Wir wollen doch nur spielenWie Schweizer Sextoys nutzen

UMFRAGE Wenn es in der Tasche plötzlich vibriert, muss es nicht das Natel sein. 77 Prozent der Schweizer besitzen Sextoys. Nur erzählen wir das nicht. Darum haben wir gemeinsam mit Amorelie 938 Schweizer Frauen und Männer gefragt, was sie wirklich an macht.

Das sind die verrücktesten Sex Toys.

Hast du es erkannt? Der niedliche Cup Cake im Titelbild ist ein Vibrator mit fünf verschiedenen Vibrationsstufen und wurde in den letzten 24 Stunden im Schweizer Online-Erotikshop Amorelie 56 mal eingetütet. Der klassischen Vibrator Iscream, der lecker ausschaut wie ein Wassereis, landete zur selben Zeit 63 mal im Warenkorb. Die Badeente kann auch mehr als lieb gucken. Das Sextoy I Rub my Duckie soll seit gestern 53 neue Kunden beim Planschen Gesellschaft leisten.

Dass man den Zweck des Sexspielzeugs nicht sofort erkennt, ist gewollt. Von den dunklen, leeren Beate Uhse Sexshops der 90er hat die Erotikindustrie gelernt. Vor allem Frauen wollen nicht von fleischfarbenen Phallussymbolen aus Silikon als notgeile Körper abgeholt werden, sondern ästhetisch am Schopf gepackt und sinnlich inspiriert werden. Einen köstlichen Cup Cake-Vibrator verschenkt man gerne und darf auch offen neben der Vase von FermLiving im Regal stehen. Dass er im Innern einen kräftigen Motor hat, wird nicht verraten. Beim ersten Date quatschen wir ja auch nicht bevorzugt über unsere erogenen Zonen, sondern wollen uns hübsch verpackt bei in einem unterhaltsamen Gespräch kennenlernen. Das Kopfkino macht Lust auf mehr.

Und dann werden auch Sex Toys gekauft, die nicht nur schön aussehen, sondern alle technischen Raffinessen für ein erotisches Abenteuer mitbringen. Denn während der Wassereis-Vibrator 63 mal ein «Oh Ja» hörte, schob Amorelie in der gleichen Zeit allein 8.943 klassische Dildos über die Ladentheke.

Gekauft werden Sex Toys in der designverliebten Schweiz in allen Formen, Grössen und Preisklassen - vor allem anonym und online aus einer grossen Auswahl: offen über sexuelle Wünsche gesprochen wird immer noch wenig. Deshalb haben wir 938 Schweizer, davon 306 Männer und 632 Frauen, in einer Studie gefragt, ob, warum, welche Art und wie sie Sexspielzeug nutzen.

Warum Schweizer Sextoys nutzen

Wieso Schweizer Sex Toys nutzen.

Man könnte ja auch selbst Hand anlegen. Kostet fast nichts, macht aber offenbar weniger Vergnügen. 65 Prozent aller Befragten nutzen Sexspielzeug aus einem einfachen und überzeugenden Grund: weil es ihnen Spass macht! Und sogar 71 Prozent glauben, erotisches Spielzeug bereichert das Liebesleben in einer Partnerschaft.

Dass Vibratoren für die Ladies und Masturbatoren für die Männer nur der dürftige Ersatz für leibliche Spielgefährten sind, scheint dagegen ein Gerücht. Nur 6 Prozent geben an Sex Toys zu nutzen, weil sie sich unbefriedigt fühlen. Nur jeder zweite Single, wird aufgrund seines Beziehungsstatus zum Sextoy-Fan.

Überschätzt wird laut unserer Schweizer Studie auch, wie viele Frauen sich mit Sexspielzeug behelfen, weil sie mit ihrem Partner nicht zum Höhepunkt kommen. Nur 16 Prozent geben an, deshalb auf strombetriebene Orgasmus-Garantie-Masturbatoren auszuweichen, wie zum Beispiel G-Punkt Vibratoren.

Eine Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit besteht allerdings vor allem, wenn es darum geht, Toys mit dem Partner tatsächlich gemeinsam auszuprobieren. Rund 78 Prozent aller verheirateten oder in einer festen Beziehung lebenden Studienteilnehmer, halten Sexspielzeug für einen guten Weg das Sexleben in einer Partnerschaft zu bereichern, aber nur etwa 40 Prozent haben es bislang gemeinsam ausprobiert. Nur Mut, jetzt wissen Sie ja, dass Ihr Partner auch Lust darauf hat!

Nicht nur Kopfkino: Sex-Fantasien der Schweizer

Diese Sexfantasien haben Frauen.

Und wenn Sie schon dabei sind, diese sexuellen Fantasien machen Ihren Partner besonders an: 76 Prozent aller Studienteilnehmer träumen vom Oralverkehr, 36 Prozent finden Rollenspiele eine Gedankenreise wert und nichts da Nische: SM & Bondage sowie Anal finden 31 Prozent erregend.

Dabei bestätigt sich auch das ein oder andere Geschlechterklischee. Frauen finden vom Kopf her zur Lust. Erst wenn Sie sich durch andere Augen als Lustobjekt sehen, können sie sich fallen lassen. Während für Männer es noch immer das Grösste ist, wenn eine, gern auch zwei Frauen, sich ihren Penis einverleiben wollen. Zufolge unserer Studie ist Oralverkehr (88 %), Anal (49 %)und eine Menage à trois (39%) am aufregendsten für das männliche Geschlecht. Eher typisch Frauen-Hirngespinst sind dagegen Rollenspiele (39 %) sowie SM & Bondage (32 %). Eifrige Shades of Grey Leserinnen?

Femelle Logo

Bestandskontrolle: Wie viel Sextoys haben Schweizer im Nachttisch?

Wenn Toys also noch anrüchig sind, dann sind wir es fast alle. Denn rund 77 Prozent haben mindestens ein Sexspielzeug zuhause. Und mehr als die Hälfte aller Schweizer begnügt sich nicht nur mit einem Dildo. Und hier sind Frauen auch die fleissigeren Sammlerinnen. Aus egoistischen Gründen: 51 Prozent der Männer nutzen Toys, wie Penisringe oder ähnliches, vor allem gemeinsam mit ihrer Partnerin, während nur 25 Prozent der Frauen ihren Schatz dazu einladen. Schade! Siehe oben.

Good Vibrations: Die beliebtesten Sextoys der Schweizer

Das sind die beliebtesten sex Toys Schweizer Frauen und Männer.

Das mag auch daran liegen, dass Vibratoren zur klitoralen und vaginalen Stimulation noch immer die am häufigsten verkauften Sex Toys sind. Wobei der Trend immer stärker zu Partnertoys geht. 84 Prozent aller Befragten interessiert sich für Sexspielzeuge, die gemeinsam während des Akts zum Einsatz kommen können. Unter den beliebtesten fünf erotischen Produkten der Schweizer befinden sich gleich drei Partner-Toys.  Aber auch Massageprodukte (80 %) oder Dessous (76 %) wecken grosse Neugier.

Reine Männer Sextoys sind dagegen selbst für die Herren und ihr bestes Stück vergleichsweise wenig interessant. Masturbatoren und Anal Toys kommen nur für rund die Hälfte der Männer in Betracht.

Und das ist vielleicht der schönste Erkenntnis unserer Studie. Männer kaufen Toys überwiegend für ihre Partnerin und für ein aufregenderes, gemeinsames Liebesleben und intensivere Orgasmen.

Zur Studie

Die Studie wurde vom Lovestyle-Online-Shop Amorelie 2015 designt und ausgewertet und gemeinsam mit dem Schweizer Frauenmagazin Femelle.ch erhoben. Insgesamt haben 938 Personen aus der Schweiz teilgenommen, davon waren 632 Frauen und 302 Männer. Das Alter der Studienteilnehmer reicht von 18 bis 70+.

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