Pixel

Mich betrifft's nichtDesensibilisierung unserer Gesellschaft

Auch wenn es so scheint, als ob unsere Gesellschaft eine Wandlung durchmacht, sind wir desensibilisiert. Wie kann es sein, dass Genozide Subjekte von Witzen werden? Wie kann es sein, dass wir gleichgültig Fotos und Videos von Morden und Toten ansehen? Eine Generation von desensibilisierten Menschen versucht die Welt zu verbessern.

Unsensible Generation mit grossen Plänen

Millennials und die Gen Z haben Morde, Attentate und sonstige Gräueltaten direkt auf dem Bildschirm mitverfolgen können. Sie sind uns nicht fremd, schockieren uns nicht mehr wie sie es sollten. Die Opfer tun uns leid, ihr Schicksal verfolgt uns aber nicht mehr so lange. Der Fluss von gewaltsamen Aufnahmen ist enorm, deren Einfluss genauso. In der Popkultur ist das Morden ein allgegenwärtiges Thema, in den sozialen Medien sind Opfer von Gewaltdelikten nichts Neues. Das ist problematisch.

Wir reagieren nicht wirklich auf schlimme Sachen, weil wir daran gewöhnt sind. Ein Krieg scheint Normalität, genauso wie Gewalt. Aber wieso? Der Grund ist die Distanz. Wir sehen diese Dinge aber sind nicht persönlich davon betroffen. Wir können uns bestimmt davon distanzieren. Und auch wenn dies ein guter Schutzmechanismus ist, kommt er uns nicht als Vorteil.

Diese Gleichgültigkeit im Angesicht von Gewalt ist ein Zeichen von Privilegien. Wir sind nicht direkt damit konfrontiert, also berührt es uns auch nicht wirklich. Da wir sie schon so oft auf Videos und Fotos gesehen haben, die Gewalt, scheint sie akzeptiert zu werden. Sprüche zu Holocaust und anderen Genoziden sollen «witzig» sein, ohne an die Macht dieser Verharmlosung zu denken. Wenn wir vergessen was dahintersteckt, wiederholt sich die Geschichte.

Wenn wir ein Video von einem Mord oder ein Foto eines Toten sehen, sehen wir nicht was danach kommt. Wir sehen den Schmerz der Angehörigen nicht, wir sehen nicht was vorher war. Ein Video oder Foto, that’s it. Genau das macht es so schwierig wirklich Anteil zu nehmen. Wenn wir aber nur eine kleine Verbindung zu unserer eigenen Person machen können, so trifft uns die Gewalt viel mehr.

Es kann nicht richtig sein, dass wir solche Dinge sehen, ohne uns weiter Gedanken darüber zu machen. Es kann nicht sein, dass all das an uns vorbeizieht. Big Up für alle Menschen, die sich zurzeit äussern was Unrechte betrifft. Big Up für alle, die zurzeit selbst reflektieren. Aber wir haben noch einiges vor uns. Wir müssen anfangen sensibel zu werden, was jegliche Gewalt angeht, ob verbal oder physisch.

Titelbild: Unsplash

Weitere Artikel