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Mode Suisse x femelleBei Designerin Nina Yuun geht es um Liebe, Musen und starke Frauen

Die Mode Suisse ist während ihrer 18. Edition bei femelle zu Gast und gewährt Einblicke in ihr Adressbüchlein: Jede Woche werfen wir bei angesagten Schweizer Designerinnen und Designern einen Blick über die Schultern. Diese Woche mit Nina Yuun und ihrem gleichnamigen koreanischschweizerischen Label.

Designerin Nina Yuun

Von der ruhigen und doch kraftvollen Natur des Meeres inspiriert, geben sich die Designs des Labels Nina Yuun mit fliessenden Stoffen und minimalistischer Eleganz zu erkennen. In New Jersey geboren und in Seoul aufgewachsen, vereinigt Nina Yuun heute in ihrem Atelier in Burgdorf gekonnt westliche und asiatische Elemente.

«Bei Nina Yuun formt der Körper der Trägerin die Kleidung und nicht umgekehrt», sagt Claudia Desax, Jurymitglied und Besitzerin des Fashion Stores Opia in Zürich, «das kommt sehr gut an. Dazu mögen die Kunden ihre präzise Stoffwahl und ihr gutes Gespür für Farben». Yuun defilierte vor bereits zwei Jahren bei der Edition 14 der Mode Suisse und feierte diesen September nach ihrer Babypause ein Comeback. 

Nach deiner Babypause hast du mit «Bada, Sea, Meer» eine Kollektion lanciert, um die sich Schweizer Einkäufer und Einkäuferinnen buchstäblich reissen – worin liegt die Magie deiner jüngsten Entwürfe? 

Ich glaube, dass ich mich sehr bemüht habe, die Phantasie, die die Mode zu bieten hat, mit der Realität, wie jeder täglich der Mode begegnet, in Einklang zu bringen. Das muss der Grund dafür sein, warum sich immer mehr Menschen finden, die meine Entwürfe schätzen und sie beim Tragen tatsächlich geniessen – was für mich als Designer sehr erfüllend ist. Nebenbei muss mir mein neugeborener Sohn, der auch Bada heisst, sicher ein bisschen Glück gebracht haben.

Deine Kollektionen stehen sowohl für starke als auch für einfühlsame Frauen; wie zeigt sich das in deinen Kreationen?

Bada bedeutet «Meer» auf Koreanisch, meiner Muttersprache und steht sinnbildlich für die moderne Frau. Das Meer, es umarmt und heilt, kann manchmal aber auch mächtiger sein, als alles andere. Die Referenz zum Meer findet sich in den Blautönen, leichten Stoffen und fliessenden Details wieder. Die Designs tragen zudem die poetische Stimmung des Meeres, wobei die Schnitte der Kleidungsstücke aber auch für die hektische Routine des Alltags geeignet sind – gerade auch für Jungmütter wie mich. 

Runway Nina Yuun Mode Suisse

Vom Meer inspiriert – Nina Yuuns Kollektion an der Mode Suisse Edition 18

Auf welche Weise verwebst du deine Heimat Südkorea mit deinem neuen Zuhause Schweiz in deinen Designs? 

Ich beschäftige mich viel mit alten koreanischen Techniken wie «Nubi», einer traditionellen koreanischen Stepptechnik, die immer noch für die Kleidung buddhistischer Mönche verwendet wird. Diesmal habe ich diese Nubi-Technik bei einem Projekt integriert, das mit regional gestifteten «Bankerhemden» – von KAUF AG in Ebnat-Kappel – arbeitet. Diese Stücke wurden in intensiver Handarbeit zusammengesetzt und nur in unserem NINA YUUN-Atelier hergestellt.

Wie lange hat es gedauert, bis du deinen Stil gefunden hast, oder ändert er sich ständig? 

Nach der dritten Kollektion habe ich eine Pause gebraucht. Ich war verwirrt zwischen dem, was mir gefällt, und dem Gefühl, dass ich alle zufriedenstellen muss. Das muss jedem Designer passieren. Irgendwann hat jedenfalls einfach nichts mehr funktioniert. Nach der Kreativpause fühle ich mich mit «Bada» stabiler, stärker und stilistisch kohärenter. Da meine Inspiration mein tägliches Leben ist, sind meine Kollektionen wie ein Spiegelbild meines eigenen Lebens, darum entwickelt sich mein Stil auch ständig weiter. Dennoch wird der Typus der «Muse», der Typ Mensch, den ich kleiden möchte, wohl immer derselbe bleiben: Eine freundliche, sanfte aber dennoch starke und unabhängige Person.

Anfang September fand die 18. Edition der Mode Suisse im intimen Rahmen der VN-Residency statt; wie wirkte die reduzierte Version auf dich?

Es war wirklich erstaunlich! Da es keinen «ready, set, go!»-Laufsteg gab, umgab die Gäste mehr Leichtigkeit. Sie kamen zu mir, fragten nach der Kollektion und wir lernten uns kennen... Ich hatte das Gefühl, dass die Kleider auf den Bügeln ausnahmsweise die Aufmerksamkeit erhielten, die sie verdienen. Ich denke, dass wir es sogar noch besser umsetzen können, aber es war eine sehr moderne Umgebung und ich weiss es sehr zu schätzen, dass Yannick Aellen und sein Team einen Weg gefunden haben, dies in solch besonderen Zeiten, in denen wir leben, zu ermöglichen.

Die 18. Edition der Mode Suisse startete am 7. September 2020 in Zürich und endet am 21. November 2020 in Genf. Mehr Informationen hier.

Titelbild: zvg Mode Suisse GmbH

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