Das gehört in ein Beratungsgespräch beim Frauenarzt

Mangelt es an Aufklärung über die Anti-Baby-Pille?

Wie lässt sich in Anbetracht dieser Risiken der sorglose Umgang junger Frauen mit der Anti-Baby-Pille erklären? Es scheint fast so, als würden die Frauen nicht genügend informiert werden. Hier sind die Frauenärzte gefragt, ausreichend über hormonelle Verhütungsmethoden aufzuklären.

Was gehört in ein Beratungsgespräch zur Anti-Baby-Pille?

  • Die Kontrolle der Blutdruckwert

  • Die Empfehlung nicht zu rauchen

  • Bei Übergewicht die Empfehlung zur Gewichtsreduktion

  • Eine Analyse der Krankheitsgeschichte der Patientin und ihrer Familie. Laut Frau PD Dr. Merki müsse von der Pille abgeraten werden, wenn ein Verwandter ersten Grades unter 50 Jahren bereits eine Thrombose hatte. Denn dann bestehe das Risiko einer genetischen Veranlagung.

  • Auch ohne Krankheitsfälle in der Familie sollten Neustarter besser mit einer Pille der zweiten Generation beginnen.

  • Hinweis auf die Symptome einer Thrombose. Diese sind nach PD Dr. Merki einseitige Schmerzen im Bein und Beinschwellungen. Im Falle einer durch Thrombose ausgelösten Lungenembolie sind die Anzeichen dafür Atemnot und Schmerzen beim Atmen oder in der Brust.

Doch selbst nach einer gründlichen Aufklärung durch Frauenärzte bleibt ein Restrisiko bestehen. Wer auf hormonelle Verhütungsmethoden verzichten möchte, kann aber zu Alternativen greifen – beispielsweise zu Kondom, Kupferspirale oder das Diaphragma. Die Mehrheit, insgesamt 65 Prozent aller Schweizerinnen, verhütet jedoch mit der Pille und zeigt, wie selbstverständlich sie eingenommen wird.

Im Anbetracht ihrer Geschichte erstaunt dies nicht. Nach der Erfindung der Anti-Baby-Pille im Jahr 1960 entwickelte sich ein regelrechter «Pillen-Boom». Sie galt als feministische Errungenschaft und als Mittel der sexuellen Selbstbestimmung der Frau. Die Entscheidung für oder gegen die Pille sollte allerdings in vollstem Bewusstsein der Nebenwirkungen getroffen werden. Denn die Pille garantiert nur dem Mann folgenlosen Sex und setzt die Frau körperlichen Risiken aus. Um eine weibliche Selbstbestimmung garantieren zu können, bedarf es aber einer umfassenden Aufklärung und dem vollständigen Wissen darüber, was frau täglich zu sich nimmt.

Text: Naomi Stocker

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