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Migräne: Behandlung und Vorbeugung

Diagnose und medikamentöse Behandlung von Migräne

Leiden Sie regelmässig unter Kopfschmerzen, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Denn je nach Kopfschmerzart empfehlen sich unterschiedliche Behandlungsmethoden. Der Arzt wird anhand der Analyse Ihrer Krankengeschichte, der so genannten Kopfweh-Anamnese, die genaue Kopfschmerzenform ermitteln. Zusätzlich werden Migräne-Patienten häufig gebeten ein Kopfschmerz-Tagebuch zu führen, indem notiert wird wann, wie häufig, in welcher Form und wie lange die Kopfschmerzattacken auftreten. Diese Daten unterstützen den Arzt bei der Auswahl und Dosierung der Medikamente. Welches die beste Behandlungsmethode gegen Migräne ist, bereitet aber auch der Medizinforschung Kopfschmerzen. Handelt es sich um Migräne, kann diese durch verschiedene Medikationen und Massnahmen gelindert und reduziert, bei derzeitigem medizinischen Wissensstand jedoch nicht geheilt werden. Zur Linderung akuter Migränebeschwerden werden in der Regel spezifische Migräne-Medikamente, sogenannte Triptane (z.B. Sumatriptan, Naratriptan oder Eletriptan), verschrieben, die  die Blutgefässe wieder verengen und Entzündung lindern. Teilweise kommen bei leichter bis mittelschwerer Migräne kurzfristig auch unspezifische schmerz- und entzündungshemmende Mittel wie Aspirin, Paracetamol oder Ibuprofen zum Einsatz. Diese sollten jedoch nicht dauerhaft eingenommen werden.

Migräne-Behandlung und Vorbeugung ohne Medikamente

Bei akuten Beschwerden gilt die Reizabschirmung als oberstes Gebot. Bei Migräne-Attacken sollten sich Betroffene in ruhige und abgedunkelte Räume zurückziehen und sich möglichst nicht körperlich betätigen, weil dies die Kopfschmerzen intensiviert. Manchen Betroffen helfen zusätzlich Aromatherapien und auf der Stirn aufgetragenes Pfefferminzöl. Da Migräne hauptsächlich durch Stress bzw. Überreizung ausgelöst wird, können Migräne-Patienten versuchen die Häufigkeit der Kopfschmerzattacken durch Entspannungsmethoden und Stressbewältigungsmethoden zu reduzieren. Zur Vorbeugung von Migräne haben sich insbesondere folgende Massnahmen empfohlen:

  • Regelmässig Sport treiben, insbesondere Ausdauersport
  • Regelmässiger Tagesablauf und regelmässige Mahlzeiten
  • Autogenes Training bzw. Stressbewältigungstraining
  • Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen
  • Biofeedback-Training
  • Akupunktur oder Massagen
  • Yoga oder Meditation
  • Die Reize meiden, die Ihre Migräne auslösen
  • Kälte- oder Wärmewickel
  • Genügend Ruhe und Schlaf bei Dunkelheit

Akupunktur zur Migräne-Prophylaxe

Die Wirkung der Akupunktur auf Migräne-Patienten wurde in verschiedenen Studien untersucht und für ebenso wirksam wie medikamentöse Vorbeugungsmassnahmen (z.B. Betablocker) befunden. Sie konnte gemäss aktueller Studien bei 50 Prozent der Patienten eine Verringerung der Anfälle und Intensität von Migräne bewirken. Daher wird die Akupunktur inzwischen als zusätzliche prophylaktische Behandlung von Medizinern empfohlen. Überraschend ist dabei, dass es anscheinend keine Rolle spielt ob die Akupunktur nach der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) durchgeführt wird oder ob es sich um eine sogenannte Scheinbehandlung (unkorrekte Platzierung der Akupunktur-Nadeln nach TCM) handelt.

In einer Studie der Universität Duisburg wurden 950 Migräne-Patienten unterschiedlichen Migräne-Behandlungen unterzogen. Die erste Gruppe wurde mit Akupunktur nach den Methoden der traditionellen chinesischen Medizin behandelt, die zweite nur mit einer Schein-Akupunktur, die die Akupunktur-Nadeln willkürlich platzierte (Placebo), die dritte Gruppe erhielt die gängigen Migräne-Medikamente. Mithilfe der vorschriftsmässigen Akupunktur nach der TCM erlebten 47 Prozent der Patienten nur noch halb so viele Migräne-Attacken. Dasselbe war bei 39 Prozent der Patienten der Fall, die eine Scheinakupunktur erhielten. Bei den Patienten, die täglich Medikamente einnahmen, konnten 40 Prozent ihre Kopfschmerzattacken um die Hälfte reduzieren.

Bild: iStock

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