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Leserfragen an Dania Schiftan«Ich blute beim Sex – was kann das sein?»

Blutungen beim Sex sind nicht nur unangeneh, sie können auch Anzeichen für ernshafte gesundheitliche Probleme sein. Manchmal sind die Gründe dafür aber auch naheliegend und harmlos. Sexologin Dania Schiftan klärt auf.

Blutungen beim Sex

Liebe Dania

Seit einiger Zeit habe ich regelmässige Blutungen nach dem Sex. Manchmal nur ganz schwach, aber zum Teil sind sie so heftig, als ob ich mitten in meiner Periode wäre.

Das ist mir unheimlich unangenehm und natürlich mache ich mir auch ein wenig Sorgen. Schmerzen habe ich allerdings keine und habe bisher auch noch nie irgendwelche andere Probleme beim Sex gehabt. Was könnte der Grund dafür sein?

Anonym, 26

Über Dania Schiftan

Dania Schiftan beantwortet Leserfragen

Als Dr. in Sexologie (USA) und Psychotherapeutin (FSP, Eidg. anerkannt) mit eigener Praxis in Zürich arbeitet Dania Schiftan seit 2008 als selbständige Sexual- und Psychotherapeutin.

Nebst ihrer Praxistätigkeit bietet Dania Schiftan seit einigen Jahren auch eine Online Therapie an.

Hier geht es zu Dania Schiftans Webseite.

Liebe anonyme Fragende

Blutungen nach dem Sex sollte man immer beim Gynäkologen abklären lassen. Sie können ein Hinweis auf gesundheitliche Probleme wie eine Entzündung oder eine Erkrankung sein. Um was genau es sich handeln könnte, kann ich dir leider nicht sagen – das ist nicht mein Fachgebiet und jede Nennung wäre somit reine Spekulation.

Warst du aber bereits beim Gynäkologen, hast alles abgeklärt und es wurde nichts gefunden, so könnte die Ursache der Blutungen beispielsweise auch sein, dass du, ohne es zu merken, beim Geschlechtsverkehr zu wenig feucht warst und etwas durch die Reibung reagiert hat – das kann eine Schleimhaut sein, oder eine feine Ader, die sich im Gebärmutterhals befindet und geplatzt ist.

Das trockene Scheidenklima kommt speziell bei Frauen nach der Geburt oder in der Stillzeit vor, aufgrund der hormonellen Situation. Aber auch bei anderen Frauen, die dünne oder gereizte Schleimhäute haben. Wichtig ist dann, beim Geschlechtsverkehr sehr viel Gleitmittel zu benutzen. Und dies nicht nur am Anfang, sondern auch während und nach dem Sex. 

Aber auch bei anderen Frauen, die dünne oder gereizte Schleimhäute haben. Wichtig ist dann, beim Geschlechtsverkehr sehr viel Gleitmittel zu benutzen. Und dies nicht nur am Anfang, sondern auch während und nach dem Sex. Optimal wäre sogar eine tägliche Pflege, bei welcher das Geschlecht aussen wie innen einmassiert wird.

Bei vielen Frauen gehört das Eincremen von Kopf bis Fuss zur morgendlichen Routine, doch die meisten vergessen dabei ihr Geschlecht miteinzubeziehen.

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Bei vielen Frauen gehört das Eincremen von Kopf bis Fuss zur morgendlichen Routine, doch die meisten vergessen dabei ihr Geschlecht miteinzubeziehen. Dieses hat aber eine Haut wie der restliche Körper auch, und es ist wichtig, dass man dieser ebenso Sorge trägt, sie einreibt, massiert und so weiter.

Zudem kann man diese Momente nutzen, die Scheide besser kennenzulernen, indem man mit den Fingern eindringt, auch von innen eincremt, schaut, wie sich das anfühlt, damit die Verbindung mit dem Geschlecht immer besser wird.

Was die Blutungen auch hervorrufen kann, sind Form und Grösse des Penis’ des Mannes. Es kann sein, dass der Penis an Orte gelangt, welche mit den Fingern noch nicht in Kontakt gekommen sind. Die Haut reagiert dort erst einmal viel empfindlicher als an anderen Stellen. Das kann dazu führen, dass es beim Geschlechtsverkehr mit dem einen Mann zu Blutungen kommt, mit dem anderen aber nicht.

Aber auch dort gilt: je kompetenter du mit deinem eigenen Körper wirst, je öfter du mit den Fingern die ganze Scheide bis in die Tiefe massierst, desto weicher und flexibler wird diese Haut.

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Alle Leserfragen an Dania Schiftan:

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Titelbild: Erol Ahmed/Unsplash

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