Pixel

«Honest by»Online Shop überzeugt mit Transparenz

Wir sind daran gewöhnt, dass die unmenschlichen und umweltschädlichen Verhältnisse in der Textilindustrie verschleiert werden. Bruno Pieters bringt mit seinem Label «Honest by» Licht ins Dunkel und gibt akribisch Auskunft über Herstellung und Herkunft seiner Kollektion. Eine ehrliche Haut, der Bruno.

Klickt man sich durch das Lookbook des belgischen Designers Bruno Pieters fällt eines auf: Reduktion. Die Models tragen immer nur ein einziges Stück seiner Kollektion, ansonsten sind sie nackt. Die reduzierte Kleidung, gemahnt an Armut, lenkt den Blick genau auf das eine Stück Mode, das ganz bewusst getragen wird. Mode soll vor allem ehrlich sein. Und so heisst sein Label wie sein Onlineshop Honest by Bruno Pieters.

Im Januar 2012 schuf der ehemalige Kreativdirektor von Hugo Boss mit seiner neu gelaunchten Linie «Honest by» einer neuen Idee von Mode Raum zur Entfaltung. Nach einer einjährigen Indienreise war er geprägt und betroffen vom Leid des Landes zurückgekehrt, um das Verständnis von Mode zu revolutionieren. Ziel ist ein bewusster Umgang mit Mode und Umwelt zugunsten des Wohles von Mensch und Tier.

Der avantgardistische Online Shop «Honest by» setzt dabei auf absolute Transparenz. Jedes Kleidungsstück, das auf der Seite bestellt werden kann, verfügt über eine Legende, in der akribisch Informationen über Herstellung und Ursprung des Produkts aufgelistet ist. Sogar der entsprechende CO2-Verbrauch je Kleidungsstück wird einem nicht vorenthalten. What you see is what you get. Der Fokus liegt dabei auf einem respektvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen und biologisch korrekten Materialien.

So verzichtet «Honest by» gänzlich auf tierische Produkte wie Pelz, Horn und Leder. Ausserdem gibt es einen Filter, der einem das ökologische Shopping-Vergnügen erleichtert: man kann gleich zu Beginn zwischen den Kategorien organisch, vegan, hautfreundlich, recycled und europäischer Herkunft wählen.

Inzwischen gibt Pieters mit seiner Plattform auch anderen Designern die Chance die Textilindustrie klarer und nachhaltiger zu gestalten. Mit im Boot sitzen Calla, zu deren Fans Elisabeth Olsen oder Selena Gomez zählen, handgefertigstes Schuhwerk aus Italien von Maison des Talons, zeitloser Luxus von Muriée, die ihre T-Shirts beispielsweise mit nur auf Wasser basierender Tinte in Deutschland bedrucken lässt und Nicolas Andreas Taralis, der bereits Hedi Slimane bei Dior assistierte. Das Design ist hochwertig, das Angebot klein, die Preise hoch. Aber Mut hat seinen Preis. Der Mut, den Missstand und die Ausbeutung nicht vertuschen zu wollen.

Text: Linda Leitner

Mehr dazu