KÜSS MICH, FROSCH!Was der erste Kuss verrät

Der erste Kuss ist unvergesslich. Ein schlechter Kuss kann alles verderben, ein guter uns im siebten Himmel schweben lassen. Aber was macht einen guten Kuss aus? Kusstechnik oder die Chemie? Wir lüften das Geheimnis!

Der erste Kuss kann viel über eine Beziehung verraten...

Clara spürt ein angenehmes Kribbeln im Bauch. Den Abend hat sie mit Thomas in einem gemütlichen Café verbracht. Beide haben sich angeregt unterhalten und sich dabei tief in die Augen geschaut. Jetzt begleitet Thomas Clara nach Hause. An der Türschwelle angekommen, spürt Clara ihren Puls höher schlagen. Gleich ist es soweit: der erste Kuss. Beide schauen sich fest in die Augen, er nähert sich ihr, sie übernimmt das letzte Stück. Und Clara schmilzt dahin.

Küssen ist wie Silvester im Gehirn

Küssen ist ein heftiger Genuss. Denn dabei kommen verschiedene Sinne gleichzeitig ins Spiel. Wir spüren die Berührungen von Lippen und Zunge, schmecken den Geschmack des Speichels und vernehmen den Geruch des anderen. Gehirnforscher haben herausgefunden, dass das Küssen mehrere Zentren des Gehirns aktiviert. Die Areale Riechen, Schmecken, Gefühl und Erinnerung kommen in Fahrt. Das Ergebnis: Beim Küssen ist Silvester im Gehirn. Wir erleben eine Art Rausch. Doch Küssen stimuliert nicht nur alle Sinne - es ist auch gesund. Beim Knutschen schüttet unser Körper das Glückshormon Serotonin aus. Das macht uns locker und ausgeglichen. Dazu kommt das Verliebtheitshormon Phenylethylamin, das Erotik und Hochgefühle in uns auslöst. Der Effekt: unser Kreislauf wird angeregt und wir fühlen uns fit. Um noch einen drauf zu setzen, schickt das Immunsystem Abwehrzellen durchs Blut. Küssen stärkt die Abwehrkräfte. Beim Küssen findet also nicht nur Silvester im Gehirn statt, auch das Immunsystem feiert eine Party.

Filmtipp:

Der Kuss verrät, ob er Frosch oder Traumprinz ist. Es kann aber auch ganz anders kommen wie in Disneys «Küss den Frosch».

Ein schlechter Kuss und das Date ist gelaufen

Was macht Clara nachdem sie Thomas verabschiedet hat? Sie telefoniert gleich mit ihrer besten Freundin und berichtet über Erfolg oder Misserfolg des ersten Kusses: Wie hat er sie geküsst? War es sanft oder wild? Hatte er die Augen auf oder zu? Küssen ist ein wichtiges Thema. Trifft der Kuss nicht den persönlichen Geschmack, ist das Date gelaufen. Hat der Kuss des anderen überzeugt, ist er potentielle Traumpartner. Doch was ist dran am Kuss? Gibt er wirklich so viel Aufschluss über das Gelingen oder Nichtgelingen einer Beziehung?

Männer und Frauen küssen aus verschiedenen Gründen

Die Bedeutung eines Kusses ist bei Mann und Frau unterschiedlich. Frauen fragen sich beim Küssen, ob der Mann für eine Beziehung taugt. Ist er zu verkrampft, ist er vielleicht auch sonst sehr spiessig? Schlabbert er drauflos, ist er vielleicht generell zu übereifrig? Während Frauen beim Küssen von einer gemeinsamen Zukunft träumen, wünschen sich Männer anschliessenden Sex. Das belegt eine Studie der Kulturanthropologin Ingelore Ebberfeld. Männer würden mit Sex im Hinterkopf küssen, Frauen könnten sich hingegen auch wildes Knutschen ohne Sex vorstellen, so Ebberfeld  gegenüber der NZZ. Die Befragung von 500 Personen ergab ausserdem, dass Männer weniger gern küssen als Frauen. Vor die Wahl gestellt, ob sie auf Sex oder aufs Küssen verzichten würden, würde die Mehrzahl der Männer auf das Küssen verzichten, so die Kussforscherin.

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