Cool, sozial und nachhaltigDas junge Schweizer Taschenlabel Sackstarch

Mit der Idee, Taschen aus Sonnenstoren-Resten zu produzieren, gewann ein Zürcher Schülerprojekt nicht nur die Auszeichnung als bestes Mini-Unternehmen des Jahres, sondern auch die Herzen vieler Taschenliebhaber. Wir haben die jungen Macher hinter dem Start-up Sackstarch zum Interview getroffen und verlosen 5 Seesäcke für rund 350 Franken.

Cool, sozial und nachhaltig; Das junge Schweizer Taschenlabel Sackstarch

«Sackstarch« - das sind sechs motivierte Schüler der Kantonschule Hottingen in Zürich. Begonnen als Mini-Unternehmung im Rahmen eines Schulprojekts, arbeiten sie mit Hochdruck am Ausbau ihres noch kleinen Taschen-Imperiums. Für ihre Geschäftsidee hochwertige Seesäcke und Sporttaschen aus recycelten Sonnenstoren herzustellen und in sozialen Schweizer Einrichtungen produzieren zu lassen, wurden die 17-jährigen Schüler als beste Miniunternehmung des Jahres ausgezeichnet und gewannen den Publikumspreis beim STARTUPS.CH AWARD 2012.  Im Interview mit Femelle.ch sprachen Sackstarch CEO Donald Aebi und Verkaufsleiter Jonathan Vontobel über die Entstehung ihres Taschenlabels, grosse Branchenbrüder und neue Designideen.

Wie kommen Jungs auf die Idee, eine Tasche zu designen?

Donald: Seesäcke sind cool und praktisch. Die Idee, konkret Seesäcke zu nähen entstand, weil ich mir im Internet zwei Seesäcke gekauft hatte, die zwar mit etwa zwei Euro jeweils sehr günstig waren, dann aber relativ schnell kaputt gegangen sind. Ich wollte robuste, qualitativ hochwertige Seesäcke machen.

Wie kam die Kooperation mit dem Markisenhersteller «Stobag» zustande?

Jonathan: Wir sind eigentlich durch Zufall auf «Stobag» gestossen. Wir hatten herausgefunden, dass die Firma eigentlich extrem viele Restposten hat und haben dort einfach mal nachgefragt, ob wir ein paar von diesen Restposten haben könnten, um unsere ersten Prototypen zu entwickeln. «Stobag» hat uns diese Restposten dann gratis zur Verfügung gestellt, da sie wirklich keine Verwendung mehr dafür haben. So wurde uns klar, dass die Sonnenstoren eigentlich perfekt geeignet sind für unser Vorhaben und somit unsere Taschen.

Ihr sagt selbst, ihr wollt es mit euren Taschen besser machen. Worin liegen die Vorteile von Sackstarch?

Jonathan: Unsere Seesäcke sind aus wasserresistentem Stoff und extrem robust. Ausserdem lassen wir die Seesäcke in sozialen Institutionen nähen. Zum Beispiel im Näh-Atelier «Drahtzug,», wo man sich darum kümmert, dass Behinderte wieder eine Arbeit finden, oder beim Siebdruck «Burghof», wo man darauf schaut, dass Jugendliche, die auf die schiefe Bahn geraten sind, wieder in die Gesellschaft integriert werden. Wenn man also eine unserer Taschen kauft, dann hat man automatisch etwas Gutes getan.

Ihr habt mit dem Label «Freitag», das Taschen aus LKW-Planen fertigt, einen grossen Bruder in der Stadt. Habt ihr euch davon inspirieren lassen?

Donald: Wir hatten grundsätzlich die Idee, eine Tasche zu machen. Und wir wussten, wir wollen etwas aus recycelten Materialien machen. Aber das hatte nichts mit «Freitag» zu tun. In der Schule sind wir in einer Ethik- und Ökologieklasse, also wollten wir da natürlich Akzente setzen. Da war es klar, dass wir beides mitreinbringen: Das Soziale und das Nachhaltige. Natürlich kommen viele Leute auf die Idee, etwas aus alten Materialien zu machen. «Freitag» waren einfach die Ersten und inzwischen sehr bekannt und dadurch sicher auf eine gewissen Art und Weise unser Vorbild. So klein wie sie angefangen haben und so gross wie sie jetzt sind – ein Weg, den wir auch gehen wollen. Wir haben aber definitiv nicht abgekupfert. Wir wollen einfach unsere Taschen machen.

Jonathan: Ein grosser Unterschied ist natürlich auch, dass Freitag gebrauchte LKW-Planen benutzt, während wir Restposten verarbeiten, die zu klein sind. Die Taschen von Freitag sehen schon gebraucht aus, unsere nicht.

Wie wird es mit Sackstarch weitergehen? War es nur ein Schulprojekt oder dürfen wir noch mehr erwarten?

Donald: Das Projekt war ein voller Erfolg. Wir machen das Ganze nun seit etwa über einem Jahr. Zuerst haben wir den Wettbewerb mit den Mini-Unternehmungen gewonnen, dann konnten wir nach Bukarest fahren, um uns im europäischen Rahmen zu messen. Da haben wir zwar nicht gewonnen, aber es war trotzdem sehr lustig. Wir haben ausserdem bei einer Wahl von startup.ch mitgemacht, wo wir den Publikums-Preis erhalten haben. Wir haben ein Preisgeld gewonnen, mit dem wir jetzt eine GmbH gründen werden. Dann versuchen wir ausserdem indirekt Absatz zu finden. Zum Beispiel bei Ochsner Sport: dort konnten wir 100 Seesäcke verkaufen. Es wäre schön, wenn es dort und in anderen Läden noch ein paar mehr werden würden. Wir versuchen, es einfach möglichst gut zu machen. Ich glaube, im ersten Jahr haben wir das geschafft. Wir sind mit 3.000 CHF gestartet und das Kapital hat sich um einiges vervielfacht.

Jonathan: Wir werden uns auch ganz sicher weiterentwickeln. Es werden auch neue Produkte und Verbesserungen dazukommen.

Donald: Bei der Sporttasche zum Beispiel gab es einige Reklamationen, da das kleine Seitentäschchen aussen und nicht innen ist, damit man besonders schnell an die wichtigsten Sachen kommt, die man so braucht. Für Regen ist die Aussentasche natürlich nicht geeignet. Da muss man einfach mal schauen, ob wir demnächst nicht einfach beides machen.

Jonathan: Wir haben viele Möglichkeiten. Wir haben uns beispielsweise rauszubringen, eine Premium-Version zu machen, die dann mit Leder verziert wäre.

Wir freuen uns drauf, wünschen dem jungen Team weiterhin viel Spass und Erfolg und sagen: Hut ab! Die Jungs haben uns aber nicht nur als charmante Gesprächspartner überzeugt, sondern auch mit ihren tollen Mitbringseln. 5 Seesäcke, die wir an Sie verlosen dürfen.

Cool, sozial und nachhaltig; Das junge Schweizer Taschenlabel Sackstarch

Die Seesäcke gibt es in verschiedenen Farben und Mustern. Lassen Sie sich überraschen! Foto: Sackstarch

Interview: Linda Leitner

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