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Wie die Herren flirtenHochpokern, hochstapeln, hochpunkten

«Ob Heidi Klum oder Gisele Bündchen. Wenn ich will, kann ich sie alle haben.» Männer sagen so was nicht nur, sie glauben es auch. Hochstapeln beim Flirten: Es liegt Männern in den Genen. Das hat die Wissenschaft erwiesen.

Flirten Männer

Wann ist ein Mann ein Mann? Auf diese Frage bleibt uns Herbert Grönemeyer bis heute eine Antwort schuldig. Aber ein paar intime Details seiner Artgenossen wandern ihm dennoch über die Lippen: «Männer baggern wie blöde!» singt der deutsche Rockstar ganz selbstbewusst. Eine Aussage, die Frau nicht mehr hören und die Wissenschaft kaum glauben kann. Doch selbige hat es nun sogar schwarz auf weiss erwiesen: Grönemeyer hat Recht. Männer baggern wie blöde.

Beim Flirten ist masslose Selbstüberschätzung das männliche Mittel der Wahl. Aber deshalb nicht immer das Beste. Warum Männer trotzdem nicht anders können.

Ein Flirt-Experiment klärt auf

Die Tatsache, dass sich Männer beim Flirten häufig für die Grössten halten, scheint auch einer amerikanischen Forscherin aufgefallen zu sein. Entwicklungspsychologine Carin Perilloux wollte wissen, woher Männer ihr oft übertriebenes Ego nehmen und stellte einen Versuch an.

Sie bat 96 männliche und 103 weibliche Studentin an einem Speed-Dating teilzunehmen. Vor dem Dating sollte jeder der Kandidaten angeben, für wie attraktiv er sich selbst hält und ob er generell Interesse an einer flüchtigen Affäre hat. Danach starteten die Kandidaten in die Speed-Dates. Jeweils drei Minuten unterhielten sie sich mit einem Fremden. Im Anschluss sollte jeder Kandidat eine Einschätzung über die Attraktivität seines Flirt-Partners abgeben.

Männer überschätzen Ihren Flirt-Faktor

Die Ergebnisse der Befragungen sind verblüffend: Männer, die aussagten auf der Suche nach einer flüchtigen, sexuellen Liaison zu sein, gaben stets an, sich als überdurchschnittlich attraktiv einzuschätzen. Die Beurteilungen der befragten Damen bezüglich der tatsächlichen Attraktivität dieser Herren fielen dagegen weit weniger überschwänglich aus.

Im Gegenteil: Sie beurteilten diese Flirt-Kandidaten als schlichtweg unansprechend. Aber auch, was die Einschätzung ihrer selbst anging, stapelten die Damen nicht gerade hoch: Tendenziell unterschätzen Frauen, welches Interesse die befragte Männerwelt an Ihnen hat. Übrigens: Gleiches gilt auch für jene Männer, die von den Damen als tatsächlich attraktiv beurteilt wurden. Auch sie neigten dazu ihre attraktive Wirkung auf  Frauen zu unterschätzen. Sprich: Nur solche Kerle, die gerade nicht gut ankommen, glauben das sie es tun! Warum?

Hochstapel-Flirten sichert das Überleben

Fakt ist also: Eher nicht so anziehende Männer baggern wie blöde. Eine Tatsache, die wir auch ohne wissenschaftliche Studie schon wussten, uns bis dato allerdings nicht erklären konnten. Doch genau hier kommt wieder die Wissenschaft ins Spiel.

Forscherin Carin Perilloux behauptet nämlich den Grund der männlichen Hochstapelei zu kennen. Es sei der evolutionär getriebene Fortpflanzungsdrang, der Männer zu solchen groben Fehleinschätzungen beim Flirten treibt. Denn geht ein Mann pauschal davon aus, dass ihm quasi keine Frau widerstehen kann, riskiert er zwar einen Korb und einen kurzes Kratzer im Ego, bewahrt sich aber seine Chancen doch sein Glück zu landen.

Das Flirt-Motto, die Masse bringt's, ist also eine natürliche Überlebenstaktik. Je mehr Frauen angeflirtet werden, desto grösser die Chance, dass doch jemand anbeisst. Wenn man jeder Frau seinen Angelhaken hinwirft, kann einem schliesslich keine entwischen. Männerlogik ist simpel – aber sichert die Fortpflanzung.

Attraktive Typen sind zurückhaltendere Flirt-Partner

Vor diesem Hintergrund ist übrigens auch erklärlich, weshalb Männer, die von der Damenwelt als anziehend eingestuft wurden, beim Flirten weniger draufgängerisch vorgehen. Sie überschätzen Ihre Wirkungen auf die Frauen nicht. Sie müssen es aber auch nicht. Denn ob Ihrer Attraktivität, ist ihnen der Wettbewerbsvorteil ohnehin gewiss.

Umgang mit Hochstaplern

Die genetische Motivation von Hochstaplern stammt zwar noch aus der Urzeit, bringt uns aber auch in der Neuzeit immer wieder in unangenehme Situationen. Wie wird man einen gen-gesteuerten Mann nur wieder los? Auch hierauf hat die Wissenschaftlerin versucht eine Antwort zu finden.

Sie rät zu klaren, unmissverständlichen Signalen seitens der Frau. Auch wenn es unangenehm ist: Sag dem Herrn einfach, dass du keinerlei Interesse hast. Andernfalls wird er aus deinen Gesten (und seien diese auch noch so abweisend) das Gegenteil lesen.

Männer sind manchmal sonderbar! Auch das sagte schon Grönemeyer. Und inzwischen auch die Forschung. Von der wir übrigens noch eine weitere Erkenntnis übernehmen können: Auch Frauen liegen mit ihrer Selbsteinschätzung nicht immer ganz richtig. Frauen kommen nämlich generell besser an, als Sie denken! Also nur Mut! Baggert wie blöde!

Bild: unsplash

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