Pixel

Ex stalken: Wenn die Neugier zur Sucht wird

Facebook verführt uns zum Spionieren

Soziale Netzwerke wie Facebook erleichtern den Drang die eigene Neugier zu stillen. Sie machen aber auch etwas anderes deutlich schwerer – nämlich die Trennung zu verarbeiten. Inzwischen gibt es mehrere Studien, die belegen, dass es den Liebeskummer verlängert, wenn man seinen Ex auf Facebook stalkt. Man muss dafür nicht mal alte Bilder ansehen, denn laut der Studie genügt es schon in seiner Freundesliste zu schnüffeln und zu sehen, mit wem der Verflossene Kontakt hält. Wer seinen Ex stalken will, ärgert und nervt diesen zwar, verletzt sich selbst am Ende aber am meisten. Trotzdem kann es fast ein Drittel der Facebook-User nicht lassen, den Ex-Partner digital auszuspionieren. Mehr noch: Vielen Menschen geht es ähnlich wie Marie. Sie sind regelrecht besessen davon.

Was ich weiss, macht mich heiss!

Bei Marie ist die Spionage-Sucht schon fast zu einem Selbstläufer geworden. Inzwischen kann sie kaum noch sagen, warum sie ihrem Ex nachschnüffelt. Anfangs wollte sie sehen, wie es ihm geht. Dann wollte sie sehen, welche Frauen er trifft. Sie hat sich gefragt, was die wohl haben, was sie nicht hat. Doch all das ist Marie inzwischen gar nicht mehr so wichtig. Sie ist auch gar nicht mehr eifersüchtig. Sie selbst vergleicht ihren Drang zum Stalken vielmehr mit der Neugier nach Klatsch und Tratsch. «So wie andere People-Magazine lesen und damit in den Privatleben von Promis rumschnüffeln, spioniere ich halt meinem Ex hinterher. Irgendwie macht es Spass mir darüber das Maul zu zerreissen. Es gibt doch sonst nichts, was ich mich aufwühlt. Vielleicht geht es einfach darum, die Langeweile und Leere zu vertreiben», erklärt sie ihr Verhalten.

Neue Verführer statt alte Verflossene

Als beste Freundin habe ich Marie auf ihr Spionage-Gehabe angesprochen und erklärt, dass ich mir Sorgen mache. Zwar sehe ich, dass Marie nicht mehr unter der Trennung leidet und ihren Ex auch nicht zurück haben will, trotzdem glaube ich, dass das Spionieren ein Ende haben muss. Es gebietet nicht nur die Höflichkeit, dass man einen anderen Menschen nicht ausspioniert – man tut auch sich selbst keinen Gefallen. Die Energie und Zeit, die es Marie kostet, ihren Ex stalken zu können, fehlt ihr an anderer Stelle. Ihr Ex ist nicht umsonst ihr Ex. Er ist Teil ihrer Vergangenheit. Eine Akte, die sie schliessen sollte. Selbst, wenn sie ihn irgendwie für immer im Herzen behalten wird, muss dort auch Platz für einen neuen Traumprinzen geschaffen werden. Denn den gibt es! Allerdings nicht auf der Facebookseite ihres Ex-Freundes, sondern irgendwo sonst da draussen. Also weg von den Rechnern und Schluss mit den Verflossenen. Und auf zu neuen, spannenden Menschen!

Foto: iStock

Mehr dazu