Was hilft gegen Pickel?SOS-Hautpflege bei unreiner Haut

Pickel und Mitesser sind auch bei Erwachsenen weder schön noch selten. Unreine, zu Akne neigende Haut ist nämlich keine Frage des Alters, sondern der Veranlagung. Und diese kann man leider nicht verändern, aber immerhin verbessern. Die Beautyredaktion verrät die besten SOS-Tricks gegen Pickel.

Gegen Pickel hilft erstmal entspannen.

Pickel und Mitesser sind nicht nur unschön anzusehen, sie sind auch ziemlich hinterlistig. Denn je mehr man sie hasst und je aggressiver man versucht gegen die Pickel vorzugehen, desto mehr scheinen die unschönen Mitesser aufzublühen und zu dicken, roten und schlimmstenfalls vereiterten Pusteln zu werden. Gegen Pickel hilft daher kein Zorn, sondern eine entspannte Haltung und ein ganzheitliches Hautpflegeprogramm.

Pickel-SOS: Sechs Sofortmassnahmen gegen Pickel

Langfristig helfen gegen Pickel nur die richtige Pflege, Geduld und mehr Gelassenheit. Was aber wenn morgen das Super-Date ansteht oder wir beim Vorstellungsgespräch mit einer makellosen Stirn glänzen wollen? Mit diesen sechs Tipps vollbringen Sie zwar keine Wunder, aber müssen Ihr Gesicht am nächsten Morgen sicher nicht verstecken.

  1. Finger weg! Jetzt bitte nicht panisch im Gesicht rum drücken, sonst besteht die Gefahr, dass der Pickel noch grösser anschwillt und sich entzündet.
  2. Dampfbad: Wenn Sie einige Stunden Zeit haben, ist das beste die betroffenen Hautpartien erstmal  zu beruhigen und die verstopften Poren zu klären. Gönnen Sie dazu Ihrem Gesicht ein Dampfbad mit getrockneten Kamillenblüten oder Kamillentee. Das öffnet die Poren und entspannt Haut und Gemüt.
  3. Klärende Pflegemaske: Durch das Dampfbad kann Ihre Haut die folgende Pflege jetzt besonders gut aufnehmen. Eine Heilerde oder Teebaumölmaske hilft jetzt Entzündung zu verhindern. Lassen Sie die Gesichtsmaske auf dem gereinigten Gesicht möglichst lange einwirken (ca. 20-30min). Vorsicht: Naturbelassenes Teebaumöl gilt zwar auch als effektiv gegen Unreinheiten, wer allerdings sehr sensible Haut hat, sollte lieber zur Heilerde greifen. Diese ist weniger agressiv.
  4. Bei Entzündungen: Wenn sich Pickel und Mitesser bereits entzündet haben, hilft eine Zink, Calendula oder Silbersalbe aus der Apotheke.
  5. Über Nacht können auch anti-bakterielle Gels aus der Kosmetikabteilung (z.B. Anti-Blemish Spot Treatment Gel von Clinique, SOS-Pickelsitft von Garnier Hautklar) helfen, den Infektionsherd auszutrocknen. Weil Sie allerdings eine sichtbaren Gelfilm über die betroffene Hautpartie legen, sind sie für den Ausgang eher ungeeignet.
  6. Pickel abdecken: Wenn sich der Pickel noch nicht entzündet hat, können Sie rote Stellen relativ gut übertünchen. Als Basis geben Sie eine fettarme, nicht-komodogene Pflegecreme auf Ihr Gesicht. Lassen Sie betroffene Stellen von Ihrer herkömmlichen Foundation möglichst unberührt, sondern geben Sie einen getönten anti-bakteriellen Abdeckstift auf Pickel oder Mitesser und verschmelzen Sie die Ränder sanft mit einem Kosmetikstäbchen. Etwas vorsichtig aufgetragenes transparentes und mattierendes Puder (nicht wischen, ganz leicht mit dem Pinsel einklopfen) macht den Abdeckstift länger haltbar.

Unreine Haut: Warum entstehen Pickel?

Bei Pickeln gilt wie bei jedem anderen Problem: Nur wer die Ursache kennt, kann die Symptome bekämpfen. Dass Pickel, Mitesser oder sogar Akne durch mangelnde Hautpflege oder Hygiene entstehen wird zwar oft behauptet, ist tatsächlich aber nicht mehr als ein hartnäckiges Gerücht. Zwar begünstigen bakterielle Verunreinigungen das Wachsen und die Entzündung eines Pickels, sie sind jedoch keinesfalls der Grund seines Entstehens.

Vielmehr entscheiden die Hormone und die Veranlagung der Hautbeschaffenheit über die Neigung zu Pickeln und Akne. Ob die Haut zu Pickeln neigt hängt nämlich von der erblich fixierten Ansprechbarkeit der Talgdrüsen auf das männliche Sexualhormon Testosteron ab. Zu gewissen Anteilen tragen auch Frauen dieses Hormon in sich. Testosteron bewirkt nicht nur eine vermehrte Produktion von Talg in der Haut, sondern regt auch die Hautzellen zu einer vermehrten Verhornung an. In der Folge werden die Abflusskanale des Talgs enger und neigen zum Verstopfen. Kann der Talg nicht mehr richtig abfliessen, verkapselt er sich früher oder später zu einem Mitesser, der irgendwann unter verstärktem Druck als Pickel an die Hautoberfläche dringt und sich hier schlimmstenfalls entzündet.

 

Pickel bei Erwachsenen: Hormone sind schuld

Das Entstehen von Pickeln und Akne hängt also in erster Linie davon ab, wie der Körper auf gewisse Hormone reagiert. In der Pubertät verläuft diese Hormonausschüttung schubweise und noch recht unregelmässig, weshalb auch das Auftreten von Pickeln und Mitessern besonders häufig ist. Aber auch im Erwachsenenalter sind Mitesser und Pickel keine Seltenheit. Hormonelle Veränderungen und das damit verbundene Auftreten von Hautunreinheiten sind bei Frauen vor allem vor und während der Menstruation, nach dem Absetzen der Anti-Baby-Pille und in einer Schwangerschaft besonders häufig.

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Drücken und Quetschen: Die Pickel-Fauxpas

Es ist nur all zu verlockend, doch gegen Pickel hilft kein Gequetsche, sondern nur Geduld. So lautet das oberste Gebot im Kampf gegen Pickel. Drücken und quetschen wirken sich sogar schädigend aus. Das Quetschen bewirkt zwar, dass der Talg an die Hautoberfläche kommt, allerdings locken die in ihm enthaltenen, entzündungsaktiven Fettsäuren eine Vielzahl weisser Blutkörperchen in die Wunde, wodurch wiederum die Bildung von Eiter angeregt wird. Durch diesen Prozess wird der Pickel nur unnötig schmerzhaft und die Gefahr der Narbenbildung wächst. Der einzige Fall, in dem das mechanische Entfernen von Unreinheiten Sinn macht sind tief sitzende Mitesser, die sich noch nicht entzündet haben. Jedoch sollte man auch in diesem Fall keinesfalls selbst Hand anlegen, sondern erfahren Kosmetikerinnen oder Dermatologen ans Werk lassen. Sie erreichen und sehen den Mitesser nicht nur besser, sondern haben auch die nötigen Möglichkeiten die Haut zu reinigen und zu desinfizieren.

Die richtige Pflege gegen Pickel

Auch mit gezielter Hautpflege kann man gegen Pickel vorgehen. Kosmetik, die gegen Pickel helfen soll, hat dabei gleich mehrere Aufgaben zu erfüllen. Zum einen soll sie den Grad der Verhornung der Talgkanäle reduzieren, zum anderen die Talgproduktion selbst etwas drosseln und idealerweise noch die oberste Hautschicht durchlässig erhalten, um ein besseres Abflussverhalten des Talgs zu gewährleisten. Erreicht wird dieses Allround-Programm in erster Linie durch regelmässige Peelings (z.B. Totes Meer, Fruchtsäure), die verhornte und verstopfende Hautschüppchen von der Haut entfernen und so die Poren frei halten. Einen ähnlichen Effekt haben Tiefenreinigungsmasken, die in der Regel mit Fruchtsäuren und Vitamin-A-Säure arbeiten. Beide Essenzen haben einen sanft schälenden Effekt auf die Haut. Wer nicht nur von Pickeln, sondern von stärkerer Akne geplagt ist, kann gezielte Fruchtsäure-Behandlungen beim Dermatologen durchführen lassen. Unter ärztlicher Aufsicht können die Säuren in einer höheren Konzentration eingesetzt werden, als im kosmetischen Hausgebrauch. Die Wirkung ist damit noch effizienter.

Bei der alltäglichen Hautpflege gilt des Weiteren: Zu Pickeln neigende Haut hat oft auch die Tendenz ölig zu sein. Bei ohnehin fettiger Haut neigen die meisten dazu mit besonders fettfreien Pflegeproduktion zu arbeiten, um den Hautglanz nicht noch unnötig zu verstärken. Leider erreicht man damit einen gegenteiligen Effekt. Ölige Haut hat ein hohes Bedürfnis nach Fett. Erhält sie davon zu wenig, kurbelt sie die Talgproduktion automatisch noch weiter an, um ihr vermeintliches Defizit auszugleichen. Besser als vollkommen ölfreie Pflegen sind daher fettarme, feuchtigkeitsspendende Produkte, wie Gels oder zarte Lotions.

Spezialkosmetik für ölige Haut enthält zudem oft Wirkstoffe wie Zink oder Teebaumöl, die regulierend auf die Produktion von Talg wirken. Auch eine mässig dosierte Bestrahlung mit UV-Licht hilft gegen Pickel. Sonnenlicht trocknet die Haut aus und hemmt damit den Talgfluss. Im akuten Fall einer Entzündung hilft ein altes Hausmittel: Verreiben Sie einfach ein paar Thymianblätter zwischen Ihren Fingern, tupfen Sie die ausgetretenen Öle auf den Pickel und spülen Sie das Ganze nach circa 30 Minuten mit warmen Wasser wieder ab. Die ätherischen Öle von Thymian wirken gegen die Entzündung und helfen bei der Austrocknung der Wunde. Das beste Mittel gegen Pickel ist aber noch immer eines: Eine entspannte Einstellung. Denn wer sich Stress macht veranlasst den Körper zu einer unnötigen Produktion von Testosteron. Und das wiederum fördert die Bildung von Pickeln. Warum also aufregen? Es ist doch nur ein Pickel!

Die wichtigsten Dont’s bei Pickeln:

+ Hände weg: Haut, die ohnehin zu Pickeln und Mitessern neigt, sollte möglichst bakterienfrei gehalten werden. Versuchen Sie sich daher so selten wie möglich, mit ungewaschenen Händen ins Gesicht zu fassen.

+ No smoking: Rauchen ist weder gesund, noch gut für die Haut. Das weiss fast jeder. Dass Nikotin aber auch die Produktion von Talg  - und damit das Entstehen von Pickeln - anregt, wissen die wenigsten. Also: Finger weg von den Glimmstängeln.

+ Falsch abdecken: Natürlich möchte man unschöne Pickeln verdecken. Darf man auch. Allerdings nur mit Abdeckcremes und Stiften, die desinfizierende Inhaltsstoffe haben. Andersfalls würde man die Wunde unnötig entzünden.

+ Zahnpasta zur Austrocknung: Ein altes Hausmittel rät, Zahnpasta auf den Pickel zu tupfen, um selbigen auszutrocknen. Zwar hat Zahncreme tatsächlich eine austrocknende Wirkung. Allerdings wirkt die Creme derart aggressiv, dass auch die gesunde Haut um den Pickel herum angegriffen wird und beginnt sich abzulösen. Verwenden Sie daher lieber spezielle, kosmetische Spot-Gels, die den Pickel ebenfalls punktuell austrocknen, dabei aber weniger aggressiv sind.

Text: Linda Freutel

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