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Die Übergangsromanze: Aufregung statt Alltag

Übergangsmänner sind wie ein Kleid von Donna Karan, lebensweisheiste schon Carrie Bradshaw in Sex and The City. Wirklich zu uns passen tut es nicht, aber deshalb kann man es ja trotzdem mal anprobieren. Der schillernde Designerfummel, der eben nichts für jeden Tag ist. Das ist Wahrheit und Schicksal, wenn ein neuer Partner nach Trennung kommt. Ist es so schlimm, der Designerfummel zu sein, der es nicht in den Alltag schafft?

Denn es ist gar nicht immer so begehrlich, ein alltagstauglicher Partner zu werden. Als Lover auf Zeit kommt man schliesslich in den Genuss allerlei Vorteile, die sich jenseits vom gemeinsamen Wochenendeinkauf und Familienfeiern abspielen. Als Partner in Zweibesetzung ist man nämlich gerade nicht der Hauptdarsteller, der sich allabendlich der Bühne des normalen Beziehungslebens stellen muss. Übergangsmänner sind doch gerade die, mit denen es nicht zum Alltag kommen soll. Endlich wieder mal sich selbst ausprobieren dürfen: durch die Clubs touren, Flirts einsammeln, megapeinlich tanzen, seltsame Frisuren ausführen, unpraktische Hobbies zulegen, Treffen platzen lassen und und und vor allem den Staub von brach gelegenen Sexfantasien abklopfen. Der Übergangsmann bekommt wirklich für alles eine Gelegenheit, nur nicht für Langeweile.

Bye, bye my Part-Time-Lover

Und vielleicht muss er zwar hin und wieder den Seelentröster spielen und in mühsamer Aufbauarbeit die Scherben aufkehren, die sein Vorgänger hinterlassen hat. Doch auch das hat seine Vorzüge. Denn Übergangsmännern werden gebraucht. Sie sind unsere Helden, die die Dämonen der Vergangenheit verscheuchen und uns zurück ins Licht führen. Sie bauen uns auf, geben uns Kraft, zeigen uns das Leben und die rosaroten Seiten der Liebe – bis wir flügge sind und einen meist vollkommen überstürzten Abgang hinlegen. Aber Helden halten das aus.

Dass wir anschliessend gleich mit einem anderen Paradiesvogel davon fliegen, heisst übrigens noch lange nicht, dass wir unseren Übergangsmann nicht zu schätzen wussten. Im Gegenteil: In dem Moment, als er da war, war er der Richtige.

Bild: iStock

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