacher Massage

Das Wort Shampoo leitet sich nicht ohne Grund vom indischen Wort «champo» ab, das wörtlich «massieren» bedeutet. Nutz die Haarwäsche für ein gründliches Kneten der Kopfhaut. Massagen regen nämlich nicht nur nachweislich die Produktion von Glückshormonen an, auch die gesunde Kopfhaut reagiert auf knetenden Druck mit einer gesteigerten Durchblutung, einer besseren Sauerstoffversorgung der Haarwurzel und schliesslich sogar mit einem vermehrten Wachstum der Haare. Aber auch gereizte Häupter freuen sich über Streicheleinheiten. Bei gereizter oder geröteter Kopfhaut solltest du allerdings aufpassen, dass der Druck immer sanft bleibt. Vor allem in Verbindung mit speziellen Kopfhautpflegeprodukten tun die Streicheleinheiten besonders gut, da eine vermehrte Durchblutung auch zu einer schnelleren Regeneration der gereizten Stellen führt.

Haare waschen bei fettigen Haaren

Schnell fettendes Haar bzw. Kopfhaut hat seinen Grund der Überproduktion von Talg. Diese Körperreaktion ist entweder einem zu häufigen Waschen der Haare, einer natürlichen Veranlagung oder hormonellen Veränderungen (Schwangerschaft, Anti-Baby-Pille, etc) geschuldet. Um die Kopfhaut und damit die Talgproduktion nicht noch weiter zu reizen, sollte man – auch wenn es schwer fällt – fettendes Haar nicht zu häufig waschen. Überbrücke Bad-Hair-Days mit geschickten Frisuren oder dem Benutzen von Trockenshampoo und Haarpuder. Die Haarwäsche selbst solltest du stets mit PH-neutralen Shampoos durchführen. Diese sind besonders sensibel zur Kopfhaut.

Haare waschen bei trockenen Haaren

Spröde und brüchige Haare vertragen ausschliesslich ein Schonwaschprogramm. Konkret gilt es, trockenen Haaren bei der Wäsche mehr zuzuführen, als man ihnen entzieht. Friseure raten bei sehr trockenen Haaren deshalb oft dazu, nur bei jeder zweiten Wäsche ein Shampoo zu verwenden und anschliessend eine Pflegemaske aufzutragen. Bei den übrigen Haarwäschen verzichtest du gänzlich aufs Shampoonieren und gibst lediglich eine Pflegespülung ins nasse Haar, die nach einer kurzen Einwirkzeit wieder ausgespült wird. Keinesfalls sollten trockene Haare zu heiss gewaschen werden. Im Gegenteil: Ein kalter Guss am Ende der Wäsche schliesst die ohnehin poröse Hornschicht und schenkt trockenem Haar mehr Glanz.

Haare waschen bei gefärbten Haaren

Gefärbte Haare sind durch die Coloration ohnehin schon strapaziert. Durch das Haare waschen  lässt zusätzlich die Farbintensität von Wäsche zu Wäsche deutlich nach. Um das Haar – egal welcher Farbe – satter und glänzender wirken zu lassen, müssen ihm die Pigmente, die es beim Waschen verloren hat, von Aussen wieder zugeführt werden. Spezielle Farbshampoos arbeiten auf diese Weise. Auch eine Haarkur einmal pro Woche ist jetzt kein Fehler. Die besten Haarkuren zum selber machen, finden Sie hier. Ebenfalls effektiv: Mische einen Klecks Tönung unter dein normales Shampoo. Durch die Kürze der Einwirkzeit entsteht keine farbliche Veränderung, sondern lediglich eine Auffrischung der eigenen Haarfarbe. Das Haar leuchtet wieder – und dein Lächeln ebenso.

Trocknen: Schongang auch nach der Wäsche

Die sanfteste Haarwäsche nützt nichts, wenn man dass Haar durch unsensible Trocknungsmassnahmen wieder reizt und irritiert. Die wichtigste Regel beim Haare trocknen lautet: Trockne das Haar gründlich mit dem Handtuch vor, um Haare und Kopfhaut nicht übermässig lange der strapazierenden Fönhitze aussetzen zu müssen. Mit dem Handtuch sollte man dabei nicht durch die Haare rubbeln, sondern nur vorsichtig drücken. Achte ferner darauf, den Fön auf eine niedrige bis mittlere Hitzestufe zu stellen. Besonders schonend sind übrigens Föne mit Diffusor-Aufsatz und Ionen-Technologie, die zugleich mehr Volumen zaubern.

Tipps gegen Bad-Hair-Days

+ Babypuder: Für Grossmutters alten Geheimtrick gegen fettige Haare benötigst du lediglich einen Teelöffel voll Babypuder (oder Trockenshampoo), den du vorsichtig in die Haaransätze und Kopfhaut einmassierst. Der Puder saugt Feuchtigkeit, Talk und Styling-Rückstände auf, die sich an den Haaransätzen abgelagert haben, diese beschweren und so die gesamte Frisur platt wirken lassen.

+ Kakaopulver für braunes Haar: In dunklen Haaren würde Babypuder einen unschönen Grauschleier hinterlassen. Ebenfalls aus Omas Geheimkiste stammt daher der Trick, statt Babypuder, Kakaopulver zu verwenden. Das (ungesüsste!) Pulver hinterlässt keine Färbungen, ist aber ebenso saugstark.

+ Strenger Zopf: Je fettiger die Haare sind, desto raffinierter muss die Frisur ausfallen. Strenge Zöpfe und Pferdeschwänze sind gerade bei langen Haaren ideal, um den Bad-Hair-Day hinter sich zu lassen. Damit der Ansatz nicht fettig, sondern glänzend wirkt, kämme etwas Pomade von den Ansätzen bis in die Spitzen. Der Zopf zieht so insgesamt strenger aus. Und die Fettigkeit der Haare geht in all dem Glanz unter.

+ Nass, ohne Wäsche: Haarwasser, ohne Fett und künstliches Parfüm, ist ein sekundenschnelle Frischekick für fettige Kopfhaut.

Titelbild: iStock

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