Leserfragen an Dania Schiftan«Wie können wir unser Sexleben auffrischen?»

Jede Beziehung kommt früher oder später an einen Punkt, an dem sie eine kleine Veränderung braucht. Denn spätestens wenn das Sexleben nicht mehr aufregend genug ist, wird es höchste Zeit etwas zu ändern. Dania Schfitan hilft, wenn die Lust und Aufregung langsam schwindet.

«Wie können wir unser Sexleben auffrischen?»

Liebe Dania

Mein Freund und ich sind nun bereits ungefähr 7 Jahre zusammen. Wir verstehen uns nach wie vor prächtig, aber unser Sexleben ist leider nicht mehr wirklich so toll. Irgendwie beschäftigt mich das, weil wir noch so jung sind und ich auch gerne noch lange mit ihm zusammenbleiben möchte. Hast du einen Tipp, um wieder mehr Schwung in unser Sexleben zu bringen?

Anonym, 25

Über Dania Schiftan

Dania Schiftan beantwortet Leserfragen

Als Dr. in Sexologie (USA) und Psychotherapeutin (FSP, Eidg. anerkannt) mit eigener Praxis in Zürich arbeitet Dania Schiftan seit 2008 als selbständige Sexual- und Psychotherapeutin.

Nebst ihrer Praxistätigkeit bietet Dania Schiftan seit einigen Jahren auch eine Online Therapie an.

Hier geht es zu Dania Schiftans Webseite.

Liebe anonyme Fragende

Kurz vorweg: Das ist eine mir am häufigsten gestellten Frage, und ich kann dich somit beruhigen – ihr steht nicht alleine da mit dieser Problem. Nicht nur mit meiner langjährigen Erfahrung als Psychologin und Sexualtherapeutin, sondern auch basierend auf sehr vielen klinischen Studien kann ich dir bestätigen, dass bei den meisten Paaren in den ersten sechs Jahren ihrer Beziehung die Häufigkeit der Sexualität kontinuierlich abnimmt. Anschliessend bleibt die Häufigkeit für die nächsten 20 bis 30 Jahre ungefähr auf dem gleichen Niveau. Dass du dir da Sorgen machst, verstehe ich: Es ist ein komisches Gefühl, wenn du zurückblickst und merkst, dass es mal ganz anders war.

Bei den meisten Paaren fällt in den ersten Jahren mehr und mehr aus dem Katalog heraus, und man einigt sich – oft stillschweigend – auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Man wird fauler, hat das Gefühl, einander zu kennen und ganz genau zu wissen, was dem anderen gefällt respektive missfällt. Man möchte keine Sachen ausprobieren, die einem allenfalls peinlich sein könnten oder dem anderen nicht gefallen könnten.

Ich würde dir vorschlagen, das Pferd mal von hinten aufzuzäumen und dir zu überlegen, wieso du denn mehr Sex möchtest. Was holst du dir dabei? Vor allem Nähe und Intimität? Oder Erregung und Lust? Und beantworte später konkreter, ganz für dich alleine, die Frage: Was magst du am Sex, den ihr habt? Vermisst du etwas, das nicht mehr ist und einmal war? Welche Stellungen magst du? Welche Berührungen sprechen dich an? Schau ganz genau hin. Und setze es dann nach und nach in die Tat um. Schrittweise kannst du so deine Wohlfühlzone ausweiten. 

Und falls es so sein sollte, dass du Sex möchtest, er aber nicht, dann finde heraus, wie du ihn zum Sex motivieren kannst. Motivieren heisst in der Sexualität nichts anderes als verführen. Den Partner auf den Geschmack zu bringen für dein Projekt, welches du mit ihm umsetzen möchtest. Nicht nörgeln und Vorwürfe machen, nicht drängen und jammern, sondern schmackhaft machen.

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Wir wählen einige eurer Fragen aus und lassen Sie von Sexologin und Therapeutin Dania Schiftan beantworten. Wie lang oder kurz du dich fasst, ist dir selber überlassen. Wenn du magst, kannst du uns deinen Vornamen und dein Alter verraten – das ist natürlich freiwillig.

Alle Leserfragen an Dania Schiftan:

Titelbild: Unsplash

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