Haltung, bitte!Wie eine gute Körperhaltung sofort attraktiver macht

Attraktivität ist auch eine Frage der richtigen Haltung. Im doppelten Sinne. Denn erhobenen Hauptes leben wir nicht nur gesünder, sondern auch selbstbewusster und glücklicher. Tipps und Übungen für eine schöne Körperhaltung.

Körperhaltung verbessern: Übungen und Tipps

Gerader Rücken oder eingegnickt? Wer wirkt selbstbewusster? Die Körperhaltung sagt mehr als tausend Worte. Laut Experten teilen wir unseren Menschen sogar mehr über unsere Körpersprache mit, als über das, was wir eigentlich sagen. Die Körperhaltung zu verbessern lohnt sich aber nicht nur wegen des Images, sondern auch gesundheitlichen und optischen Gründen. Denn ein gerader Rücken verzückt Orthopäden wie unsere Mitmenschen.

Wie ein gerader Rücken unserer Gesundheit gut tut

Das Knochenskelett gibt dem Körper Festigkeit und hält ihn aufrecht. Die Knochen sind dabei zwar die stabilste Materie des Körpers, doch müssten sie die gesamte Last des Körpergewichts allein tragen, wären sie bald überfordert und würden in sich zusammen sacken. Das Skelett allein kann den Körper nicht aufrichten und ist daher auch nicht allein für unsere Körperhaltung zuständig. Es ist vielmehr das Umgebungsmaterial (Bänder, Sehnen, aber vor allem Muskeln), das (im Zusammenspiel mit den Knochen) für eine gute Körperhaltung sorgt. Ist die Muskulatur gut ausgeprägt, hält sie den Körper aufrecht. Und dies ist nicht nur optisch ein Vorteil.

Da ein gestärktes muskuläres Korsett einen Grossteil des Körpergewichts trägt, entlastet es auf diese Weise die Wirbelsäule und Gelenke. Und mehr noch: Eine gute Haltungsmuskulatur beugt Verspannungen vor. Untrainiertes Muskelgewebe ist nämlich mit seiner Haltungsaufgabe schnell überfordert und beginnt zu verspannen. Und: In aufrechter Haltung sieht der Mensch auch gleich viel attraktiver aus: Die Bauch ist flach, die Brust stolz, die Silhouette wirkt insgesamt straffer, grösser und vitaler.

Eine gute Haltung wirkt auch positiv auf unser Gemüt

Doch eine gesunde Körperhaltung wirkt sich nicht nur körperlich, sondern vor allem auch seelisch aus. Die Schweizer Körpersprache-Trainerin Irene Orda weiss aus eigener Beobachtung und Erfahrung, dass Menschen, die ständig gebückt und krumm gehen, häufiger traurig oder sogar depressiv sind. (Lies hier das ganze Interview mit Irene Orda über Körpersprache und ihren Einfluss auf unsere Psyche)

Zum Glück funktioniert dieses Prinzip aber auch anders herum: Wer eine stolze, aufrechte Körperhaltung einnimmt, fühlt sich automatisch selbstbewusster und sicherer. Orda rät daher, sich bewusst in eine gerade Haltung zu bringen, wenn z.B. ein wichtiges Gespräch ansteht. Das funktioniert übrigens auch am Telefon, wenn uns unser Gegenüber nicht mal sehen kann.

Doch nicht nur anderen, sondern vor allem sich selbst gegenüber lohnt es sich, die Körperhaltung zu verbessern. Feine Nervenbahnen des Rückenmarks sind nämlich mit unserem Gehirn gekoppelt und vermitteln je nach Aufrichtungsgrad der Wirbelsäule entsprechende Impulse an das Laune-Zentrum im Hirn. Je gerader der Rücken, desto besser die Stimmung.

So verbessern wir unsere Körperhaltung

Ohne Schweiss gibt es bekanntlich keinen Preis. An regelmässigem Training kommt niemand herum, der seine Körpersprache verbessern will. Viele versuchen ihre Haltungsmuskeln (zu denen neben Rücken, Schultern und Bauch auch der Po zählt) durch klassisches Krafttraining zu stärken. Das ist prinzipiell nicht falsch, birgt aber einen Nachteil: Beim gezielten Krafttraining muss sich der Muskel lediglich für einen kurzen Moment anspannen, anstatt darin geschult zu werden über längere Zeit unter Spannung zu bleiben. Doch genau solche langen Spannungsphasen sind es, die der Körper im Alltag leisten können muss.

Trainingsziel sollte es daher sein, die Haltungsmuskeln möglichst lange im Spannungszustand zu halten zu können. Dies erreicht man vor allem mit statischem Krafttraining, bei dem der Muskel nicht durch die ständige Wiederholung einer bestimmen Bewegung (z.B. Kniebeuge) gekürzt und gestreckt, sondern in einer festen Position verharrt.

Wer die Körperhaltung verbessern will, macht daher Übungen, wie man sie z.B. aus dem Yoga und Pilates (z.B. Unterarmstütz) kennt. Auch Sportarten, wie Schwimmen, Reiten oder Ballett sind besonders haltungsfreundlich.

Aufrecht im Alltag

Ein festes Muskelkorsett ist zwar die Grundlage, aber keine Garantie für eine gute Körperhaltung. Der Alltag fordert uns ständig neu heraus, nicht in gewohnte Schonhaltung zu verfallen. Am besten erinnert man sich daher regelmässig selbst (z.B. durch kleine Zettel) die Schultern nicht sacken zu lassen.

Disziplin ist wichtig, sollte aber nicht in übertriebenen Ehrgeiz umschlagen. Zu einer guten Haltung gehört es nämlich keineswegs, ständig aufrecht zu sein. Besser ist es zwischen An- und Entspannungsphasen zu wechseln, so dass die Muskulatur vielseitig beansprucht wird, die Sauerstoffzirkulation in den Zellen aktiv bleibt und Ermüdungen vermieden werden.

Es spricht übrigens auch nichts dagegen, hin und wieder in einen Rundrücken oder ins Hohlkreuz zu fallen. Zur Entspannung sind solche Positionen manchmal sogar sehr angenehm. Wichtig ist lediglich, dass die aufrechten Haltungen den gekrümmten überwiegen. Dann überwiegen nämlich auch die guten Eindrücke die andere von uns haben. Ebenso wie die gute Laune, die wir uns redlich verdient haben.

5 Tipps und Übungen für eine aufrechte Körperaltung

1 Hilfe von unten

Die Fussstellung hat grossen Einfluss auf die Körperhaltung. Wer Defizite oder Fehlstellungen hat, sollte diese durch Einlagen korrigieren.

2 Voller Körpereinsatz

Eine gesunde Haltung zu haben bedeutet mehr, als den Rücken gerade zu halten. Auch der Kopf will aufrecht getragen werden, der Po gespannt sein und die Beine parallel und fest am Boden stehen.

3 Recken und strecken

Versuche dich hin und wieder so lang es geht zu strecken. Das regt die Durchblutung in den Muskeln an, so dass diese wieder vermehrt mit Sauerstoff versorgt werden und wieder bereit sind den Körper in Haltung zu bringen.

4 Breath easy

Auch über die Atmung erreicht man eine Aufrichtung. Ausprobieren: Stellen dich locker hin, lege die rechte Hand knapp unter die Brust, die linke auf den Bauch. Nun tief einatmen. wenn die linke Hand jetzt weiter nach vorne kommt als die rechte, atmest du richtig.

5 Becken in Balance

Das Becken ist eine der häufigsten Schwachstellen im muskulären Haltungskorsett. Um zu prüfen, ob dein Becken in Aufrichtung ist, lege beide Hände so auf das Becken, dass die Handballen die Hüftkochen und die Fingerspitzen sich gegenseitig berühren. Wenn die Handflächen nun nicht schief, sondern vollkommen senkrecht stehen, ist die Beckenstellung korrekt.

Bild: Ayan Ginger - Pexels.com

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