Wenn die Liebe schwindetWoran du erkennst, dass du dich entliebt hast

Man entliebt sich nicht von heute auf morgen. Gefühle gehen nur sehr langsam, aber dafür meist unaufhaltsam zurück. Wenn du folgende Anzeichen des Entliebens kennst, hat eure Beziehung vielleicht doch noch eine Chance. 

Woran du erkennst, dass du dich entliebt hast

Der Bauch kribbelt, das Herz pocht und das Grinsen will gar nicht mehr aufhören. Amors Pfeile sind deutlich zu spüren. Verliebt sein kennt jeder. Aber was passiert eigentlich beim Gegenteil? Wie fühlt es sich an, wenn die Liebe endet; wenn wir uns entlieben und die Emotionen einfach weg sind? Was sind die Signale dafür, dass die romantischen Gefühle schwinden?

Hier geht es direkt zu den Anzeichen fürs Entlieben.

Man entliebt sich langsam

Während wir uns auf einen Schlag verknallen, scheint das Entlieben irgendwie keinen echten Anfang zu kennen. Sich zu entlieben ist ein langer, langsamer und vor allem schmerzhafter Prozess. Liebe geht nicht einfach; sie schleicht sich davon.

Das erste Signal sendet der Bauch. Ein feines Ziehen, das uns nur für den minimalsten Bruchteil einer Sekunde irritiert. Ein winziger Zweifel, ein kurzer Moment der Verunsicherung; irgendwas war komisch beim Begrüssungskuss. Oder neulich beim Zmorge. Oder als wir bei seinen Eltern waren. Ein erstes Bauchgefühl; man kann es weder benennen, noch ist es überhaupt der Rede wert. Doch dann wiederholt es sich. Vielleicht nicht ausgeprägter, aber dafür häufiger.

Entliebt: Die Zeichen werden lauter

Und es lässt nicht locker. Das Bauchgefühl will Ausdruck finden und sucht sich dafür einen Weg. Stumme Gedanken verselbstständigen sich in beiläufige Gesten. Ein Augenrollen, ein gelangweiltes Stöhnen, die fest gepressten Lippen beim Küssen oder sogar das fast abstossende Lösen aus Umarmungen, Abwehren von körperlichem Kontakt oder vielleicht sogar ein leichter Ekel beim Sex. Und schon ist sie da: Die hässliche Seite einer Beziehung. Die Phase, in der es frostig wird.

Entlieben kann schmerzhaft sein

GIF: Giphy

Lieber allein: Der geheime Wunsch des Single-Lebens

Nun können die Zeichen des Entliebens zwar nicht mehr übersehen werden. Aber man kann noch die Augen zumachen. Und genau das tun auch die meisten. Wer will schon wahrhaben, dass der Mensch, der uns mal so nah war, inzwischen irgendwie kaum noch eine Rolle für uns spielt.

Plötzlich wäre es auch ok, für einen tollen Job ans andere Ende der Welt zu ziehen – und zwar ohne den Partner. Oder die nächsten Ferien mit den Mädels auf Festival-Tour zu gehen, statt wieder einen Pärchen-Trip ans Meer zu planen.

Die Wahrheit sucht sich ihren Weg

Und ob all solcher Gedanken gesellt sich prompt auch noch ein weiterer Unruhestifter in unser ohnehin schon gestresstes Seelenleben; das schlechte Gewissen.

Deshalb schlittert man ratz-fatz in die nächste Phase des Entliebens: Man geisselt sich, bestraft sich für so wenig Loyalität, zwingt sich der Beziehung wieder einen Schubs zu geben. Und was bewirkt man? Leider genau das Gegenteil vom Gewollten. Wie ein Ballon, der unter Wasser gedrückt werden soll, verliert man die Kontrolle und die Wahrheit knallt an die Oberfläche: «Ich liebe dich nicht mehr.» Jetzt ist es raus. Hat ja auch lange genug gedauert.

Gefühle lügen nicht

Aber so ist das nun mal mit dem Entlieben; es passiert langsam, quälend und in Phasen. Es fühlt sich an wie der blanke Horror, ist aber vielleicht auch gut so, wie es ist. Vielleicht ist es ein Heilungsschmerz, den es braucht, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Denn eines steht fest: Wir entlieben uns nicht leichtfertig, aber das Leben spielt wie es spielt – nach seinen eigenen Regeln. Diese ändern zu wollen ist unmöglich. Das Beste daraus zu machen, liegt in unserer Hand; also nehmen wir die Zeichen ernst, und gestalten wir das Notwendige so fair wie möglich; das sind wir Amor, aber vor allem unserem Partner schuldig.

Hast du dich entliebt? An diesen Anzeichen erkennst du das Ende deiner Gefühle:

  • Keine Toleranz: Früher hat es dich zwar auch genervt, wenn er seine Socken überall hat rumliegen lassen. Heute bist du darüber aber richtig wütend und meckerst deinen Partner stundenlang dafür an? Dann kann das ein Warnzeichen des Entliebens sein.
  • Fremdschämen: Du musst mit den Augen rollen, wenn dein Partner etwas erzählt oder es ist dir vor Anderen sogar unangenehm, wenn er überhaupt redet.
  • Sich keine Mühe mehr machen: «Ach, die Beine muss ich mir für ihn nicht mehr rasieren.», «Der soll sich doch selber was kochen, ich schau für mich...», «Ich mache lieber was mit meinen Mädels, mit ihm ist es immer so langweilig»: Sätze und Gedanken wie diese können ein Zeichen des Entliebens sein.
  • Aggressionen: Du bist in seiner Gegenwart ständig gereizt, ihr streitet dauernd oder du wirst im Streit sogar handgreiflich? Dann hinterfrag diese Anzeichen – vielleicht bist du gerade dabei, dich zu entlieben.
  • Vergleiche: Du findest der Mann deiner Freundin ist ein echter Gentleman. Dein Kollege ist immer so aufmerksam und dein Kumpel ist viel lustiger als dein Partner. Du stellst immer mehr Vergleiche zu anderen Männern an, bei denen dein Partner stets schlecht abschneidet: Achtung, du entliebst dich vielleicht!
  • Körpersprache: Du drehst dich von ihm weg, ihr kuschelt nicht mehr und im Bett ist auch seit Monaten Flaute. Achte auf die Sprache deines Körpers; er sagt dir, was du wirklich fühlst. Hast du nur ein Problem mit Nähe oder entliebst du dich?

Titelbild: Golero/iStock

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