KräutergartenKräuter selber pflanzen und mehr Würze in Haus bringen

Kräuter bringen Würze ins Leben. Und wer Kräuter selbst anpflanzt, kann gewiss sein, dass weder chemische Zusätze noch hohe Kosten auf seinem Teller landen. Und was für’s Auge ist auch dabei: Blühende Kräuter sind schöne Hingucker auf Balkonen oder in Beeten. Worauf warten Sie? Zum eigenen Kräutergarten, geht’s hier entlang. 

Wer etwas Würze in sein Leben bringen will, braucht weder einen besonders grünen Daumen, noch einen grossen Garten. Eine bunte Vielzahl von Kräutern lässt sich auch in kleinen Nischen des Gartens oder sogar auf dem Balkon oder in der Wohnung leicht selbst anpflanzen. Ob Rosmarin, Koriander oder Kerbel: Beim Anlegen eines Kräutergartens folgen Sie einfach Ihrem Geschmack – den Rest erklären wir Ihnen. Schritt für Schritt zum DIY-Kräuterbeet.

Kleine Kräuter im grossen Garten

In einem grossen Garten fällt das Pflanzen von Kräutern besonders leicht. Platz ist ausreichend vorhanden. Idealerweise legen Sie aber kein eigenes Kräuterbeet an, sondern setzen die einzelnen Kräuter in die bereits vorhandenen Blumen- oder Gemüsebeete. Da Kräuter meist in kleinen Büscheln wachsen, würden die Proportionen eines eigenen Kräuterbeets in Relation zu den anderen Gewächsen verloren gehen. Nutzen Sie lieber die vorhandenen Flächen ideal aus. Als Begrünung von Wegesrändern, als Trennung zwischen zwei Gemüsebeeten oder im Vorgarten sparen Kräuter Platz und bieten zudem eine optische Auflockerung des Gartenbildes. Achten Sie bei der Wahl des Standorts jedoch unbedingt darauf, dass die Kräuterbüschel gut erreichbar sind. Pflanzungen an Beeträndern eignen sich daher besser, als eine Platzierung in der Beetmitte.

Gut kombiniert: Kräuter mit Nebeneffekt

Kräuter nicht separat, sondern integrativ ins Gemüsebeet zu pflanzen, hat neben einer effizienten Nutung des Platzes, einen weiteren, positiven Nebeneffekt. Denn Insekten und andere Schädlinge, wie Schnecken oder Mäuse, lassen sich bei der Suche nach Nahrung meistens vom Duft eines bestimmten Gemüses locken. Indem man für die Verbreitung vielfältiger Aromen sorgt, die das Ungeziefer irritieren oder abschrecken, gelingt es, die Schädlinge vom Frass an den empfindlichen Pflanzen abzuhalten. Einige Kräuter, wie Thymian, Lavendel, Salbei, Currykraut oder auch Schnittlauch verströmen ätherische Öle, deren Geruch Ameisen, Schnecken und Läusen derart stinkt, dass sie sich vom Beet fern halten.

Balkongarten: Kräuter auf kleinstem Raum

Um einen Kräutergarten zu pflanzen, braucht man jedoch nicht unbedingt eine grosse Fläche, sondern viel eher gute Ideen. Wer geschickt plant, macht auch aus seinem kleinen Balkon, der Fensterbank vor der Küche oder der Terrasse ein blühendes Kräuterbeet. Arbeiten Sie dabei in allen Dimensionen, die der vorhandene Platz zu bieten hat. Nicht nur auf dem Boden sehen Kräutertöpfe und Kübel gut aus. Auch am Geländer, an den Wänden oder auf Tischen wirken grüne Prachtgewächse toll. Besonders geeignet für den Balkongarten sind Stellagen, auf denen Sie Topfpflanzen in mehreren Etagen drapieren und so individuellen Standortwünschen (schattig, sonnig, luftig, windstill) nachkommen können.

Grüne Fensterbank: Kräuter in der Wohnung pflanzen

Wer keinen Balkon oder Garten hat, muss nicht auf den Kräutergarten verzichten. Bestimmte Kräutersorten lassen sich auch gut in kleinen Blumentöpfchen auf der Fensterbank ziehen. Vor allem mediterrane Kräuter wie Basilikum, Oregano, Salbei, Lavendel schätzen die wohlig-warme Umgebung, wenn sie sich am Südfenster in der Sonne baden dürfen.

Mobile Beete: Kräuter in Töpfen

Wer den passenden Topf für seine Kräuter sucht, kann grundsätzlich den persönlichen Geschmack entscheiden lassen. Zu beachten ist lediglich, dass das jeweilige Gefäss eine ausreichende Grösse für die gewünschte Kräutersorte aufweist. Grundsätzlich ist mehr Platz vorteilhafter, als zu enge Töpfe. In der Materialwahl scheiden sich die Geister: Durchlässige Materialien (z.B. unlasierter Ton)  bieten den Vorteil einer optimalen Belüftung und wirken Staunässe entgegen. Andererseits bieten undurchlässige Materialien (z.B. Plastik oder Keramik) Schutz vor Vertrocknungen.

In jedem Fall ist auf eine optimale Drainage durch Abflusslöcher zu achten. Besonders sonnige Balkone sind übrigens mit hellen Töpfen besser beraten, als mit dunklen Gefässen. Letztere speichern die Wärme des Sonnenlichts nämlich intensiver, so dass Wasser schneller verdunstet und die Wurzeln einen Hitzeschock erleiden könnten.

Bester Boden: Kräuter richtig erden

Kräuter und Nutzpflanzen stellen andere Anforderungen an die Bodenbeschaffenheit, als Zierpflanzen. Erde für den Kräutergarten enthält weniger Säure, dafür aber mehr Nährstoffe als Blumenerde. Verwenden Sie daher ausschliesslich spezielle Kräuter- oder Gemüseerde für Ihren Kräutergarten. Wer keine fix-fertige Erde kaufen möchte, kann auch selbst ein Substrat anmischen: Dafür vermischen Sie je eine halbe Portion Perlit und Vermiculit mit einer Portion Gartenerde, 2 Portionen Torfmoos und 1 Portion Kompost – fertig ist die Erde für den Kräutergarten.

Pflege des Kräutergärtens

Balkonkräuter können wegen der begrenzten Wachstumsmöglichkeiten des Wurzelwerks und der geringen Menge an Erde auf keinerlei Versorgungsvorräte zurückgreifen. Eine regelmässige Versorgung von Aussen ist daher unerlässlich. Das Beimischen von Langzeitdünger oder die regelmässige Beigabe von Nährstoffen durch das Giesswasser zählt zu den ersten Pflichten des Kräutergärtners. Auch tägliche Kontrollen des Wasserstandes sind wichtig.

Wässern Sie die Kräuter morgens und am frühen Abend. Beim Giessen in der Mittagssonne könnten Wassertropfen einen Lupeneffekt haben und zum Verbrennen der Kräuter führen. Auch zu spät am Abend sollte nur selten gegossen werden, da kühle Temperaturen und mangelnde Sonne die Pflanze feucht halten und das Entstehen von Pilzkrankheiten begünstigen. Achten Sie auch darauf nict zu übergiessen. Kräuterlieben feuchte Erde, Staunässe hingegn gar nicht. Bei Kräutern, die in grosse Beete eingepflanzt werden ist die Pflege weniger aufwendig. Ideal für die Kräuterzucht sind leichte, humusreiche Böden. Sie speichern ausreichend Nährstoffe und Wasser, so dass eine Versorgung von Aussen nur im Bedarfsfall nötig ist.

Auch wenn es insbesondere mediterrane Kräuter trockener mögen, zu sandige Böden oder zu schwere, nasse Tonböden sind für die meisten Kräuter hingegen ungeeignet. Wer hier dennoch sein Kräuterglück versuchen möchte, verfestigt den Sandboden durch zu Zugabe von Kompost, den Tonboden lockert man hingegen durch das Beimischen von Sand auf. Ansonsten brauchen Kräuter nur eines: Viel Liebe ihrer Gärtner. Und vielleicht ein tolles Rezept, bei dem sie ihre Aromen voll zur Geltung bringen können.

Bild: iStock

Weitere Artikel