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Das ABC der LustT steht für Tantra

SINN + SINNLICHKEIT Eine offene Frage, verlangt nach einer offenen Antwort. Gut, dass wir dafür Sonja haben. Sexualtherapeutin Sonja Borner erklärt, was Tantra wirklich ist. Und das, ohne rot zu werden. Denn anders als wir denken, ist Tantra vor allem eine Lebenslehre.

Was ist Tantra. Sexualtherapeutin erklärt die indische Lebenslehre undwas diese für unsere Lust tun kann.

Liebe Sonja, hat Tantra  immer mit Sex zu tun oder nicht unbedingt? Ich würde mich dafür interessieren, auch um dies mit meinem Partner zu praktizieren. Grüsse Lena.

Liebe Lena

Wo soll ich anfangen mit meiner Antwort? Grundsätzlich ist Tantra eine Lebenslehre aus Indien, die im frühen frühen Mittelalter entstanden ist. Grundsätzlich geht es bei Tantra darum, sich und den eigenen Körper besser kennenzulernen und den eigenen Bedürfnissen durch ein aufmerksames Hineinspüren besser zu folgen.

Tantra umfasst dabei viele verschiedene Aspekte, wie Körperübungen, Körperpflege oder Ernährung, und unter anderem auch die rituelle Vereinigung, das heisst den Sexualakt. Das ist in der ursprünglichen Lehre aber nur ein kleiner Teil von Tantra.

Sexualberaterin Sonja Borner beantwortet eure Fragen rund um Sex, Sinn & Sinnlichkeit auf femelle.chSchön bist du da! Die Sexologin Sonja Borner hat Fragen unserer Leserinnen zum Thema Sexualität beantwortet. www.sonjaborner.ch 

Bei uns im Westen, wird meistens aber nur dieser Teil übernommen. Daher denke ich, dass du vom «westlichen Tantra» gehört hast. Bei uns sind vor allem, die sogenannte Tantra Massagen bekannt. Das sind sehr sinnliche Ganzkörpermassage, die je nach Wunsch auch die Geschlechtsteile umfasst. Diese heissen im Tantra «Yoni» (Yoni Massage) für das weibliche Geschlecht und «Lingam» (Lingam Massage) für das männliche Geschlecht.

Tantra-Massagen kann man in der Schweiz inzwischen bei vielen seriösen Anbieter allein oder als Paar buchen. Bei seriösen Tantra-Massagen geht es nicht um Sex, da die Massage immer nur einseitig ist. Das heisst ein Teil empfängt, der andere Teil gibt. Dabei wird der ganze Körper berührt, gestreichelt und sensibilisiert. Vor allem bei Yoni und Ligam Massagen kann es aber durchaus sein, dass die Person, die massiert wird, einen Orgasmus erlebt. Dieser steht im Sinne der Tantralehre allerdings nicht im Vordergrund. Viel wichtiger ist die Erfahrung mit dem eigenen Körper und der eigenen Lust.

Daneben gibt es sicher auch weniger seriöse Anbieter, und da ist dann der Begriff Tantra-Massage wohl eher gleichbedeutend mit Geschlechtsverkehr. Deshalb würde ich mich immer im Vorfeld genauer über das Studio informieren. Falls du oder auch ihr als Paar gerne einmal eine professionelle Tantra Massage besuchen möchtet, dann kann ich euch das Dakini in Zürich empfehlen.

Im Dakini gibt tantrische Gnazkörpermassagen.

Im Dakini gibt's tantrische Ganzkörpermassagen für Frauen, Männer und Paare. Bild: Dakini

Wenn du Tantra für dich und eure Beziehung zuhause kennenlernen möchtest, dann kannst du dir zum Einstieg einmal ein gutes Buch oder einen Film besorgen. Ich empfehle in meinen Kunden und Klienten den Film «Yoni & Lingam Massage» oder die Bücher «Yoni Massage» und «Lingam Massage»  von Michaela Riedl und Klaus Jürgen Becker. Ebenfalls brauchst du ein gutes Massageöl und ein Gleitmittel auf Silikonbasis für die Intimmassage. Experimentieren kannst du auch mit Seidentüchern und Federn.

Ich finde, Tantra-Massagen sind eine sehr gute Möglichkeit um neue Griffe und eine neue Art der Berührung zu lernen. Man lässt sich bewusst auf den anderen ein und geht zusammen einen neuen Weg.

Mit herzlichen Grüssen

Sonja

Sonja Borner, Inhaberin Sensuelle & Sexualtherapeutin

Sonja Borner ist natürlich auch im analogen Leben Expertin für Erotik & Sinnlichkeit. In Zürich führt sie seit rund 10 Jahren die Erotik-Boutique Sensuelle. Dort findet sich nicht nur allerhand Inspiration und sinnliches Kleinod für das Liebesleben, sondern auch Sonja Borners eigene Praxis für Sexualberatung. Sonja Borner ist Coach und Sexualtherapeutin und absolviert seit 2014 eine weiterführende Ausbildung zur Sexologin.

Bild: Eyecandy Images

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