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FRIENDS WITH BENEFITSSex mit dem besten Freund

Gute Freunde teilen alles! Nur nicht das Bett. Wenn eine Freundschaft zwischen Mann und Frau dann doch in den Laken endet, findet damit manchmal auch die zwischenmenschliche Beziehung ein Ende. Das muss aber nicht sein. Über Sex mit dem besten Freund und seine Folgen.

Sex mit dem besten Freund

Wir sind nur Freunde! Diesen Spruch kennt jeder. Aus dem Mund eines Promis, der versucht, pikante Fotos ins rechte Licht zu rücken. Von der Mitbewohnerin, die ihre nächtliche Abwesenheit erklärt, oder aber aus dem eigenen Sprachgebrauch. Doch was steckt wirklich hinter diesem Satz? Eine Floskel? Die Wahrheit? Oder vielleicht doch mehr Erotik und Sex, als vielen Mann-Frau-Freundschaften lieb ist? 

«Wir sind nur Freunde» gibt es (eigentlich) nicht

Geht es nach der Wissenschaftlerin Dr. Bleske-Rechek von der amerikanischen Universität Wisconsin Eau Claire ist die Antwort glasklar: Nur Freundschaft zwischen Mann und Frau gibt es nicht. In einer umfangreichen Studie untersuchte die Psychologin über 200 vermeintlich platonisch befreundete Männer und Frauen. Und fand heraus, was früher oder später meist ohnehin ans Tageslicht kommt: Vorallem die Herren der Schöpfung hatten längst nicht nur Freundschaft im Sinn. Der Grossteil der männlichen besten Freunde gab zu, bereits den einen oder anderen Gedanken an ihre beste Freundin verschwendet zu haben. Laut der Studie lassen sich Männer sogar eher auf die Freundschaft mit einer Frau ein, wenn sie diese attraktiv finden. Doch auch das weibliche Geschlecht kann Bleske-Rechek zufolge nicht länger nur von Freundschaft sprechen. Laut der Untersuchung haben Frauen mindestens einmal sexuelle Fantasien mit ihrem besten Freund gehegt.

So verwunderlich sind diese Ergebnisse auf den zweiten Blick gar nicht. Schliesslich kennt man sich in und auswendig, hat sich gern und vertraut einander. Man versteht sich blendend und findet einander auch irgendwie attraktiv. Wäre der beste Freund kein toller Typ, wäre er ja nicht unser bester Freund, oder? Theoretisch ist die Anziehung also zu erklären. In der Praxis endet diese manchmal dann eben im Bett. Und hier ist der Ausgang offen. Vielleicht ist der Sex mit dem besten Freund ja besonders aufregend, schliesslich wissen beide ganz genau, worauf sie sich einlassen. Oder man entdeckt sogar Gefühle, die zuvor vergraben waren und es entsteht mehr als Freundschaft. Vielleicht findet man in ihm sogar die ganz grosse Liebe? Oder nach dem Sex ist die Spannung und Neugier endlich aus dem Weg geräumt und sie beide gehen wieder normale – und freundschaftliche – Wege.

Sex mit dem besten Freund: Kennen Sie die Nebenwirkungen?

Es kann aber auch sein, dass diese Intimitäten ihrer Freundschaft alles andere als gut tun. Schliesslich überschreiten sie Grenzen und objektiv betrachtet endet die Freundschaft im Bett. Darum sollten Sie sich unbedingt über die Folgen im Klaren sein. Denn was entspannt und unkompliziert sein kann, kann auch gegenteilig verlaufen und ihre Freundschaft völlig auf den Kopf stellen. Was, wenn einer Gefühle entwickelt, der andere aber nicht? Abgelehnt wird niemand gern – erst recht nicht von seinem besten Freund! Vielleicht hat Ihnen der Sex mit Ihrem besten Freund aber auch gar keinen Spass gemacht, vielleicht kennen Sie Ihren besten Freund nun von einer Seite, die Ihnen lieber verborgen geblieben wäre und Sie bereuen diesen Ausrutscher.

Was also, wenn es nun einfach passiert ist? Die gute Nachricht zuerst. Laut einer Studie der Michigan State University beeinträchtigt Sex in 74% der Fälle die Freundschaft nicht. Alles geht also weiter wie zuvor. Ein Ergebnis, das sich für Dr. Timothy Levine, Mitautor der Studie, wie folgt erklären lässt: «Die meisten, die mit einem engen Freund schlafen, suchen keine Beziehung, sondern einfach körperliche Nähe. Und es ist einfach angenehmer mit jemandem zu schlafen, den man kennt, als mit einem Fremden». Eine beruhigende Nachricht für alle, denen eingetrichtert wird, dass es danach nie wieder so sein wird, wie zuvor. Natürlich, schliesslich war man miteinander im Bett. Die Zahlen belegen aber, dass Sex mit dem besten Freund nicht automatisch bedeutet, dass man einander verliert. Manchmal gewinnt man nämlich auch einen Partner – zehn Prozent der Befragten gingen nach dem Tête-à-tête nämlich eine Liebesbeziehung ein. Jetzt die schlechte Nachricht. 26 Prozent der Freundschaften zerbrachen an dem Bettgeflüster. Das sind weniger, als man zu meinen glaubt. Doch es gibt sie eben auch. Daher: Sex mit dem besten Freund bietet ebenso viele Möglichkeiten, wie Risiken. Gefühle – egal welcher Natur – sind nun mal unberechenbar. Über die potenziellen Nebenwirkungen sollte man sich also im Klaren sein, bevor man die Freundschaft ins Bett verlagert.

Sex mit dem besten Freund: Die wichtigsten Regeln

Ehrlichkeit: Aufrichtigkeit ist die Basis jeder Freundschaft. Erklären Sie Ihrem besten Freund daher, was Sie empfinden. Nur wenn beide bei der Wahrheit bleiben, kann man aufeinander eingehen und einen gemeinsamen Weg finden.

Keine falschen Erwartungen: Sind Gefühle im Spiel, können sich Verhalten und Einstellungen ändern. So toleriert man bei einem Freund beispielsweise Dinge, die man bei dem eigenen Partner inakzeptabel findet (z.B. gelegentliches Fremdflirten). Sofern Sie sich für eine Beziehung mit Ihrem besten Freund entscheiden, müssen Sie sich darüber im Klaren sein, dass sowohl sein, als auch Ihr Verhalten sich verändern wird.

Motive prüfen: Bevor es zum Sex mit dem besten Freund kommt, sollte jeder seine Motive für die plötzliche Lust prüfen. Ist es wirklich er, der Sie reizt? Oder fühlen Sie sich vielleicht einfach nur einsam? Geben Sie sich keinen Empfindungen hin, die Ihnen oder Ihrem besten Freund Herzschmerz zufügen könnten.

Verständnis statt Versprechungen: Vielleicht haben Sie sich gegenseitig geschworen, dass sich keine Gefühle entwickeln, wenn Sie miteinander ins Bett gehen? Oder Sie haben vereinbart, dass es nur ein einziges Mal passiert? Fakt ist: Sagen kann man viel. Wünschen kann man sich noch mehr. Doch Gefühle kann man trotzdem nicht lenken. Wenn es anders kommt als gedacht, sollte deshalb die Freundschaft nicht zu Ende sein, sondern gerade erst richtig anfangen. Zeigen Sie Verständnis, wenn Ihr bester Freund anders fühlt, als «geplant». Haben Sie (beide) Geduld mit Ihren Gefühlen. Oft sind selbige nach einer intimen Begegnung zunächst durcheinander, legen sich jedoch bald wieder, sobald etwas Gras über die Sache gewachsen ist.

Text: Linda Freutel, 24.09.2013

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