Pixel

Beauty-CheckWelche Kosmetikprodukte halten, was sie versprechen?

Wer sich in der Drogerie mit Kosmetikprodukten eindecken will, steht vor überfüllten Regalen und der Qual der Wahl. Jedes Produkt verspricht wahre Wunder: vollere Wimpern, glänzendere Haare oder straffere Haut. Doch welche Beautyartikel lohnen sich tatsächlich? Wir machen den Beauty-Scan.   

Beauty-Produkte im Test.

Mascara für den «Falsche Wimpern Effekt», Haarpflege mit «Interaktivem Color Sublime» oder Bodylotion mit «Golden Glow». Die Werbung schummelt immer wieder, wenn es um die Vermarktung eines neuen Kosmetikproduktes geht. Dabei soll das Schweizer Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) genau das verhindern: Unlauter handele insbesondere der, der unter anderem über  seine Waren unrichtige oder irreführende Angaben macht. Doch die Werbeindustrie weiss, wie man dieses Gesetz mit sprachlichen Tricks umgeht. Sprachwissenschaftler sprechen von «Sprachverführung», die schon im Namen des Kosmetikproduktes stecke. Bei Produkten wie «Lash Bomb Mascara big bang black», «Stress Control Cream» oder «Visible Lift Serum Inside Lifting Makeup» springt das falsche Versprechen zwar direkt ins Auge, es handelt sich jedoch um einen künstlerischen Markennamen und ist somit legal.

Alles nur Kosmetik: Was ist Werbung, was ist Wissenschaft?

Doch auch in Werbespots wird mit irreführenden Worten jongliert. Der aktuelle Trend: Oft werben die Hersteller mit «natürlichen Substanzen». Denn die Natur, so glauben viele, macht natürlich schön. Doch auch hier leitet die Kosmetikindustrie uns fehl. Die Professorin Dr. Martina Kerscher von der der Universität Hamburg betont in ihrem Vortrag «Chemie und Ästhetik», dass auch natürliche Stoffe in Pflegeprodukten allergische Reaktionen der Haut auslösen können. Welche Beauty Produkte können wir nun kaufen, ohne in eine Werbefalle zu tappen? Mit unserem Beauty-Scan finden Sie das richtige Kosmetikprodukt!

Gesichtsreinigung

Bei Produkten, die nur kurz mit Ihrer Haut in Berührung kommen, müssen Sie sich nicht in Unkosten stürzen. Achten Sie bei Reinigungsmilch und Gesichtswasser darauf, dass sie die Haut schonend behandeln, aber Makeup, Talg und Schmutz gründlich von ihr entfernt. Dazu sollten die Pflegeprodukte Ihrem Hauttyp entsprechen und keinen Alkohol beinhalten.

Feuchtigkeitspflege

Auch das muss kein Vermögen kosten. Wissenschaftlichen Studien zufolge müssen vor allem der Anteil an Lipiden (Eigenfett) und der PH-Wert zum eigenen Hauttyp passen. Diese Eigenschaften erfüllen bereits preisgünstige Produkte.

Die Anti-Aging Frage

Der Begriff «Anti-Aging» ist gesetzlich nicht geschützt. Etliche Produkte werben mit ihrer Anti-Aging-Wirkung, was es dem Käufer nicht leicht macht. Um gegen Hautalterung schützend aktiv zu werden, ist besonders der UV-Schutz der Creme wichtig, denn die UVA-Strahlung löst die strukturfördernden Kollagene in der Haut und bildet dadurch Falten. Zudem hat die Wissenschaft erwiesen, dass ein hoher Gehalt an Vitamin A und C das Hautbild verbessern kann. Hersteller wie Chanel, Nivea Visage, Clinique und Lancôme sind in diesem Fall gute Adressen.

Makeup

In Sachen Makeup sollten Sie stets etwas mehr investieren. Zum einen, weil hochwertige Marken eine grössere Auswahl an Farbnuancen bieten, zum anderen weil ihre Makeups oftmals pflegende Stoffe enthalten. Antioxidanten, Vitamine und Lipide zählen dazu. Da Sie Ihr Makeup den ganzen Tag tragen, ist auch hier der UV-Schutz zu empfehlen. Die Stiftung Warentest hat verschiedene Makeup-Markenprodukte getestet. Bei den flüssigen Makeups konnte Ellen Betrix die Konkurrenz knapp schlagen. Bei den kompakten Makeups gewannen Produkte von Dior.   

Schminkwerkzeug

Wenn Sie ein Makeup-Experte sein wollen, können Sie sich ein Set von Pinseln aus robustem Ziegenhaar, elastischem Zobel und saugstarken Kunstfasern zulegen. Sie müssen zwar ein wenig investieren, bei guter Pflege (alle zwei Wochen warm mit Shampoo auswaschen) halten die Pinsel jedoch ein Leben lang.  

Shampoo

Da Ihr Shampoo nur kurz im Haar ist, können Sie hier ein kostengünstigeres wählen, das die Haare und die Kopfhaut schonend reinigt. Auch hier sollten Sie darauf achten, dass Ihr Shampoo Ihrem Haartyp entspricht. Geeignete Hersteller im Low-price-Segment sind beispielsweise L’Oreal und Pantene Pro-V. Das Shampoo sollte allerdings in jedem Fall frei von Silikonen sein, denn diese beschweren die Haare auf Dauer.  Übrigens, Das Geld für spezielle Farbschutzshampoos können Sie sich laut der Stiftung Warentest jedoch sparen. Zwar pflegen Sie gut, aber die Farbe hält dennoch nicht länger.  

Conditoner und Haarkuren

Je länger Sie ein Pflegeprodukt in Ihr Haar einwirken lassen, desto hochwertiger soll es sein. Mit Produkten wie «Age Premium Lait Substantif von Kérastase», «Karité Crème Revitalisante Intense von René Furterere» oder «Rose Hair & Scalp Moisturising Masque Tube» von Aesop bekommen Ihre Haare eine besonders intensive Pflege.

Bürste, Lockenstab, Glätteeisen

Hier sollten Sie keinesfalls knausern. Billige Bürsten, Föhns, Lockenstäbe oder Glätteeisen schädigen das Haar und greifen die Kopfhaut an. Mit einer Bürste, die sowohl Natur- als auch Kunstborsten hat, wird Ihr Haar besonders glänzend. Als Glätteeisen zählt der  «Braun Satin Hair 7 Haarglätter Straightener ES 2» zu den beliebten Produkten.  

Duschgel, Peeling und Bodylotion

Auch hier müssen Sie in erster Linie Ihrem Hauttyp entsprechend auswählen und können ruhig die preisgünstigeren Produkte wählen. Produkte von Yves Rocher und Palmolive sind besonders mild und pflegend.    

Bild: Wavebreak Media

Weitere Artikel