Nature does it!Hormonfreie Verhütung im Redaktionstest

Es wird mir schlecht, wenn ich daran denke, mir tagtäglich eine fette Dosis Hormone reinzuschmeissen. Obwohl die Zahlen zurückgehen, verhüten immer noch erstaunlich viele junge Frauen hormonell, ohne sich den Folgen bewusst zu sein. Doch zu meiner grossen Freude kommen immer mehr alternative Verhütungsmethoden ohne Hormone auf den Markt. Ich habe eine davon getestet.

Hormonfreie Verhütung

Es war eine regelrechte Revolution damals in den 60er Jahren, als die kleine Wunderpille, Achtung nicht zu verwechseln mit LSD, die Flower-Power-Szene aufmischte. Die Antibabypille sorgte für sexuelle Befreiung und war ein Meilenstein der Emanzipation. Die Frauen waren zum ersten Mal in der Lage selbst darüber zu entscheiden, ob sie schwanger werden wollten oder eben nicht.

Die anfängliche Euphorie verschwand allerdings ziemlich schnell. Schon bald geriet das von Männern entwickelte Verhütungsmittel ins Gefecht. Gefährliche Nebenwirkungen machten Schlagzeilen und immer mehr Frauen sich Gedanken darüber, was das kleine Ding für einen Einfluss auf ihren Körper und ihre Psyche hat. So auch ich.

Weder mein Grosi noch meine Mutter nahmen jemals die Pille. Daher stand auch ich dem kleinen, vermeintlich unschuldigen Ding kritisch gegenüber. Ich informierte mich über verschiedenste Verhütungsmethoden – von Stäbchen über Pflaster bis hin zu lustigen Spiralen. Das einzige, was keinen Einfluss auf meinen Körper hatte oder unangenehm in mich rein operiert werden musste waren also die Kondome. Umständlich, vor allem in einer Langzeitbeziehung, aber machbar.

Umso erfreuter und gespannter war ich, als ich von Yoyoni hörte. Ein hormonfreies Verhütungsmittel, das nicht nur deinen Zyklus, anhand deiner Basaltemperatur trackt, sondern dank einer ausgeklügelten App auch noch zahlreiche Infos zu verschiedensten Themen rund um Fruchtbarkeit, Sex, Menstruation, Babywunsch, den weiblichen Körper und vielem mehr bereithält. Nebst dem «Natürlich Verhüten»-Set bietet Yononi auch noch ein «Kinderwunsch»-Set an.

Yoyoni Set

Bild: Yoyoni

So funktioniert die hormonfreie Verhütung von Yoyoni

Da ich heute und morgen noch keine Mutter sein möchte, testete ich das «Natürlich Verhüten»-Set auf Herz und Nieren. Nieren ist ein gutes Stichwort – Alkohol hat nämlich Einfluss auf die Basaltemperatur, was mein Zyklustracking zu einer echten Herausforderung für den kleinen pinken Femometer machte.

Die Temperatur sollte jeweils morgens im Bett gemessen werden. Via Bluetooth wird sie dann direkt auf die Femometer-App übertragen, die man zu Beginn runterladen muss. Das Gerät im hübschen Design speichert bis zu 300 Messwerte. In der umfangreichen App lassen sich unzählige Daten erfassen: Ovulationstest-Streifen können abfotografiert und anschliessend analysiert werden, Beobachtungen zu Zervixschleim und Muttermund können eingetragen werden, verschiedene Symptome, Angaben zu Geschlechtsverkehr, Schlafqualität, Ernährung, Bewegung, Gewicht, Stimmung, Medikamenteneinnahme und vieles mehr können ebenfalls erfasst werden. Nebst dem Femometer sind im Set Ovulationstest-Streifen zum Zyklus tracken, ein pflanzliches Präparat mit traditionellen Frauenheilkräutern zur Nahrungsergänzung sowie die stylischen Kondome von Einhorn enthalten.

Aufgrund der eingetragenen Daten und Messwerten erstellt ein intelligenter Algorithmus dann Zyklusprognosen. Die Auswertung der Kurve kann man sich im Interpretiermodus erklären lassen. Mit der Zeit weiss man dann genau, wenn die fruchtbare Phase ist und kann in dieser Zeit mit Kondom verhüten. Des Weiteren lernt Frau ihren Zyklus und die Reaktion ihres Körpers auf verschiedene Einflüsse besser kennen.

Fazit

Grundsätzlich ein tolles Produkt. Jedoch nicht ganz so optimal für mich geeignet, was mehr mit mir als mit dem hübschen, pinken Femometer zu tun hat. Erstens ist mein Gedächtnis eine Katastrophe – ich habe das Messen mehrere Male vergessen. Dann kommt auch noch dazu, dass ich, wie bereits erwähnt, öfters mal ein, zwei Cüpli an einem Presseanlass schlürfe und dementsprechend am nächsten Tag ziemlich lange schlafe. Da die Tageszeit, wie auch der Alkohol, einen Einfluss auf die Körpertemperatur haben, sind bei mir beide Faktoren für eine verlässliche Prognose nicht erfüllt..

Im Nachhinein habe ich allerdings erfahren, dass man auf der App einen Wecker zur Erinnerung stellen und den Alokoholkonsum vermerken kann, was zu einer genaueren Messung, trotz Eskapaden, beiträgt. Das grösste Plus für mich war aber die informative App. Sie war extrem spannend, und ich durfte so einges über meinen Körper und meinen Zyklus erfahren.

Yoyoni würde ich all denen empfehlen, die einen einigermassen geregelten Tagesablauf und ein gutes Gedächtnis haben, in einer Beziehung und am besten noch Abstinenzler sind. Sobald ich aber ein wenig an meiner Disziplin gearbeitet habe, gebe ich Yoyoni definitiv eine zweite Chance.

Mehr Infos zu den Produkten gibt es hier.

Titelbild: Yoyoni

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