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Therapie statt TrennungVoraussetzungen für eine erfolgreiche Paartherapie

Für eine erfolgreiche Paartherapie braucht es nicht nur einen guten Coach, sondern auch das richtige Timing und die passende Einstellung. Ob sich der Versuch für eure Partnerschaft lohnt? Hier findet ihr es heraus.

6 Tipps für eine gelungene Paartherapie beim Paartherapeuten

Eine Paartherapie ist heute längst kein Tabuthema mehr. Viele Paare versuchen auf diesem Wege ihre Beziehung zu retten. Entsprechend gross ist das Angebot an möglichen Paar- und Ehetherapien. Doch Vorsicht: Gerade weil das Angebot so gross ist, ist es gar nicht so einfach, den passenden Therapeuten und Flow der Sitzungen für sich zu finden. Und abgesehen davon, kommt es für den Erfolg der Therapie noch auf ein paar weitere Voraussetzungen an. Hier lest ihr, auf welche. 

Kommt für uns eine Paartherapie überhaupt in Frage?

Diese Frage stellen sich wohl alle Paare, die in einer Beziehungskrise stecken. Pauschal beantworten, lässt sie sich leider nicht. Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass eine Paartherapie für jedes Paar und jede Beziehung in Frage kommt. Die Tatsache, dass ihr überhaupt schon darüber nachdenkt, spricht für eure Offenheit und Bereitschaft zur Kommunikation und damit auch dafür, dass eine Therapie eine gute Idee für euch sein kann. Letztlich geht es darum, dass ihr euch beide auf eine Therapie einlassen wollt. Freiwilligkeit ist wohl die wichtigste Voraussetzung für das Gelingen der Therapie. Um welches Problem sich eure Beziehungskrise im Einzelnen dreht, spielt erst zweitrangig eine Rolle. 

Warum trennen sich manche Paare trotz Paartherapie? 

Auch wenn es paradox klingt: Eine erfolgreiche Paartherapie kann auch in einer Trennung enden. Nämlich dann, wenn es für beide Seiten die beste Lösung ist, sich die Parteien diesen Schritt aber vorher nicht allein getraut haben. Professionelle Begleitung kann bei einer sauberen Trennung ohne Streit helfen und das Paar in der ersten Zeit des Singledaseins begleiten. Ein anderer, keineswegs seltener Grund, weshalb Beziehungen trotz Therapie auseinandergehen, ist das Timing. Schleppt ein Paar seine Probleme zu lange mit sich herum, sind die Fronten oft zu stark verhärtet. Irgendwann ist es leider einfach zu spät, das Ruder herumzureissen. 

Frau lehnt auf Schulter des Mannes

Kleine Streitigkeiten, verhindern grosse Streitigkeiten.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Paarberatung? 

In einer Beziehung ist es wie bei Karies: Hat sich das Loch erst in den Zahn gefressen, sind die Erhaltungsmassnahmen mühsam und schmerzhaft – bishin zum völligen Austausch des Zahns. Je eher und regelmässiger man zur Prophylaxe geht, desto besser. Soll heissen: Wer spürt, dass er mit seinem Partner an einem Punkt in der Beziehung nicht weiterkommt, unglücklich ist oder sich etwas nicht rund anfühlt, sucht im ersten Schritt am besten das Gespräch mit seinem Partner, um den Konflikt aus der Welt zu schaffen. Ist das aber nicht zielführend, können Paartherapeuten in diesem Frühstadium bereits mit wenigen Sitzungen helfen, Schlimmeres zu vermeiden. Als Faustformel gilt: Kleine Streitigkeiten, verhindern grosse Streitigkeiten. Traut euch also ruhig, aufkeimende Probleme eurer Liebe zuliebe beim Partner anzusprechen. 

Wie finden wir einen guten Therapeuten?

Für Psychologen und Psychotherapeuten gibt es eine anerkannte Ausbildung und eine geschützte Berufsbezeichnung, während selbst oberflächliche Wochenendseminare ausreichen, um sich Caoch zu nennen. Leider ist der Markt voll von Coaching-Angeboten, die nicht immer seriös sind. Wer einen Paartherapeuten sucht, hört sich daher am besten zunächst im Bekanntenkreis um. Empfehlungen sind oft am meisten wert. Der gemeinsame Besuch eines Psychologen oder Psychotherapeuten kommt hingegen für die wenigsten Paare in Frage, da sich ihr Berufsbild eher auf spezielle Krankheitsbilder (etwa Suchtproblematiken oder Depressionen) konzentriert, als auf Beziehungskrisen. Auch Online-Bewertungen können euch helfen. Wichtig ist beim Erstbesuch: Fragt den Therapeuten ruhig über seine Ausbildung und seinen Erfahrungsschatz aus. Seriöse Therapeuten klären gern auf. Und letztlich gilt: Lasst das Bauchgefühl entscheiden. Wenn die Chemie und das Gefühl nicht stimmen, hat die Therapie keinen Sinn.

Zwei Hände, die sich verlieren

Und was, wenn mein Partner nicht zur Therapie will? Tipps lest ihr weiter unten.

Was kostet eine Paarberatung? Und wie lange dauert sie?

Die Kosten für Sitzungen variieren. Ein grober Richtwert liegt bei 200 Franken pro Beratungsstunde. Krankenkassen übernehmen die Kosten in aller Regel nicht. Die Dauer der Therapie hängt davon ab, wie festgefahren eure Probleme sind. Daher gilt wieder der Ansporn: Wartet nicht all zu lange. Ist die Situation noch nicht festgefahren, helfen oft schon kleine Denkanstösse und Tipps für den Alltag. Aber auch der Therapeut hat Einfluss auf die Dauer der Therapie. Je besser ihr mit ihm und seiner Arbeitsweise harmoniert, desto schneller kommt ihr zum Erfolg. Als Faustformel gilt: Stellen sich nach circa fünf Sitzungen trotz Arbeit an den Themen noch keine Veränderungen ein, solltet ihr prüfen, ob die Paartherapie die richtige für euch ist. Und dann ist da eben noch die harte Frage: Was sind euch eure Liebe und Partnerschaft wert?

Was kann ich tun, wenn mein Partner keine Paartherapie machen will?

Wie gesagt: Für eine erfolgreiche Therapie ist Freiwilligkeit gefragt. Wenn der Partner sich weigert, gemeinsam eine Paartherapie zu machen, kann es zunächst helfen, ihn nach dem Grund zu fragen. Vielleicht hat er Vorurteile, die du leicht aus dem Weg räumen kannst. Noch besser: Wenn Freunde oder Bekannte bereits eine Therapie gemacht haben, kann es helfen, wenn sie von ihren Erfahrungen und dem Erfolg für ihre Beziehung erzählen. Ist das nicht der Fall, kann ein Blick ins Internet nicht schaden. Auch hier findet ihr Erfahrungsberichte anderer Paare und Partnerschaften. Manchmal ändert man seine Meinung, wenn man sich einfach intensiver mit dem Thema beschäftigt. 

Wir jedenfalls können nur dazu raten. Und sagen: Viel Erfolg bei eurer Beziehungsarbeit. Nur Mut; der erste Schritt ist immer der schwerste. 

Erfahrt im Test, ob ihr bereit für eine Paartherapie seid:

Titelbild: Getty Images

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