Unbemerkte HormonstörungJede zehnte Frau leidet unter dem PCO-Syndrom – ohne es zu wissen

Wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt, die Periode unregelmässig kommt und das Gewicht zunimmt, könnten das PCOS Symptome sein.  

PCO Syndrom (PCOS): Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung

Polyzystisches Ovarsyndrom, kurz PCO Syndrom oder PCOS (aus dem Englischen polycystic ovary syndrome), ist eine hormonelle Störung, die in der Schweiz etwa bei jeder zehnten Frau im gebährfähigen Alter auftritt. Viele haben trotzdem noch nie etwas davon gehört. Denn in den meisten Fällen tritt PCOS auf, ohne dass die Betroffenen etwas davon wissen.

Welche PCOS Symptome gibt es?

Dass das PCO Syndrom häufig so lange unerkannt bleibt, liegt an den scheinbar zusammenhangslos auftretenden Symptomen. Diese Symptome können bei einem PCO Syndrom auftreten:

  • Gewichtszunahme trotz gewohnter Essgewohnheiten
  • Akne
  • Haarausfall
  • Schnell fettendes Haar
  • Unregelmässiger Zyklus
  • Ausbleibende Periode
  • Typisch männliche Körperbehaarung (etwa an Kinn und Lippe)
  • Unerfüllter Kinderwusch

Auch die Tatsache, dass bei vielen Frauen nicht alle, sondern nur einige dieser PCOS Symptome auftreten, macht das Erkennen der Hormonstörung nicht immer einfach.

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Wie die Pille PCOS Symptome unterdrückt

Erschwerend auf die Diagnose wirkt es sich auch aus, wenn die Betroffene mit der Anti-Baby-Pille verhütet. Die hormonelle Zusammensetzung der Pille unterdrückt nämlich das Auftreten der typischen PCOS Symptome.

Das ist auch der Grund, weshalb die Pille oft vorrübergehend als Mittel gegen PCO verschrieben wird. Jedenfalls dann, wenn kein Kinderwusch besteht. Gleichzeitig ist die Einnahme der Pille aber eben auch der Grund dafür, dass viele Frauen nicht merken, dass sie überhaupt von PCO betroffen sind. Erst wenn sie die Pille absetzen, wundern sie sich über ein Ausbleiben der Schwangerschaft und die weiteren Symptome.

Was ist ein PCO Syndrom?

Das PCO Syndrom ist eine meistens genetisch bedingte Hormonstörung, bei der es – einfach gesagt – zu einer Überproduktion männlicher Hormone, sogenannter Androgene, kommt. Dies bewirkt nebst optischen Veränderungen (wie Haarwuchs, Gewicht, Akne), dass in den Eierstöcken viele kleine Bläschen produziert werden, die es aber hormonell bedingt niemals zur Follikelreife schaffen, stattdessen verkümmern und sich als zystenartiges Gewebe an den Eierstöcken verankern können.

In der Folge kommt es nicht nur zu einer Störung des Zyklus, sondern eben auch zu Unfruchtbarkeit. Als Langzeitfolge kann das PCO Syndrom sogar Diabetes, Krebs und Herz-Kreislauf-Beschwerden bedingen.

PCO Syndrom (PCOS): Eierstock mit PCOS und gesunder Eierstock

Links ein Eierstock mit PCO Syndrom, rechts ein gesunder. (Bild: Scio21/iStock)

Wie funktioniert die Diagnose beim PCOS?

Bemerkt man mögliche PCO Symptome, sollte zur genaueren Abklärung eine Gynäkologin konsultiert werden. Diese kann dann anhand einer Ultraschalluntersuchung feststellen, ob es bereits zu einer PCO Syndrom bedingten Zystenbildung gekommen ist und mit einer speziellen Blutuntersuchung weitere Analysen treffen.

Wie läuft eine PCO Behandlung ab?

Die gute Nachricht lautet: Eine PCO Behandlung gibt es. Durch gezielte Hormonpräparate lässt sich das hormonelle Ungleichgewicht wieder ausgleichen. Welche Therapieform gewählt wird, hängt dabei vom Kinderwunsch der Person ab und davon, welche Symptome im Vordergrund stehen.

Nachweislich wirkt auch ein gesunder Lebensstil förderlich auf die PCO Behandlung. Bei PCO bedingtem Übergewicht wirkt sich vor allem eine deutliche Gewichtsreduktion sowie regelmässige sportliche Betätigung positiv aus.

Ist eine Schwangerschaft trotz PCO Syndrom möglich?

Der Kinderwunsch muss bei PCO nicht unerfüllt bleiben. Die Behandlung kann zwar einige Zeit in Anspruch nehmen, die Chancen einer Schwangerschaft sind dann aber nicht geringer als bei Frauen ohne PCO Syndrom. Ein erkannter Feind ist bei PCOS also sprichwörtlich ein halber Feind.

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Titelbild: Annemarie Gorissen/iStock

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