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Let the sun shineTageslichtlampen sind unsere Winterblues Rettung

Wir fühlen uns schlapp, sind schlecht gelaunt und haben ständig Appetit auf Süssigkeiten. Diagnose: Winterblues. Und dagegen hilft nur eines: Licht. Mit Tageslicht- und Rotlichtlampen zaubern wir's uns selbst.

Frau mit Sonnenschein im Gesicht

Ein Wintertag mit strahlend blauem Himmel und einer verschneiten Zuckerbäckerlandschaft ist herrlich. Aber leider meistens nicht die Realität. In Wahrheit ist der Winter oft kalt, nass und dunkel. Und wenn das Quecksilber derart sinkt, erreicht auch unsere Laune den Tiefpunkt. Das ist normal. Was jetzt helfen kann, ist eine grosse Portion Licht. 

Lichtmangel Fakten

Wir sind im Winterschlafmodus

Ist das ein Scherz – Winterschlaf? Nein, sondern ein Relikt der Evolution. Der Körper schaltet quasi in den Energiesparmodus. Der Stoffwechsel verlangsamt sich, wir schlafen mehr und fühlen uns auch mental müde. Zur Steinzeit war eine solche Ruhephase gewiss noch sinnvoll. Doch heute fehlt uns dadurch die Energie für den Alltag. Und die Lebensfreude ebenso. 

Lichtmangel: Darum fühlen wir uns jetzt so schlapp

Der Grund für das Dauertief liegt zu einem Grossteil an den Lichtverhältnissen des Winters. Unser Körper braucht Sonnenlicht zur Hormonproduktion. Je weniger Tageslicht wir bekommen, desto weniger Aktivitäts- und Glückshormone werden produziert. Zum Vergleich: Im Sommer erreichen wir selbst an bedeckten Tagen eine natürliche Helligkeit von 20.000 Lux; an wolkenlosen Tagen können es bis zu 100.000 Lux sein. Im Winter haben wir hingegen selbst mittags lediglich maximal 6000 Lux. 

Tageslichtlampen: Vitalität durch Kunstlicht

Tageslichtlampen wollen unsere Laune und Vitalität im buchstäblichen Sinne aufhellen. Hochwertige Modelle arbeiten mit einer Intensität von circa 10.000 Lux – also deutlich mehr, als es das Tageslicht im Winter auf natürliche Weise erreicht.

Tageslichtlampen und Lichttherapie: Was bewirken sie?

Unzählige Studien konnten den positiven Effekt von Tageslichtlampen bereits nachweisen. Die Bildung von Aktivitätshormonen wird angeregt, wodurch wir uns nicht nur fitter, sondern auch fröhlicher fühlen. Auch die Konzentration nimmt zu. Und der Appetit auf Süssigkeiten nimmt ab. Das Verlangen nach Zucker ist nämlich oft nichts weiter als der Wunsch nach einem Energiekick, der durch eine Insulin-Ausschüttung kurzzeitig erzeugt wird. Danach aber leider umso schneller und deutlicher wieder abflacht.

Lichtdusche: Wie soll man Tageslichtlampen anwenden?

Tageslichtlampen erreichen ihren wohltuenden Effekt erst durch regelmässige Anwendung. Man spricht bei dieser Art der Anwendung auch von einer Lichttherapie. Circa nach zehn Tagen lassen sich erste positive Effekt feststellen. Wer die Möglichkeit hat, tauscht seine Büro- oder Arbeitslampe gegen eine Tageslichtlampe aus, um der wohltuenden Helligkeit möglichst häufig ausgesetzt zu sein.

Aber auch mit separaten Steh- oder Tischleuchten lässt sich eine Lichttherapie durchführen. Am besten wendest du die Tageslichtlampe täglich – und zwar idealerweise morgens – an. Als Teil der Morgenroutine ist der Vital-Effekt nämlich am grössten. Setz dich einfach für circa 20 bis 30 Minute vor die Lampe und geniesse die «Lichtdusche». Die Augen sollten dabei geöffnet bleiben, da die Lichtenergie über die Netzhaut aufgenommen wird. Ebenfalls wichtig: Setz dich mit einem Abstand von maximal 50 bis 80 Zentimetern vor die Lampe. Je weiter du weg bist, desto weniger Lux kommen im Organismus an.

Wichtig: Tageslichtlampen nicht abends verwenden

Durch ihre Helligkeit wirken Tageslichtlampen aktivierend auf den Organismus. Ziel der Lichttherapie ist es, natürlich Verhältnisse aus hellen, sommerlichen Tagen nachzuahmen. Wie im natürlichen Tageszyklus sollte auch das künstliche Licht nicht permanent zum Einsatz kommen. In den Abendstunden profitiert der Körper eher von dunklen Lichtverhältnissen, um zur Ruhe und so letztlich leichter in den Schlaf zu finden. 

Vitamin D durch Tageslichtlampen?

Vitamin D ist ein wichtiger Baustein unseres Immunsystems. Es wird vom Körper bei Kontakt mit Sonnenlicht selbst produziert und kann nicht allein durch die Nahrung aufgenommen werden. Leider helfen aber auch Tagelichtlampen nicht bei der Bildung von Vitamin D weiter. Das liegt daran, dass Tageslichtlampen zwar Helligkeit, aber kein Uv-Licht abstrahlen. Uv-Strahlung ist für die Bildung von Vitamin D unerlässlich. Wer sicher gehen will, ausreichend Vitamin D aufzunehmen, erkundigt sich in der Apotheke nach speziellen Vitaminpräparaten.

Infrarotlampe: Wärme als Wohltat

Unsere liebe Sonne ist nicht nur hell, sie ist auch warm. Und wir erinnern uns ganz genau, wie gut sich diese Wärme auf der Haut anfühlt. Verantwortlich für diese Wohlfühl-Temperatur sind infrarote Strahlen, welche den Körper nachweislich vitalisieren. Infrarotlicht regt die Durchblutung an, kann Entzündungen lindern, Muskelverspannungen lösen und uns insgesamt relaxter machen. Übrigens ist diese Infrarot-Wärme nicht mit der Wärme einer Heizung vergleichbar. Während Heizungen lediglich die Raumluft erhitzen, dringt Infrarotlicht als Strahlung in unsere Zellen ein und wärmt unsere Haut und Muskeln quasi von innen.

Vorsicht bei der Anwendung von Rotlichtlampen

Den Wohlfühl-Effekt von Rotlicht darf man sich im Winter ruhig öfter gönnen. Bis zu drei Sitzungen von circa 20 Minuten pro Tag können durchgeführt werden. Vorsicht ist lediglich bei den Augen geboten. Infrarotlicht kann die Augen schädigen. Selbst geschlossene Augen bieten bei langfristiger Anwendung keinen voll umfänglichen Schutz. Idealerweise trägt man eine spezielle Schutzbrille. Und dann kann man die Wärme ungestört geniessen. So lange bis die echte Sonne endlich wieder unsere Haut küsst. Wir können es kaum erwarten.

Titelbild: Pexels

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