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Short NewsSchottland stellt Binden und Tampons kostenlos bereit

Das Parlament in Edinburgh setzt weltweit ein Zeichen: Als erstes Land stimmt Schottland für einen freien Zugang zu Menstruationsprodukten. In der Schweiz kann so ein Entscheid noch auf sich warten lassen.

Tampon

Die Diskussion um die Mehrwertsteuer bei Menstruationsprodukten brodelt seit längerem. Schliesslich handelt es sich bei Tampons und Binden um Artikel, die wir Frauen jeden Monat im Alltag brauchen. Diese dann auch noch mit einer hohen Steuer zu behaften, ist dreist.

Zum Vergleich: In Deutschland wurden Menstruationartikel bis 2019 sogar wie Luxusgüter mit 19 Prozent besteuert. In der Schweiz gehört Kaviar zu den «lebensnotwenigen» Gütern, die reduziert besteuert werden. Für Tampons gelten noch die 7,7 Prozent.

Die Diskussion führte in vielen Ländern zu der Forderung, dass diese Steuer abgeschafft oder gesenkt werden muss. 

Es ist nicht fair, Frauen für eine natürliche Körperfunktion finanziell zu bestrafen.

Schottland geht nun sogar einen Schritt weiter. Das Parlament in Edinburgh beschloss einstimmig, dass Menstruationsprodukte für alle Frauen kostenlos zugänglich sein sollten. Für Schülerinnen und Studentinnen war das schon seit 2018 der Fall. Das Gesetz ist ein klares Zeichen für die Gleichheit der Geschlechter. Es sei nicht fair, Frauen für eine natürliche Körperfunktion finanziell zu bestrafen, sagte die Politikerin Alison Johnstone bereits Anfang des Jahres gegenüber «USA today».

Die lokalen Behörden sind in Schottland künftig dazu verpflichtet, entsprechende Artikel unentgeltlich bereitzustellen, schrieb die BBC am Dienstag. 

Und in der Schweiz?

SP-Nationalrat Jacques-André Maire forderte Anfang des Jahres, eine Senkung des Mehrwertsteuersatz für «Damenhygieneartikel» von 7,7 auf 2,5 Prozent. Dem muss der Ständerat jedoch noch zustimmen. 

Die Forderung von Maurane Riesen (PSA) und Tamara Funiciello (SP) hingegen, Binden und Tampons an Berner Schulen kostenlos zu Verfügung zu stellen, wurde im März zum zweiten Mal abgelehnt.

Titelbild: Getty Images

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