Ich habe eine Schwäche für:
Gespräche, in denen jemand ehrlich wird, ohne sich selbst zu inszenieren. Für Paare, die nicht perfekt wirken wollen, sondern miteinander lernen. Für Menschen, die sagen können: «Ich weiss es gerade nicht», statt eine schnelle Wahrheit zu behaupten. Für lange Abendessen, bei denen Liebe, Familie, Sex und Geld irgendwann am gleichen Tisch sitzen. Und für Nachrichten, die erst nach dem dritten Lesen ihre eigentliche Zärtlichkeit zeigen.
Das nervt mich:
Wenn Nähe mit Besitz verwechselt wird. Wenn Frauen für die emotionale Wartung einer ganzen Beziehung zuständig gemacht werden. Dating-Ratschläge, die klingen, als wären Menschen ein Markt und Gefühle eine Strategie. Zynismus, der sich als Reife tarnt. Und wenn über Sex gesprochen wird, als ginge es nur um Leistung, Reiz oder Mut, aber nie um Würde, Vertrauen und echtes Wollen.
Mein Traum Stammtisch:
bell hooks, weil sie Liebe nie klein gemacht hat und trotzdem sehr klar blieb.
Nora Ephron, weil sie Beziehungen mit Witz, Schärfe und einem grossen Sinn für menschliche Widersprüche erzählen konnte.
Esther Perel, weil sie über Nähe, Begehren und Konflikte spricht, ohne einfache Antworten zu verkaufen.
Meine Grossmutter, weil sie über Ehe, Arbeit, Kinder und Enttäuschungen wahrscheinlich mehr wusste, als sie je laut gesagt hat.















