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Stop crying!Selbstreflexion statt Selbstmitleid

Mir ist im vergangenen Jahr vieles klar geworden. Ich hatte schöne und weniger schöne Momente, habe viel gelacht, viel gelernt und vor allem hatte ich viele Erkenntnisse. Eine dieser Erkenntnisse war, dass sehr viele Menschen wortwörtlich im Selbstmitleid ertrinken und ich bestimmt nicht so jemand sein möchte.

Selbstreflexion so wichtig ist sie.

Oft bemerke ich, dass sich gewisse Menschen in ihren eigenen Geschichten konstant in die Opferrolle begeben. Sie sind nie selbst schuld dafür, wie es ihnen geht, sondern es sind immer andere. Ich rede nicht von victim-blaming, davon bin ich ein grosser Feind. Nein, ich rede davon, dass sie konstant andere Menschen für ihr Wohlbefinden verantwortlich machen.

Wenn ich weiss, jemand behandelt mich schlecht, gebe ich mir nicht die Schuld dafür, dass besagte Person mich schlecht behandelt, aber ich habe Schuld, wenn ich solch Verhalten toleriere. Ich habe dann kein Recht eine andere Person für mein Ergehen in die Verantwortung zu ziehen.

Das wäre nämlich a) nicht sehr selbstreflektiert und b) oft selbstdestruktiv.

Zu Punkt a): Meiner Meinung nach ist der einzige Weg als Mensch zu wachsen und sich weiterzuentwickeln die Selbstreflexion. Wer bin ich? Wie habe ich mich verhalten und wieso? Was kann ich an meinem Verhalten ändern, wenn andere es nicht tun?

Damit meine ich, dass man manchmal nicht ändern kann, was jemand macht, sondern nur wie man darauf reagiert. Macht man sich keine Gedanken zu sich selbst, seiner Lage und seinem Verhalten bleibt man stehen.

Zu Punkt b): wenn man anderen Menschen die Macht über das eigene Wohlbefinden gibt, gibt man jegliche Kontrolle über die Selbst ab. Klar, es gibt immer Fälle bei welchen man anders argumentieren kann und Ausnahmen bei welchen dies nicht anzuwenden ist.

Trotzdem bin ich ganz davon überzeugt, dass jeder für sein Leben verantwortlich ist, ausser er wird zu Dingen gezwungen, ob physisch oder psychisch. Wird man jedoch nicht gezwungen etwas zu machen oder zu sagen, so hat man es freiwillig gemacht und ist auch selbst dafür verantwortlich.

Natürlich ist es einfach, die Verantwortung abzugeben. Man trägt weder Schuld, noch muss man sich mit sich selbst auseinandersetzten. Aber einfacher ist nicht immer besser - besonders in dieser Hinsicht. Möchte man keine Verantwortung übernehmen, so macht es ein Anderer oft schnell, dann hat man meiner Meinung nach kein Recht mehr andere für seine schlechte Gemütslage zu beschuldigen.

Ich bin verantwortlich für mich selbst, für mein Verhalten, für meine Reaktionen. Ich bin zuständig für mein Wohlbefinden, kein anderer.

Im neuen Jahr hoffe ich, dass mehr Menschen auch versuchen Kontrolle über ihr Leben zu übernehmen, in Form von Selbstreflexion. Wie gesagt, man trägt keine Schuld dafür wie ein Mensch einen behandelt, nur wie man damit umgeht, das liegt ganz bei uns selbst.

Titelbild: Unsplash 

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