LiebeskummerWas tun gegen Herzschmerz?

Bei Liebeskummer wechseln sich Angst, Wut, Trauer und Lustlosigkeit ab. Woran das liegt und wann es aufhört, haben Hirnforscher und Soziologen herausgefunden. Wie man den Herzschmerz nach einer Trennung am besten übersteht, verraten Liebeskummer-Psychologen.

Es ist aus. Lara sitzt in ihrem Single-Appartement in Züri-West und kann es kaum glauben. Ein stechender Schmerz zieht durch ihr Herz. Vorbei ist das gemeinsame Liebesglück. Weg ist die gemeinsame Wohnung. Lara und ihr Freund haben sich getrennt. Dabei waren die letzten Jahre voller Liebe, Humor und Gemeinsamkeit. Jetzt fühlt Lara sich leer und allein.

Sie ruft ihre beste Freundin an, die kann kaum glauben, dass Lara sich nur noch an die «schönen Zeiten» mit ihrem Ex erinnert. Sie erinnert Lara an die schlechten Tage, seine schlechten Angewohnheiten, sein nerviges Verhalten. Jahrelang wollte er sich ändern, hat es aber dennoch nicht gemacht.

Wut und Trauer. Dann eine Tafel Schokolade.

Lara erinnert sich wieder: seine Unzuverlässigkeit, seine Rücksichtslosigkeit, sein egoistisches Verhalten. Wie konnte sie das nur vergessen? Wut kommt in ihr auf. Da sind noch so viele Dinge, die Lara ihm direkt ins Gesicht brüllen will. Wie in den vielen Streitereien, die die beiden ständig hatten. Die waren heftig. Nur danach nicht, danach war die Versöhnung umso liebevoller.

Oft machte er den ersten Schritt, klopfte sanft an ihre Tür. In der Hand ihre Lieblingsschokolade. Schokolade. Das ist es, was sie auch jetzt braucht. Lara sitzt Schokolade kauend in ihrem Single-Appartement und kann es wieder nicht fassen. Eigentlich waren es doch so schöne Zeiten.

19 Monate Liebeskummer sind Durchschnitt

Es ist Laras vierter Freund, mit dem eine Beziehung in die Brüche gegangen ist. Mit ihren dreissig Jahren liegt sie damit voll im Durchschnitt. Denn ein Blick auf Liebeskummer-Studien ist ernüchternd: Laut einer PARSHIP-Umfrage unter 2500 Personen brauchen Frauen rund 20 Monate, um den Herzschmerz komplett zu verdauen. Männer haben sich in rund 17 Monaten auskuriert. Lara wird also drei Monate länger als ihr Freund brauchen, um mit der morgendlichen Verzweiflung zu ringen, tägliche Angst-Wut-Trauer-Wechselduschen durchzumachen und ihr angeschlagenes Selbstvertrauen zurück zu gewinnen.

Eine extreme Zeit, die sich alles andere als normal und durchschnittlich anfühlt.

Glücksbotenstoff:

Serotonin ist ein «Glücksbotenstoff» und wirkt auf die Signalübertragung im Zentralnervensystem. Bei Liebeskummer verringert sich die Menge Serotonin. Die Folge: Trauer, Depressionen und Ängste.

Liebessüchtige auf Entzug

Während sich soziologische Studien einig darüber sind, dass 19 Monate Liebeskummer absolut normal sind, fragen sich die Hirnforscher, warum wir überhaupt Liebesschmerz verspüren: Lara ist chemisch gesehen, ein Liebesjunkie auf Entzug. Die fatale Droge ist «Serotonin». Lara hat es in ihrer Beziehung regelmässig «genommen», ohne es zu wissen. Serotonin ist ein Glücksbotenstoff, der im Gehirn von Verliebten freigesetzt wird.

Er erzeugt das zufriedene Gefühl, das Partner in einer gesunden Beziehung haben. Bei einer Trennung verringert sich der Liebesstoff, der Körper versucht dennoch «nachzutanken». Vergeblich. Der Prozess, der dabei ausgelöst wird, ist vergleichbar mit dem Entzug eines Alkohol- oder Kokainabhängigen, so ein Forschungsergebnis von Neurologen aus den USA. Wenn Lara das Fussballposter ihres Exfreundes zerknüllt und ihm als Geschenkpaket sendet und im sich im nächsten Moment die Augen ausheult, weil sie seinen alten Sportpullover in einem Karton gefunden hat, heisst das für Hirnforscher: Lara ist serotoninabhängig.

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