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Bittersüsses GeheimnisWo sich Zucker im Essen versteckt

Man schmeckt ihn nicht, auf die Waage schlägt er trotzdem. Versteckter Zucker in unserem Essen lässt uns täglich in Ernährungsfallen tappen. Wir verraten dir, wo die grössten Zuckerfallen lauern, damit dir die Lebensmittelindustrie keinen Honig mehr um’s Maul schmieren kann.

Versteckter Zucker lässt uns in Ernährungsfallen tappen. Wir verraten, wo die Zuckerfallen lauern.

Versteckter Zucker ist gemein. Denn eigentlich wollen wir unsere süssen Sünden, wenn wir sie denn schon begehen, geniessen können. Doch versteckter Zucker raubt uns diese Chance des bewussten Schlemmens, weil wir ihn meist gar nicht wirklich schmecken.

Gleichzeitig ruiniert versteckter Zucker den Ruf von Süsskram. Zucker ist nämlich gar nicht so ein Teufelszeug, wie alle immer behaupten.

Guter Zucker, böser Zucker: Die bittersüsse Wahrheit

Die gute Nachricht zuerst: Zucker ist lebensnotwendig. Der Stoffwechsel braucht Zucker zur Energiegewinnung, das Gehirn kann ohne die schmackhafte Süsse nicht schalten, denken, träumen und auch unsere Seele braucht das süsse Futter: zur Belohung, Entspannung und zum Wohlfühlen.

Ohne Zucker geht es nicht. Doch warum hat Zucker so einen schlechten Ruf? Was ist so ungesund an Zucker? Es ist die Menge! Wird der empfohlene Tagesbedarf von etwa 60 bis 90 Gramm Zucker (entspricht circa ein bis zwei Schokoriegeln) überschritten, kann der Körper die damit aufgenommene Energie nicht mehr verwerten und wandelt sie in Fettreserven um. In diesem Moment wird Zucker zu Fett – und damit zu unnötigen Kilos auf der Waage.

Gefährlich und folgenreich ist nämlich nicht der Zucker als solcher, sondern die überschüssigen Fettpolster, die wiederum durch einen Überkonsum von Zucker entstehen. Übergewicht ist dabei nicht nur der Feind jeder Bikinifigur, sondern vor allem unserer Gesundheit. Diabetes oder Herz-Kreislauf-Probleme sind eine Folge des Fettüberschusses.

Ungesunde Kilos allein auf einen zu hohen Zuckerkonsum zurück zu führen, ist jedoch falsch. Übergewicht entsteht ebenso durch Fett, Eiweiss oder Kohlehydraten, sofern deren Kaloriengehalt den Kalorienverbrauch des Körpers überschreitet. Der eigentliche Figur- und Gesundheits-Killer ist unser überschüssiges Hüftgold – egal woher es stammt.

Versteckter Zucker: Unbemerkter Dickmacher

Wer gesund, schlank und fit sein will, muss daher nicht per se süsse Versuchungen verteufeln, sondern viel mehr drauf achten, Zucker (ebenso, wie alle anderen Nahrungsstoffe) in einem gesunden Mass zu konsumieren. Denn alles, was zu viel gegessen wird, landet auf den Hüften; egal, ob es sich um Fett, Kohlenhydrate oder eben um Zucker handelt.

Und genau an diesem Punkt wird versteckter Zucker in unseren Lebensmitteln zum Problem. Mit verstecktem Zucker ist dabei der Zuckergehalt gemeint, der in Lebensmitteln enthalten ist, in denen man eigentlich keinen oder nur einen geringen Gehalt an Zucker vermutet.

Meistes handelt es sich um Produkte, die pikant oder herzhaft schmecken (z.B. Ketchup, Senf, Fleischwurst, Rotkohl aus dem Glas, Pastasossen aus dem Glas oder der Tüte) und so nicht unbedingt den Schluss zu lassen, Zucker zu enthalten. 200 Gramm Heringssalat enthalten zum Beispiel 5 Stück Zucker.

Auch solche Lebensmittel, die als besonders gesund, vital oder natürlich beworben werden (z.B. Fruchtjoghurt, Müsli, Smoothies oder Fruchtsaft), verraten ihren Zuckergehalt nicht auf den ersten Blick, entpuppen sich bei genauerem Hinsehen jedoch oft als Zuckerfallen. In einem Frucht-Joghurt stecken bis zu sechs Würfelzucker. Wer solche Lebensmittel zu sich nimmt, merkt oft gar nicht, wie viel Zucker er isst und wundert sich, wo die vielen Kilos auf der Waage herkommen.

Ob versteckter Zucker in einem Lebensmittel enthalten ist, lässt sich durch einen Blick auf die Inhaltsstoffe feststellen. Mach doch einen Test und lies die Zutatenliste aller Lebensmittel in deinem Kühlschrank. Du wirst erstaunt sein, wo sich überall Zucker finden lässt.

Vorsicht: Auch wenn Zucker nicht explizit aufgeführt ist, kann das Produkt trotzdem ein hohes Mass an ungesunder Süsse enthalten. Traubenzucker, Dextrose, Fructose, Malzzucker, Maisstärke Fruchtzucker, Saccharose, Maltose oder Glucose sind nämlich ebenfalls Arten von Zucker, die sich massenhaft in unseren Lebensmitteln befinden, sich jedoch mit anderem Namen tarnen.

Vorsicht Falle: Lebensmittel mit verstecktem Zucker

  • Fleischwurst
  • Rotkraut aus dem Glas, der Dose oder dem Tiefkühlregal
  • Heringssalat
  • Weisskraut-Salat
  • Gewürzgurken aus dem Glas
  • Konservengemüse und Dosenfrüchte
  • Weissbrot, Toastbrot, Aufbackwaren
  • Müsliriegel
  • Schoko- und Frucht-Müsli, Cornflakes
  • Frucht-Joghurt, -Buttermilch
  • Fruchtsäfte und Nektar
  • Eistee
  • Ketchup
  • Barbecue-Saucen, Pastasaucen, Fertiges Salatdressing
  • Fertigpizza
  • Alkoholische Drinks
  • Fertige Smoothies

Zuckerfallen vermeiden: Die Faustformel gesunder Ernährung

Wer versteckten Zucker finden will, kann sich natürlich mit dem Kleingedruckten sämtlicher Lebensmittel auseinander setzten. Doch meistens ist so viel Aufwand gar nicht nötig. Mit einem geschulten Blick und einem Bewusstsein für gesunde, ausgewogene Ernährung, lässt sich versteckter Zucker leicht enttarnen.

Als Faustformel für eine gesunde, nicht überzuckerte Ernährung, kann man sich Folgendes merken: Sämtliche Lebensmittel, die nicht in ihrer natürlichen Form kommen, sondern aus einem Verarbeitungsprozess entstanden sind, enthalten oft Zuckerfallen. So findet sich versteckter Zucker beispielsweise in Wurstwaren aus der Packung, wohingegen unverarbeiteter Schinken kaum Zucker enthält.

Auch Fertiggerichte, Tütensuppen oder Aufbackwaren enthalten wesentlich mehr Zucker, als Gerichte, die man frisch zubereitet. Für Obst und Gemüse gilt dasselbe: Grünzeug, das aus der Dose oder dem Glas kommt ist wesentlich zuckerhaltiger, als die Kollegen aus dem Frischeregal.

Wer ein gutes Gespür für versteckte Zuckerfallen entwickelt, meidet eine unnötige Aufnahme von zu viel Zucker und ernährt sich damit gesünder und ausgewogener. Und das besondere Bonbon dabei ist: Wer sich versteckten Zucker spart, darf dafür die eine oder andere süsse Sünde mehr naschen – und zwar mit vollem Bewusstsein und absolutem Genuss!

Bild: sonja lekovic/iStock

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