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Laut werden Was kann man gegen «Revenge Porn» tun?

Sexting, Nudes und Pornografische Inhalte: Immer mehr davon wird online verschickt. Schliesslich vertraut man dem Partner oder der Partnerin. Doch was passiert wenn der oder die Ex private Inhalte aus Rache veröffentlicht? Wie du dich gegen Revenge Porn wehren kannst.

Eine Frau rauft sich die Haare und schaut getrübt zu Boden.
Rachepornos können jeden treffen. © Liza Summer / Pexels

Revenge Porn: Das Wichtigste in Kürze

  • Revenge Pornos geschehen aus dem Zweck, die Expartnerin zu demütigen. Oft geschehen sie aus Rache. Mehr
  • Opfer fühlen sich alleine gelassen und haben das Gefühl, die Kontrolle verloren zu haben. Jedoch ist es wichtig zu betonen, dass die Opfer keine Schuld trifft. Mehr
  • Der Ständerat möchte Rachepornos strafbar machen. Noch gibt es aber keine strafrechtlichen Konsequenzen für Täter. Mehr
  • Solltest du betroffen sein ist es wichtig, Beweise zu sammeln und das Video löschen zu lassen. So geht es

«Zeig mir, was du an hast», liest du die aufpoppende Push-Benachrichtigung deines Partners. Kurzerhand entscheidest du dich ihm ein Bild oben ohne zu schicken. Schliesslich vertraust du ihm, ist ja schon nichts Grosses dabei. Doch immer mehr Frauen werden Opfer von Revenge Porn. Rachepornos sind intime Inhalte, die von Ex-Partnern und Ex-Partnerinnen ins Netz gestellt werden. Manchmal handelt es sich auch um heimlich gefilmte Videos beim Sex. Somit ist klar: Revenge Porn kann jeden und jede treffen.

Vorwürfe sind in solchen Situationen unangebracht und Victim Blaming. Es ist völlig okay, dass du ein Video oder ein Bild verschickt hast, auf dem du dich sexy und begehrenswert gefühlt hast. Die Schuld dafür, dass solche Inhalte im Netz landen liegt bei der Person, die sie hochlädt. Du bist nicht allein und du kannst Hilfe suchen.

Was ist Revenge Porn?

Revenge Porn sind pornografische Inhalte (Videos oder Bilder), die aus Rache von einer anderen Person hochgeladen werden. Diese sollen entweder den Ruf der Betroffenen schädigen oder dienen als Erpressungsmittel. Die meisten Opfer von Revenge Porn sind weiblich.

Wie fühlen sich Opfer von Revenge Porn?

Intime Inhalte von sich im Internet zu sehen bedeutet für Opfer den totalen Kontrollverlust und Rufschädigung. Zu wissen, dass private Inhalte öffentlich sichtbar sind, übt einen enormen psychische Druck auf die Beteiligten aus.

Wie ist die rechtliche Lage für Revenge Porn?

Bislang gibt es für Rachepornografie keine strafrechtlichen Konsequenzen, doch das soll sich bald ändern. Der Ständerat hat sich gegen das «Unbefugte Weiterleiten von nicht öffentlichen sexuellen Inhalten» ausgesprochen. «Es geht um intimste, höchst persönliche Lebensbereiche – vor allem von jungen Menschen. Diese zu schützen ist eine Aufgabe der Gesellschaft und damit auch des Strafrechts», sagte Stefan Engler, Mitglied des Schweizer Ständerats. Doch noch ist ungenau, was konkret unter den Begriff «sexueller Inhalt» fällt.

Wenn intime Videos und Bilder unerlaubt an die Öffentlichkeit gelangen, sollen bis zu drei Jahre Haft drohen. Das Verbreiten oder Zeigen von intimen Fotos ohne Einverständnis der abgebildeten Person soll bis zu ein Jahr Haft oder eine Geldstrafe geben. Die Verschärfung soll gute Chancen beim Nationalrat haben.

Wie reagiere ich auf Revenge Porn?

Zu erfahren, dass intime Fotos oder Videos von einem die Runde machen, ist ein ziemlicher Schock. Am besten handelt man schnell. Zeugen, Screenshots, und andere Beweise können hilfreich sein, um den Täter zu überführen. Das nächste Ziel ist es, die Inhalte löschen zu lassen.

Rachepornos auf Social Media löschen

Auf Social Media kann man Inhalte melden, diese werden dann schnell gelöscht. Ausserdem werden Dank der Richtlinien solche Inhalte oft automatisch gelöscht, wenn sie als pornografisch erkannt werden.

Rachepornos auf Pornoseiten löschen

Findet man Fotos oder Videos von sich auf Pornoseiten, so kann man das Material über ein Kontaktformular melden. So wird es im Anschluss sofort gelöscht.

Rachepornos in privaten Chats löschen

Auf Whatsapp & Co. ist es am schwierigsten, die Kontrolle zu behalten. Wenn solche Videos in privaten Chats die Runde machen, ist es fast unmöglich, diese zu löschen.

Wie schütze ich mich vor Revenge Porn?

Es ist teilweise schwierig, sich vor Revenge Porn zu schützen. Denn auch wenn du keine Nudes verschickst, könnte dein Sexpartner oder deine Sexpartnerin dich heimlich beim Sex filmen. Wenn du erpresst wirst, geh zur Polizei. Beim Verschicken von Nudes kannst du darauf achten, dass man keine erkennbaren Merkmale sieht, die dich identifizieren (zum Beispiel Tattoos oder markante Muttermale).

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