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5 Tabuthema-FaktenWas ist eine Fehlgeburt und warum geschieht sie?

Schwanger – und plötzlich fängt man an zu bluten. Was passiert? Jede fünfte Schwangerschaft endet in einer Fehlgeburt. Medizinisch gesehen nichts Überraschendes. Aber was geschieht genau und warum? Und was kommt danach?

Frau in Dusche verliert Blut

Fehlgeburten passieren öfters als wir denken. Grund für diese verzerrte Wahrnehmung ist, dass Frauen oftmals nicht merken, dass sie eine Fehlgeburt erleiden, oder dass sie dieses Ereignis lieber in Stille durchleben. Das hat dazu geführt, dass das Thema zum Tabu geworden ist. Um das zu verhindern und damit wir alle wissen, wovon wir sprechen, haben wir fünf Fakten dazu zusammengestellt.

Eine Fehlgeburt, im Fachjargon Abort genannt, ist der Verlust eines Kindes vor der 24. Schwangerschaftswoche. Man spricht ebenfalls von einer Fehlgeburt, wenn das Baby tot geboren wird und dessen Gewicht unter 500 Gramm liegt.

Wie häufig kommt eine Fehlgeburt vor?

Ein Abort ist die häufigste aufkommende Schwangerschaftskomplikation. Laut dem Handbuch für Geburtshilfe erleiden 12-24% der Frauen nach dem positiven Schwangerschaftstest eine Fehlgeburt. Laut anderen Schätzungen erleiden jährlich 22’000 Frauen eine Fehlgeburt, was bedeutet, dass etwa jede fünfte Schwangerschaft zu einem frühen Abort vor der zwölften Schwangerschaftswoche führt. Viele Frauen erkennen diesen oftmals gar nicht, da die eintretende Blutung als übliche, etwas verspätete, Menstruation wahrgenommen wird.

Was sind die Gründe für einen Abort?

Wieso es zu einer Fehlgeburt kommt, kann man nie genau sagen. Gemäss Handbuch für Geburtshilfen können folgende Risikofaktoren Gründe für eine Fehlgeburt sein: Ca. 50 Prozent der Aborte erfolgen aufgrund chromosomaler Fehlbildung oder mütterlichen Pathologien. Zum letzteren gehören Stoffwechselerkrankungen, Thrombophilie, Über- oder Untergewicht, Uterusanomalien oder Schädigung durch Alkohol, Drogen, Viren oder Röntgenstrahlungen.

Braucht es einen ärztlichen Eingriff?

Wenn ein Fötus stirbt, kann es bis zu vier Wochen dauern bis der Körper das Embryo mit dem Mutterkuchen ausstösst. Deshalb verschreiben Ärzte bei einer Fehlgeburt Tabletten, welche den Abort einleiten. Es sind die gleichen Tabletten, die für eine Abtreibung eingenommen werden.

Dann scheidet der Körper das Embryo von alleine aus. Das kann einige Tage dauern. Danach sollte auf jeden Fall eine ärztliche Untersuchung erfolgen, da Reste der Plazenta oder des Fötus in der Gebärmutter zu Entzündungen, Vernarbungen oder auch zu Unfruchtbarkeit führen können.

Im Falle einer sehr starken Blutung, zum Beispiel bei einer weiter fortgeschrittenen Schwangerschaft, kann von Ärzten ein Eingriff, einer Curetage, empfohlen werden. Bei einer Vollnarkose wird das Schwangerschaftsgewebe mit einem löffelartigem Instrument aus dem Uterus entfernt. Man spricht dann auch von einer Ausschabung und Auskratzung, oder wenn nötig von einer Absaugung.

Nach dem Eingriff sollte auf Vollbäder, Schwimmen und Geschlechtsverkehr verzichtet werden, bis die Blutung vollständig aufgehört hat.

Zahlt die Krankenkasse?

Die Frau gilt erst ab dem zweiten Trimester als schwanger. Bis zur dreizehnten Schwangerschaftswoche gilt die Schwangerschaft deshalb als «Krankheit» und die Frau muss die Kosten der Termine, des Ultraschalls, den Medikamenten oder der Curetage selbst bezahlen, je nach Selbstbehalt und Franchise. Kommt es später zu einem Abort, übernimmt die Krankenkasse die Kosten der Behandlung vollumfänglich.

Wohin mit meiner Trauer? Gibt es Anlaufstellen?

Frau oder Mann sind mit ihrer Fehlgeburt, ihrer Trauer und Selbstzweifel nicht alleine. Fachstellen wie zum Beispiel kindsverlust.ch oder www.verein-regenbogen.ch bieten Beratungen und Selbsthilfegruppen beim Verlust eines Kindes an und helfen zum Beispiel auch, wenn man sein verstorbenes, ungeborenes Baby bestatten möchte.

Titelbild: Unsplash

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