ZEIGT HER EURE HÄNDEPflegetipps für gepflegte Nägel

Brüchige Nägel, rissige Haut und raue Hände? Schöne Nägel sind im Alltag eine Herausforderung aber keine Unmöglichkeit. Denn regelmässige Pflege macht sogar Problem-Hände zum Hingucker. Packen Sie es an und lassen Sie Ihre Hände für Sie sprechen. Eine Anleitung für Vorzeige-Hände.

Schöne Nägel: Zeigt her eure Hände!

Sie sind unsere Visitenkarte und ein echter Blickfang – wenn wir sie richtig pflegen. Denn mit dem richtigen Know How und Beauty-Tipps sind schöne Nägel keine Zauberei. Wer seine Nägel und Hände jetzt einer Schönheitskur unterziehen will, sollte sich schon mal folgenden Beauty-Grundsatz einprägen: Ist der Nagel erst einmal geschädigt, gerissen oder brüchig, ist eine Reparatur kaum mehr möglich. Der sichtbare Teil des Nagels besteht nämlich aus einer Schicht abgestorbener Hornzellen. Und da es sich um leblose Materie handelt, kann diese nicht mehr verändert werden. Entstehen also Risse oder Brüche, muss der Nagel gekürzt werden.

Brüchige Nägel kann man nur durch gezielte Prävention verhindern. Vermeiden Sie beispielsweise Stösse (z.B. beim Sport) und häufigen Kontakt mit Wasser und Seife, welcher die ohnehin trockene Nagelmaterie noch weiter ausdörrt und brüchig macht. Wer seine Nägel auch bei groben Tätigkeiten (z.B. Arbeiten im Haushalt) schützen will, trägt am besten Handschuhe. Für normale Tätigkeiten im Alltag genügen oft bereits aufbauende Nagel- und Unterlacke als ausreichende Schutzschicht. Vor allem so genannte Nagelhärter enthalten stärkende Strukturproteine, die sich in die mikroskopisch kleinen Zwischenräume der Hornschicht setzen, diese wie ein Puzzlestück ausfüllen und so den gesamten Nagel stärken.

Wer seine Nägel länger tragen möchte, kommt jedoch um eine Stärkung von Innen nicht umhin. Als perfekte Nagel-Nahrung gelten vor allem Spurenelemente wie Zink (enthalten in Eiern, Schalentieren und Vollkornprodukten), da sie massgeblich am Keratinaufbau beteiligt sind. Auch Biotin (enthalten in Hefe, Hülsenfrüchten und Kohl) spielt für das gesunde Wachstum der Nägel eine zentrale Rolle. Ein klassischer Schönheitsschmaus für Haut und Haar ist natürlich auch die gute, alte Kieselsäure (z.B. in Gerste, Hirse und Kartoffelschalen). Kieselsäure verbessert die Feuchtigkeitsbindung im Körper und verdichtet auf diese Weise die Hornschicht.

Nagel-Know-How: Die richtige Nagelpflege

Eine besonders gepflegt wirkende Länge haben Fingernägel aber, wenn sie bündig mit der Fingerkuppe abschliessen oder maximal ein bis zwei Millimeter überstehen. Diese Länge ist übrigens auch deshalb empfehlenswert, weil die Nägel noch ausreichend Schutz durch die Fingerkuppen bekommen und nicht so leicht brechen. Zum Kürzen der Nägel verwendet man am Besten immer eine Feile. Durch das Abschneiden mit der Nagelschere beginnen empfindliche Nägel nämlich leicht zu splittern. Die Form der Nägel richtet sich dabei immer nach der Form des Nagelbetts, also dem hinteren Rand des Nagels. Je ähnlicher die Form von Nagelspitze und Nagelbett, desto harmonischer und gepflegter wirken sie.

Kommen wir nun zur Frage des richtigen Werkzeuges. Hier gilt, dass Sandfeilen generell schonender sind, als Metallfeilen. Wer besonders weiche Nägel hat, arbeitet am besten mit einer Glasfeile. Ihre Schleifpartikel sind extrem klein, so dass man mit ihnen besonders exakt und schonend arbeiten kann. Ratsam ist es ausserdem, möglichst immer nur in eine Richtung zu feilen – der Nagel wird so gleichmässig abgetragen und es entstehen keine ausgefransten Ränder. Die Feile wird dabei nicht parallel zur Nagelspitze, sondern leicht schräg an der Unterseite des Nagels angesetzt. Durch diese Schräglage werden harte Kanten vermieden und der Nagel schliesst weicher mit der Fingerkuppe ab.

Und noch ein Pflegetipp für schöne Nägel: Wenn die Nägel durch das Feilen rau geworden sind, pflegt man sie anschliessend am Besten mit einer gehaltvollen Ölkur. Dafür tauchen Sie die unlackierten Nägel einfach für fünf Minuten in eine Schüssel mit angewärmten Oliven- oder Avocadoöl und massieren die Rückstände anschliessend in die Haut ein.

Weiche Nagelhaut: Risse vermeiden

Es kommt aber nicht nur auf Form und Länge der Nägel an. Denn schöne Nägel wirken nur dann, wenn sie in einen gepflegten Saum aus rosiger Haut gebettet sind. Leider neigt vor allem die Haut um den Nagel herum zum Austrocknen und Einreissen. Vorbeugend reibt man sie am besten regelmässig mit Mandelöl ein. Besonders pflegebedürftig ist übrigens auch die Nagelhaut. Damit ist jene Hautschicht gemeint, die sich an der Wachstumszone des Nagels, also dort, wo lebendige Zellen in verhornte Zellen umgewandelt werden, bildet. Ihre Funktion ist es die nachwachsenden Zellen von Schmutz und Bakterien abzuschirmen. Wegen dieser Schutzfunktion ist es auch wichtig, die Nagelhaut niemals vollständig zu entfernen. Ist sie aber ausgefranst oder überdeckt sie die Nägel, kann sie vorsichtig mit einem Rosenholzstäbchen zurück in Richtung Nagelbett geschoben werden.

Übrigens: Wer zu unbewusstem Kauen an den Nägeln oder der Haut um die Nägel herum neigt, kann seine Nägel mit speziellem Nagellack lackieren. Dieser hat einen bitteren Geschmack, der beim Kontakt mit dem Mund unangenehm schmeckt. Das hält die Meisten nachhaltig vom lästigen Knabbern ab.

Schöne Nägel? Ja, aber nicht um jeden Preis

Mit was aber pflegt man Nägel und Hände am besten? Hier gibt es unzählige Möglichkeiten: Nagelhärter, bunte Nagellacke, Nagelhautentferner, Vitamin- und Schutzlacke. Drogerien und Parfümerien bieten Unmengen viel versprechender Nagelpflegeprodukte an, die für fast jedes Problem eine Lösung haben. Und oft auch wirklich kleine Wunder bewirken. Doch zu welchem Preis? Vor allem bei Nagelhärtern, die Formaldehyd beinhalten, wird der Verdacht gehegt, dass sie das Entstehen von Krebs fördern. Auch der Inhaltsstoff Aceton steht in Verruf. Das Lösungsmittel verdunstet in der Luft, gelangt so in die Atemwege und kann hier eine Reizung der Schleimhäute verursachen. Aceton ist vor allem in Nagellackentferner, aber auch in Lacken enthalten.

Wer auf die chemischen Schönheitshelfer nicht gänzlich verzichten möchte, aber dennoch kein Gesundheitsrisiko eingehen will, achtet darauf, dass chemische Substanzen nur den Nagel, aber niemals das Nagelbett, die Haut oder die Nagelhaut berühren. Da der Nagel selbst keine Stoffwechselprozesse betreibt, können durch ihn kaum schädliche Stoffe in den Blutkreislauf gelangen. Anders ist das bei der Haut, die um den Nagel herum wächst. Über die Haut können gegebenenfalls Wirkstoffe in die Blutbahn gelangen. Verhindern Sie dieses Risiko, indem Sie wirklich nur die Innenflächen der Nägel behandeln und die Haut vor der Nagelpflege sicherheitshalber mit Vaseline einschmieren. Die Fettschicht hält einen Grossteil der Chemikalien ab. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift am besten zu natürlichen Alternativen. Zitronensaft ist beispielsweise ein altes Hausmittel zum Reinigen von Nagelverfärbungen. Und steif geschlagenes Eiweiss, das in die unlackierten Nägel eingerieben wird, gilt hingegen als natürlicher Nagelhärter.

Gepflegte Hände im Handumdrehen

Sind die Nägel dann einmal schön, sollten es ihnen auch die Hände gleich tun. Das häufigste Problem ist trockene und beanspruchte Haut, die die Hände rau und rissig erscheinen lässt. Vor allem bei häufigem Kontakt mit Wasser ist dieser Schönheitsmakel kaum vermeidbar. Regelmässiges Fetten und Salben ist daher unverzichtbar für alle, die sich Samtpfoten und gepflegte Hände wünschen. Handcremes helfen ebenso schnell und ziehen rasch ein. Aber auch hausgemachte Maniküre-Tricks pflegen gestresste Hände. Erwärmen Sie beispielsweise einen halben Liter Milch, rühren Sie drei Esslöffel Honig hinein und legen Sie die Hände für zehn Minuten in das Bad. Da Milch fast den gleichen pH-Wert wie unsere Haut hat, durchfeuchtet sie diese ideal und macht raue Hände wieder streichelzart. Auch Peelings helfen die Haut weich werden zu lassen, indem sie verhornte, trockene Hautschüppchen vorsichtig abtragen. Und noch ein Beauty-Tipp zum Schluss: Für ein selbstgemachtes Handpeeling mischen Sie 4 EL grobkörniges Meersalz mit 250ml Olivenöl und rubbeln los. Ihre Hände und Nägel werden es Ihnen danken.

Text: Linda Freutel

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