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KamasutraDie Liebeskunstlehre von A-Z

Von vorne, von hinten, über Kreuz, über Kopf. Die Sexstellungen des Kamasutra haben das europäische Sexleben akrobatischer gemacht. Doch in dem Buch steckt weit mehr als nur blanker Sex. Hier erfahren Sie alles über das Kamasutra von A bis Z!

Kamasutra-ABC

Die «Affenstellung», der «gefütterte Pfau», die «Entenstellung» – das Kamasutra hat mit seinen phantasievollen Sexposen Europas Betten erobert. Dabei stehen die genauen Sexpraktiken gar nicht im Mittelpunkt des Buches. Die ersten Übersetzer des Kamasutras wollten die Erotik damit jedoch von den Fesseln christlicher Moral befreien. Die daraus entstandene Sexbibel prägt Europa bis heute. Neuere Übersetzungen des Kamasutras zeigen jedoch, dass es mehr als eine Anleitung zu verknoteten Sexposen ist. Vielmehr geht es um die verschiedenen Wege der Verführung und die Steigerung der Lust, «Kama» heisst das Zauberwort.

Dem Kamasutra liegt der altindische Glaube zugrunde. Dem Hinduismus zufolge, müssen wir im Leben vier Güter erwerben: «Dharma» (Rechtschaffenheit), «Artha» (Reichtum), «Moksha» (Erlösung) und schliesslich «Kama» – der sinnliche Genuss. Das Kamasutra befasst sich speziell mit dem Genuss von Liebe und Sex. Was steht nun genau drin? Wir haben für Sie alle wichtigen Kamasutra-Facts zusammengestellt – aufregende Sexposen inklusive:

A wie Affenstellung: Hierbei klammert sich die Frau wie ein Äffchen an ihren Mann. Arme und Beine umschlingen ihn. Durch sanftes Vor- und Zurückbewegen erreichen beide eine besonders zärtliche Intimität.

B wie Bauchtanz: Nicht umsonst liegt beim einem indischen Sari-Gewand ein Stück des Bauches frei: Der Bauch gilt in Indien als eines der sinnlichsten Körperteile der Frau. Wenn Sie einen Striptease mit einem orientalischen Bauchtanz verbinden, entsteht zwischen Ihnen und Ihrem Partner eine ganz besondere Magie!

C wie Chakra: Nach der indischen Chakra-Lehre verbergen sich in unserem Körper sieben Energien. Werden diese aktiviert, erleben wir eine erotische Nacht voller Sinnlichkeit.

D wie «Den Pfau füttern»: Der Mann steht. Die Frau umklammert seine Hüften mit ihren Beinen. Wenn der Mann sich kurz von der Anstrengung erholen will, beginnt er den «Pfau zu füttern»:  er setzt die Frau kurz ab und liebkost sie zärtlich. Haben beide genug verschnauft, machen Sie weiter bis zum Höhepunkt.

E wie Ethik: Das Kamasutra gibt sowohl Anweisungen für erotische als auch ethische Lebensweisen. Neben den Sexstellungen geht das Buch Knigge-artig auf das Verhalten von Ehemann und Ehefrau zueinander ein.

F wie Füsse: In der indischen Liebeskunst kommen gepflegte Füsse besonders erotisch zum Einsatz. Im Kamasutra stimuliert der Mann häufig mit seinem grossen Zeh die Klitoris seiner Partnerin. 

G wie Geruch: Im Kamasutra wird die Nase als eines der wichtigsten Sinnesorgane beim Sex angesehen. Der Körper wird daher reichlich mit anregenden, pflanzlichen Duftölen eingerieben, bevor es zum sexuellen Akt kommt.

H wie Haare: Der Sexbibel zufolge gehen von den Haaren besondere Kräfte aus. Durch binden oder lösen der Haare können verschiedene Kräfte freigesetzt werden. Eine Frau, die ihr hochgestecktes Haar öffnet, strahlt erotische Kräfte aus. Vor allem sollten die Haare der Frau aber gut riechen und geschmückt sein.

I wie Indrani: Wollen Sie einen himmlischen Orgasmus erleben, empfiehlt das Kamasutra die Stellung «Indrani», die nach der Frau des Gottes Indra benannt ist. Wie machen es indische Götter? Der Mann kniet. Die Frau liegt auf dem Rücken vor ihm winkelt ihre Knie an. Beim Eindringen hebt der Mann ihre Hüfte.

J wie Jaaaaaaa! Das Kamasutra weiss, wie man den erotischen Genuss zum Höhepunkt bringt. Die Sexposen garantieren jede Menge Sinnlichkeit und intensive Orgasmen.

K wie Küssen: Das Kamasutra unterscheidet vier Kusstypen: Der direkte Kuss, bei dem sich beide stürmisch aufeinander stürzen. Der geneigte Kuss, bei dem beiden ihren Kopf bedacht schräg halten. Der gewendete Kuss, bei dem der Mann das Gesicht der Frau zu sich zieht und der gepresste Kuss, bei dem die Unterlippen fest zusammengedrückt werden.

L wie Lingam: Das ist die altindische Bezeichnung für den Penis. Dieser kann sich beim Sex unterschiedlich bewegen: Vorstossen, durchbohren, reiben, drücken und stossen. Die Frau kann Einfluss auf seine Bewegungen nehmen, indem sie das Glied mit ihren Muskeln fest umschliesst oder ihn hin und her bewegt.

M wie Musik: Beim indischen Vorspiel spielt Musik eine besonders wichtige Rolle. Sie kann helfen, die Sinne zu stimulieren. Gerade die Klänge indischer Musik eröffnen neue Sinneswelten. Heute im Trend: Die indische Künstlerin Anoushka Shankar verbindet mit ihrem Album «Traveller» indische Musik mit heissem Flamenco.

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