Quiet vacation Wie Millennials Urlaub machen

Immer mehr Arbeitnehmende nehmen sich heimlich Auszeiten, ohne offiziell Urlaub zu beantragen. Dieser Trend, bekannt als «stealth PTO» oder «hush trips», zeigt, wie dringend eine Veränderung der Unternehmenskultur notwendig ist.

Quiet vacation
Quiet vacation kann im eigenen Garten sein. © Olezz0 / iStock / Getty Images Plus

In der heutigen schnelllebigen Arbeitswelt suchen viele nach Möglichkeiten, dem Stress zu entfliehen, ohne dabei ihre Karriere zu gefährden. Ein neuer Trend hat sich etabliert: Quiet Vacationing, auch bekannt als stealth PTO oder hush trips. Dabei nehmen Arbeitnehmende heimlich Auszeiten, ohne diese offiziell zu melden. Sie simulieren ihre Anwesenheit durch Tricks wie nächtliches Versenden von E-Mails oder das Bewegen des Mauszeigers, um online zu erscheinen. Eine Umfrage aus den USA zeigt, dass fast 4 von 10 Millennials bereits einen solchen Stealth-Urlaub gemacht haben. Doch was sind die Gründe für dieses heimliche Verhalten und wie können Arbeitgeber darauf reagieren?

Die Gründe für den Trend

Quiet Vacationing ist ein Symptom für tiefere Probleme in der Arbeitswelt. Arbeitnehmer fürchten Jobverlust oder negative Konsequenzen, wenn sie offiziell Urlaub nehmen. Diese Angst ist besonders bei Millennials weit verbreitet. Sie berichten auch von Schuldgefühlen, ihre Kollegen mit der eigenen Arbeit zu belasten, und sorgen sich, wichtige Chancen zu verpassen, wenn sie nicht ständig erreichbar sind. Diese Bedenken führen dazu, dass sie heimlich eine Auszeit nehmen, anstatt den offiziellen Weg zu gehen.

Stress und starre Regelungen als Hauptursachen

Ein weiterer Grund für diesen Trend ist der immense Stress, dem viele Arbeitnehmende ausgesetzt sind. Burnout ist in vielen Branchen zu einem ernsthaften Problem geworden, und starre Urlaubsregelungen verschärfen die Situation. Arbeitnehmende, die sich keine flexible Auszeit nehmen können, greifen daher auf Quiet Vacationing zurück.

Lösungen für eine bessere Unternehmenskultur

Experten raten Arbeitgebenden, diese Probleme an der Wurzel zu packen. Es ist essenziell, eine Unternehmenskultur zu schaffen, in der Mitarbeitende sich wohlfühlen, offiziell Urlaub zu nehmen. Transparente Urlaubsrichtlinien, Ermutigung durch Führungskräfte und der Abbau von Stigmata rund um Auszeiten sind wichtige Schritte. Nur so können Unternehmen verhindern, dass ihre Mitarbeiter zu heimlichen Auszeiten greifen müssen.

Fazit: Quiet Vacationing ist ein klarer Indikator dafür, dass in vielen Unternehmen noch viel Nachholbedarf in Sachen Work-Life-Balance besteht. Arbeitgebende sollten die Gründe für diesen Trend ernst nehmen und aktiv daran arbeiten, ihre Unternehmenskultur zu verbessern. Wenn Mitarbeitende sich sicher fühlen, ihren Urlaub offiziell anzumelden, profitieren nicht nur sie selbst, sondern auch das Unternehmen durch gesteigerte Zufriedenheit und Produktivität.

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