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Klappt das?Fruchtbarkeitsmythen im Check

Gottvertrauen, esoterische Fruchtbarkeitsmassagen, spezielle Diäten, Kräutermixturen und nach dem Zyklus der Frau genau getimter Sex. Wenn der Wunsch nach einem Kind gross ist, wird der Mensch erfinderisch. Doch spielt auch Mutter Natur dabei mit? Wir gehen Fruchtbarkeits-Mythen auf den Grund.

Skurille Mythen ums schwanger werden

Ein Kind zu gebären, gleicht einem Wunder. Noch wundersamer sind jedoch die Methoden, mit denen Paare versuchen, schwanger zu werden.

Anstatt nach dem Sex zu kuscheln wird gebetet, massiert und die Daumen gedrückt. Romantisch ist das nicht. Und nützlich auch nicht. Denn Mutter Natur lässt sich nun mal nicht anfeuern - und erst recht nicht manipulieren.

Mehr als ein amüsiertes Lächeln hat sie für solche Fruchtbarkeits-Rituale nicht übrig. Eine gute Einstellung. Denn genau das ist es, was werdenden Eltern mit Sex-Wahn manchmal verlorengeht.

Besser ist: Lächeln, lesen und liebt weiter. Denn diese Fruchtbarkeitsmythen sorgen für nichts – ausser für Entspannung.

Liegen bleiben und Beine hoch lagern

Eine Frau, die schwanger werden will, sollte sich nach dem Sex bloss nicht bewegen. Leg lieber die Beine hoch. Wer mag hebt auch das Becken leicht an, indem er ein weiches Kissen unter den Po schiebt. Davon wirst du zwar nicht schwanger, aber wenn du Glück hast, hast du einen Partner, der dir in dieser Stellung die Füsse massiert.

Denn zu mehr taugt die Beine-und-Becken-Hoch-Stellung nicht. Der Mythos besagt zwar, dass auf diese Weise, den Spermien das Rennen gegen die Schwerkraft erleichtert wird und sie so leichter zur Gebärmutter finden, doch bisher gab es keine einzige Studie, die diesen Glauben belegt hätte.

Solange aber wenigstens eine Massage dabei rum kommt, ist nichts gegen ein kurzes Füsse hochlegen einzuwenden.

Wunschdenken als Top-Verhütung

Wer sich ein Kind zu sehr wünscht, bekommt keines. Erst, wenn man den Wunsch aufgegeben hat, klappt es. So heisst es jedenfalls oft aus dem Volksmund. Die Anspannung und der Stress, den ein solcher Wunsch mit sich bringt, stünde einer Schwangerschaft entgegen.

Die Wissenschaft kann eine unmittelbare Wirkung von Stress auf die Fruchtbarkeit zwar nicht beweisen, eine Erklärung dieses Mythos könnte dennoch in Sachen Nikotin naheliegen: Wer mehr Stress hat, raucht oft mehr. Dass führt bei beiden Geschlechtern zu verminderter Fruchtbarkeit.

Mehr Stress kann den Hormonhaushalt durchaus beeinflussen, deshalb kann es also zu unregelmässigen Zyklen kommen und der Eisprung wird vielleicht verpasst. Was auch sein kann: Wer viel Stress hat, hat meistens keine Lust auf Sex. Und ohne Lust, kein Sex. Und ohne Sex? Richtig!

Tee und Massagen: So klappt’s?

Tee ist gesund. Und Massagen entspannen. Aber machen diese Genussmittel auch schwanger? Wenn man den plakativen Werbungen für vermeintliche Fruchtbarkeitsmassagen durch speziell ausgebildete Masseure oder durch das Trinken von Wunder-Teesorten, die die Empfänglichkeit ganz bestimmt steigern sollen, glauben möchte, dann ja.

Wenn man nach wissenschaftlichen Belegen sucht, kann man auf eine Schwangerschaft hingegen lange warte – und Tee trinken. Es gibt weder Körperstellen, die geknetet, noch Kräutermischungen, die unbedingt getrunken werden müssen, damit der Storch kommt.

Diese Methoden nützen nichts. Allerdings schaden sie auch nicht. Im Gegenteil: Wer sich wohl fühlt, ist entspannt. Und wer entspannt ist, bekommt (laut Mythos, siehe oben) schneller ein Kind.

Spermien sparen

Wer schwanger werden will, braucht normalerweise nur eines, nämlich Sex. So viel ist klar. Seltsam wird es, wenn man einem Gerücht Glauben schenkt, wonach man nicht täglich Sex haben darf, um schwanger zu werden. Es heisst, man solle die Spermien nicht überfordern, sonst würden sie langsamer.

Abstinenz macht fruchtbar? Klingt unlogisch. Und ist auch nicht wissenschaftlich belegt. Im Gegenteil: Experten des Soroka University Hospitals fanden heraus, dass Spermien eher dann an Geschwindigkeit verlieren, wenn zwischen den Samenergüssen mehr als 48 Stunden vergehen. Von nichts kommt eben nichts. Auch beim schwanger werden.

Der Tag vor und nach dem Eisprung der Frau ist bei vielen Paaren im Kalender rot angestrichen. Schliesslich bleibt nicht viel Zeit. Wer nicht pünktlich zum Eisprung Sex hat, wird nie schwanger. So heisst es jedenfalls seitens diverser Fruchtbarkeitstheoretiker.

Was dran ist? Nicht so viel wie die meisten glauben. Denn Mutter Natur hat keine Stoppuhr. Der Zeitraum der Fruchtbarkeit überdauert einige Tage. Auch ist im diesem Zeitraum keine «Dauerbefeuerung» nötig, da die Spermien bis zu fünf Tage im Leib der Frau überleben und damit vollkommen unterminiert zum Erfolg führen können. Sex pünktlich nach der Stechuhr ist also überflüssig. Zum Glück!

Mission: Missionarsstellung!

Wenn also weder die Häufigkeit, noch der Zeitpunkt des Sexes über die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft entscheidet, dann muss es wohl an der Stellung beim Sex liegen. Jedenfalls, wenn man einer verbreiteten These vertraut, die behauptet, dass man vor allem durch die Missionarsstellung schwanger wird.

Was die Wissenschaft dazu sagt? Bisher noch nichts. Es gibt keine Studien, die einen Zusammenhang zwischen der Sexstellung und der Fruchtbarkeit fanden. Übrigens ebenso wenig, wie zwischen dem Orgasmus der Frau und ihrer Fruchtbarkeit.

Oft wird schliesslich auch behauptet, dass es ohne den weiblichen Höhepunkt nicht zum Kindersegen käme. Auch das ist ein Mythos. Allerdings einer, den man nicht unbedingt aufklären sollte. In gewisser Weise können Mythen nämlich auch ganz nützlich sein, oder findest du nicht?

Mädchen oder Junge: Wie kann man nachhelfen?

Du hättest so gern ein Mädchen? Oder doch lieber einen Jungen? Wir können dir bei der Entscheidung nicht helfen. Wir können aber ein paar Mythen an die Hand geben, wonach du selbst wählen darfst, in welcher Farbe du das Kinderzimmer streichst.

Wissenschaftliche Belege haben wir dafür zwar nicht, aber vielleicht überzeugst du dich selbst. Versuch macht klug. Und mit diesen Tricks wird es angeblich ein...

...Junge!

  • Sex muss exakt am Tag des Eisprungs stattfinden, weil männliche Spermien unpünktliche Frauen nicht ausstehen können.

  • Die Frau sollte einen Orgasmus haben, zur Feier des Tages.

  • Wählen Sie die Löffelchenstellung. Weiss doch jeder, dass männliche Spermien gern auf Silber serviert werden.

  • Der Mann sollte drei Tage vor dem Sex zu einer Ejakulation gekommen sein, weil.... Ja, zu diesem Unsinn fällt uns auch nichts mehr ein!

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...Mädchen!

  • Sex sollte drei Tage vor dem Eisprung stattfinden. Weiss doch jeder, dass Frauen gern auf sich warten lassen.

  • Ein Orgasmus der Frau ist kontraproduktiv. Siehe Geschichte der Frauenunterdrückung.

  • Die Missionarsstellung bietet sich an, schliesslich sind Frauen eine frohe Botschaft, die verkündet sein will.

  • Der Mann sollte vor dem Sex heiss duschen oder baden. Wenn es umgekehrt zur Verhütung hilft, warum dann nicht auch andersrum?

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Bild: iStock

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