Think big!Einmal Schmuck in XXL, bitte

Darf’s ein bisschen mehr sein? Aber klar doch! Dabei geht es nicht um die Anzahl an Schmuckstücken, sondern um ihre Grösse. Und dafür lautet das Motto ganz eindeutig: Think big! Wir zeigen, wie Sie mit Ohrringen, Ketten und Ringen Statements setzen.

Nachdem die letzten Fashion-Seasons von schlichter Zurückhaltung geprägt waren, tobten sich die Designer auf den Fashion-Weeks in New York, London, Mailand und Paris im Frühjahr wieder richtig aus: glamouröse Schnitte, üppige Silhouetten, rauschende Stoffe eroberten den Catwalk. Ohrringe, Ketten und Ringe waren dabei kein austauschbares Accessoire, sondern fester Bestandteil des XXL-Konzepts. Dolce&Gabbana verzauberten mit extravaganten Chandelier-Ohrringen, Lanvin überraschte mit spektakulären Colliers und aussergewöhnlich langen Halsketten.

Grössenwahnsinn

Doch nicht nur auf dem Laufsteg scheint der Schmuck grössenmässig zu explodieren. Vor allem in New York etablieren sich immer mehr Schmucklabels mit ihren XL-Entwürfen – und erreichen nicht selten Kultstatus. Bestes Beispiel: das Label Dannijo, das inzwischen prominente Fans wie Model und It-Girl Olivia Palermo oder Sängerin Beyoncé für sich gewonnen hat. Was die Kreationen mit weiteren, angesagten Schmuckdesignerinnen wie Assad Mounser, Lizzie Fortunato oder Pamela Love gemeinsam haben? Ihre Halsketten, Armreife und Ohrringe sind nicht nur extrem auffällig und massiv, sie sind auch alle von einem Folklore- und Ethno-Look geprägt bei dem bunte Perlen, goldfarbenes Metall und Edelsteine den Ton angeben.  

Nicht protzen, sondern klotzen

Auch der Schmuck der grossen Modehäuser zeigt sich jetzt opulent, aber keinesfalls protzig im Sinne eines Glitzer-Glitzer-Looks. Die vielgesehenen Chandeliers tendieren viel mehr zum Barock- und Art Déco-Stil oder orientieren sich am romantischen Gipsy-Style. Die Londoner Schmuckdesignerin Fiona Paxton beweist  ihren Entwürfen beispielsweise ihre Liebe für indische Handwerkskunst. Weltoffenheit verbunden mit einem grossen Interesse an anderen Ländern und Kulturen ist die entscheidende Stilrichtung des aktuellen Trends. Und der dominierende Ethno-Mix zeigt sich als grosser Vorteil für uns als Trägerinnen, denn wie die Designer mit verschiedenen Einflüssen spielen, so dürfen wir auch bunt kombinieren. Wir können ein üppiges Collier zum lässigen Boho-Look mit Tank Top, Maxirock und Ledersandalen tragen, genauso wie zum kleinen Schwarzen mit schicken Pumps.

Nichts wirkt stärker als Überfluss

Filigrane Ketten, unauffällige Ohrstecker und zarte Ringe wandern also erst mal in die  Schmuckschatulle. Stattdessen setzen wir auf Over-the-top-Jewelry – und tragen sie mit Selbstbewusstsein! Unser Vorbild? Stilikone und japanische Vogue-Modechefin Anna Dello Russo: „Nothing succeeds like excess!“. Ja, die breite Armspange, die ein Drittel unseres Unterarms bedeckt, fungiert bewusst als Eyecatcher. Ohrhänger sollen nicht verspielt wirken, sondern Teil des grossen Ganzen, nämlich des Outfits, sein. Und Colliers dürfen gerne das gesamte Decolleté bedecken und ein Statement setzen. Denn in dieser Saison werden aus kleinen Mädchen starke, aber feminine Frauen - die gerne einen Blick über den Tellerrand und somit über die eigene Landesgrenze werfen. Die hoch hinaus wollen und sich nichts sagen lassen. Die auf die Frage «Darf es etwas mehr sein?» mit einem lächelnden «Wir können nicht genug bekommen!» antworten. Und die das Mehr in vollen Zügen auskosten.

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