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Size mattersBrustverkleinerung – Eine OP für Körper und Seele

Wenn eine grosse Brust ein medizinisches Risiko für Körper und Seele darstellt, ist eine Brustverkleinerung sinnvoll. Über das Für und Wider einer Brustreduktion.

Brust Frau

Bei Pamela Anderson haben damals alle die Nase gerümpft. Doch inzwischen sind Silikonimplantate in der Brust längst kein Tabuthema mehr. Schliesslich sind wir Frauen frei, modern und offen genug, dass jeder seinem persönlichen Schönheitsideal nacheifern kann. Selbst wenn es dafür Operationen, Botox, Silikon oder Hyaluronsäure braucht. Doch was, wenn es nicht um eine grössere Brust, grössere Lippen, oder grössere was weiss ich geht, sondern um das genaue Gegenteil?

Bei einer Brustverkleinerung sieht das mit der Toleranz und dem Verständnis, in unserer Gesellschaft, nämlich noch etwas anders aus. Wir sind dem Ganzen auf die Spur gegangen und haben Fakten und Informationen über die Brustreduktion gesammelt.

Brustverkleinerung: Die Anzahl der OP's steigt

Wenn es darum geht die Brust nicht maximal zu maximieren, sondern der Wunsch eine Verkleinerung ist, stossen viele Frauen erstmal auf Unverständnis. Eine Brustverkleinerung ist scheinbar nur wenig salonfähig. Die Zahl der durchgeführten Brustverkleinerungen ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen, dennoch wird nach wie vor nicht wirklich offen über diese Operation gesprochen.

Brustreduktionen geschehen unter vorgehaltener Hand, weil Frauen, die sich dazu entschieden haben, ihre Brüste zu verkleinern, sich oft schämen. «Sei doch froh hast du welche!», können die meisten Frauen, die unter ihrer Brust leiden, nicht mehr hören.

Grosse Brüste: So können sie zur Last werden

Wenn eine Frau grosse Brüste hat, gilt sie in den Köpfen der Gesellschaft als Sexobjekt. Dass die betroffenen Damen oftmals gleich mehrere Sport-BHs übereinander tragen, um so zwar weniger Luft, aber eben auch weniger blöde Blicke und sexistische Sprüche zu ernten, sieht niemand. Auch punkto Mode ist die Auswahl an trendigen Kleidern, vor allem für jüngere Frauen, die ihre Brust nicht in Szene setzen möchten, extrem beschränkt. Schwarz, oversized und hochgeschlossen – anderes kommt nicht in Frage.

Die Rücken- und Nackenschmerzen, das störende Gewicht, die Jacken und Blusen, die aus Platzmangel nicht zugeknöpft werden können, die vielen BH’s, die es nicht in Übergrösse gibt und vor allem all die Blicke in den Spiegel, sind eine grosse Belastung für Körper und Psyche.

Wenn die Brust zu Schmerzen führt

Auch wenn die Medizin längst gute Mittel und Wege gefunden hat, steckt die Brustverkleinerungen gesellschaftlich noch in den Kinderschuhen. Ein groteskes Phänomen; handelt es sich in den aller meisten Fällen doch nicht mal um einen kosmetischen Eingriff, sondern um eine medizinische Notwendigkeit. Ärzte bestätigen, dass eine übermässig grosse Brust bei Patientinnen zu chronischen Nacken-, Rücken- und Kopfschmerzen führen kann. Ganz abgesehen von den seelischen Leiden.

Die Krankenkassen übernehmen, im attestierten Fall derartiger Beschwerden, sogar einen grossen Teil der Kosten für die Brustverkleinerung , die übrigens in der Regel zwischen 4000 und 8000 CHF betragen (preisliche Abweichungen sind je nach Aufwand der individuellen Operation möglich).

Jede Brust-OP birgt Risiken

Und auch was das Medizinische angeht, ist die Brustverkleinerung zwar immer ein Eingriff, der naturgemäss mit Risiken (z.B. schlechter Wundheilung, ungewöhnlich starke Narben) verbunden ist und so stets als Ultima Ratio verstanden werden sollte, aber inzwischen durchaus routiniert und gut entwickelt ist.

Die Operation der Brust wird dabei grundsätzlich stationär und unter Vollnarkose von einem plastischen Chirurgen durchgeführt. In der Regel wird beim Eingriff Gewebe aus Fett-, Drüsen und Haut, aus dem unteren Teil der Brust, entfernt und der obere Brustbereich neu geformt. 

Beim verkleinern kommt es zu einer Verschiebung der Brustwarze sowie der umliegenden Nerven- und Blutbahnen. Nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann, dass es zu einer Beeinträchtigung der Berührungsempfindlichkeit an der Brustwarze und der Stillfähigkeit, zum Teil durch Narben, kommt. Experten empfehlen daher, den Eingriff im Idealfall erst nach Abschluss der Familienplanung und Stillzeit durchzuführen.

Gute Beratung ist wichtig bei einer Brustverkleinerung

Wer den Wunsch nach einer Brustverkleinerung hat, muss in dieser Zeit jedoch nicht untätig sein. Beratungsgespräche mit einem Arzt sind jederzeit möglich – und sinnvoll. Nur im individuellen Gespräch können die konkreten Risiken und Voraussetzungen der Brustreduktion geklärt werden. Auch wie viel Gewebe entnommen werden kann und welche Technik zur Brustverkleinerung in Frage kommt, müssen persönlich abgestimmt sein.

Gerade bei solch einem Eingriff ist es wichtig, dass sich die Patientin verstanden und wohl fühlt, und einen optimalen Ort und Arzt für die Operation wählt.

Ansonsten gilt für die Entscheidung für oder gegen eine Brustverkleinerung nur eines: Der eigene Wunsch und ein ganz persönliches Wohlbefinden – genau wie bei Silikon, Botox und Co.

Titelbild: Toa Heftiba/unsplash

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