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Pille weg, Spirale rein!Meine Erfahrungen mit der Kupferspirale

Ich habe mir die Kupferspirale einsetzen lassen und bin super happy damit. Hier erzähle ich euch von meiner Erfahrung und gebe euch einen Einblick in den ganzen Prozess. Von der Entscheidung bis zum Einsetzen der hormonfreien Verhütungsmethode.

Efahrung Kupferspirale: Einlegen, Schmerzen, Nebenwirkungen und Wirkung – alle Infos zur hormonfreien Verhütung

Jahrelang habe ich mit der Pille verhütet. Die vielen Hormone und das damit verbundene Risiko wurden mir dann aber doch zu viel. Ich wollte endlich weg kommen davon. Weg von allen unnötigen Nebenwirkungen. Meinem Körper einfach freien Lauf lassen und meinen natürlichen weiblichen Zyklus wieder annehmen. Ich habe mich für die Kupferspirale als alternative Verhütungsmethode entschieden. Let me tell you – es war eine wilde Fahrt.

Meine Erfahrung mit der Kupferspirale

Auf der Suche nach dem richtigen Verhütungsmittel

Nach dem definitiven Entscheid die Pille abzusetzen musste ich mich nach einer anderen Methode für meine Verhütung umsehen. Und zwar keiner hormonellen Verhütung, bitteschön! Also kein Pflaster, keine Hormonspirale, kein Stäbli, keine Mini-Pille. Krass, wie viele Verhütungsmittel mit Hormonen funktionieren. Mir blieb schlussendlich noch die Kupferspirale, das Kondom/Diaphragma oder die natürliche Methode um zu verhüten. Den beiden letzteren traue ich längerfristig aber nicht wirklich für eine zuverlässige Verhütung. Und sind wir ehrlich, mit dem Kondom bzw. Diaphragma zu verhüten, ist der Moodkiller schlechthin.

Da ich in einer Beziehung bin konsultierte ich natürlich auch meinen Freund. Ich finde mein Partner hat das Recht bei der Verhütung mit zu entscheiden, obwohl ich dann natürlich die finale Entscheidung selber treffen muss. Aber er ist da sehr offen und unterstützt mich bei allem. Wir haben uns auch darauf geeinigt die Kosten des ganzen Eingriffs zu teilen, was ich mehr als fair finde.

Kupferspirale: Die Vorbereitung

Bevor ich mich fix für die Kupferspirale zur Verhütung entschied, vereinbarte ich ein Gespräch bei meiner Frauenärztin, bei dem wir alle Verhütungsmethoden durchgingen. Schlussendlich erschien mir die Kupferspirale als einfachste Lösung. Wenn das Teil einmal drin ist musst du dich 3-5 Jahre nicht mehr darum kümmern. Ich entschied mich für die Gold-T Mini Spirale. Sie ist kleiner als die normale Spirale und ist für eine junge Frau Anfang 20, die noch nie Kinder hatte, perfekt.

Grosser Vorteil der Wirkung dieses Verhütungsmittel: Die Kupferspirale schützt gleich zweifach vor einer Schwangerschaft. Der feine Kupferdraht der sich um die Spirale befindet, gibt regelmässig geringe Mengen an Kupfer ab. Diese schränken zum einen die Beweglichkeit der Spermien ein und zum anderen verändern sie die Schleimhaut sowie den Schleim am Muttermund. Das bedeutet, selbst wenn die Spermien eine Eizelle befruchten, kann diese sich nicht in der Gebärmutter-Schleimhaut einnisten.

Kupferspirale: Das Einsetzen

Oh, das Einsetzen – davor habe ich mich einen ganzen Monat lang gefürchtet! Ich hatte sogar Albträume, in denen ich nach dem Einlegen der Kupferspirale verblute oder ich mir die Spirale selber rausziehen musste. Ich bin keine Drama Queen – I swear – aber manchmal ein kleiner Schisshase!

Der Tag der Einlage ist also angebrochen und damit auch meine Tage. Denn die Spirale sollte man ca. am 2-3 Tag der Periode einlegen, da der Muttermund dann weiter geöffnet ist. Auch Pipi machen sollte man vor dem Termin nicht, das hilft nämlich zusätzlich die Schmerzen zu lindern und die Spirale gerade in die Gebärmutter einzusetzen. Meine Frauenärztin hat mir bei unserem letzten Termin noch eine Tablette mitgegeben, die den Gebärmutterhals ein wenig öffnet. Diese musste ich mir einige Stunden vorher vaginal einführen.

Ich machte mich also untenrum frei, ganz ohne Schutz vor dem Blut das ununterbrochen aus mir rauslief. Aber hey, alles für weniger Schmerz. Ich lag auf dem Gyn-Stuhl, Beine gespreizt, das Blut floss weiter und meine Blase war randvoll. Ich fühlte mich glaub noch nie so unangenehm. Nichts desto trotz wollte ich das Ding endlich in mir haben – höhö!

Zuerst untersuchte sie mich nochmals mit dem Ultraschallgerät und dann gings auch schon los. Durch den Muttermund wird der Einführungsstab bis in die Gebärmutter geschoben und dort wird die Spirale dann durch den Stab gedrückt und öffnet sich. Als sich die Spirale dann in meiner Gebärmutter geöffnet hat wurde mir ein wenig schwindelig und übel. Wahrscheinlich auch nur weil ich total am hypern war. Das Stäbchen wird wieder rausgezogen und Voilà! Noch einen kurzen Check, ob die Spirale richtig in der Gebärmutter sitzt und ich bin erlöst. Der Spuk dauert nicht mal 5 Minuten.

Die Prozedur ist nach meiner Erfahrung definitiv auszuhalten, dennoch leicht unangenehm. Den Schmerz würde ich als stechend und komisch beschreiben. Nach dem Einsetzen musste ich noch eine kurze Zeit sitzen bleiben, sonst wäre ich da glatt umgekippt.

Zum Glück wurde ich von meinem Freund abgeholt, denn ich konnte kaum richtig gehen. Unterleibsschmerzen vom Feinsten. Der ziehende Schmerz wurde an diesem Abend immer schlimmer und ich bin direkt ins Bett und auch den ganzen Abend nicht mehr aufgestanden. Am nächsten Tag sind die starken Schmerzen dann aber recht schnell wieder abgeschwächt. Gott sei Dank!

Kupferspirale: Nebenwirkung und so geht's meinem Körper

Die Tage nach dem Einsetzen waren ein wenig komisch. Jedes Mal wenn ich mich gebückt habe, dachte ich, die Spirale verrutscht und sticht in meine Organe. Ein mulmiges Gefühl so einen Fremdkörper in einem zu haben. Doch dieses Gefühl verging schneller als gedacht. Nach etwa zwei Tagen habe ich mich dann beruhigt und konnte mich wieder frei bewegen ohne diese unbegründete Angst. Ich hatte zwar noch leicht Schmerzen in meinem Unterleib, aber die waren leicht auszuhalten.

Nach dem Eingriff gönnt man seinen Lady Parts eine kleine Pause. Das bedeutet keine Tampons und keinen Sex für ca. eine Woche, da das Risiko und die Gefahr, für eine Entzündung oder Infektion, in dieser Zeit viel höher ist. Aber auch das hab ich überstanden. Nach 6 Wochen musste ich nochmals zu einer Kontrolluntersuchung, um zu checken ob noch alles da sitzt wo es muss und das tat es.

Jetzt, 4 Monate später, bereue ich kein bisschen mir die Kupferspirale eingesetzt zu haben. Ich muss mit diesem sicheren Verhütungsmittel an nichts mehr denken – für die nächsten 3-5 Jahre zumindest.

Ich habe nur bei einem Punkt zu motzen. Meine Periode geht viel länger und ist viel stärker – das Zeug fliesst ununterbrochen aus meinem Körper raus als gäbe es kein morgen. Das nervt mich ein wenig, aber man kann ja bekanntlich nicht alles haben.

Fazit meiner Erfahrung

Für mich hat sich der ganze Trouble mit der Kupferspirale definitiv gelohnt. Ich muss mir keine Sorgen wegen einer möglichen Schwangerschaft mehr machen und nicht täglich daran denken, die Pille einzunehmen. Denn ich bin nicht sehr verlässlich was Routine angeht. Das Einsetzen der Spirale war vielleicht nicht die angenehmste Sache der Welt, doch das habe ich gern in Kauf genommen. Dafür habe ich jetzt bis zu 5 Jahre Ruhe.    

 Titelbild: Unsplash

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