Alles im Griff?Auf diese 7 Dinge solltest du bei deinem Trinkverhalten achten

Wo hat Genuss eigentlich seine Grenze? Um sich nicht plötzlich in einer Sucht wieder zu finden, sollte man im Umgang mit Alkohol auf bestimmte Zeichen achten.

Leitfaden zum gesunden Umgang mit Alkohol

So ein kühles Bier schmeckt zum Abendessen einfach gut. Und zum Anstossen gehört ein Cüpli oder ein Glas Wein nun mal dazu. Alkohol ist ein Teil unseres Alltags. Und das geniessen wir auch. Für Genuss ist Alkohol schliesslich da. Doch was passiert eigentlich, wenn der Genuss ausser Kontrolle gerät?

Alkoholsucht kann einen schneller treffen, als man denkt. Viele Meinungen über den richtigen Umgang mit Alkohol sind nämlich Ammenmärchen. So ist man beispielsweise keineswegs erst dann Alkoholiker, wenn man schon früh morgens ein starkes Verlangen nach Schnaps hat. Oder man ist nicht allein deshalb keinesfalls suchtgefährdet, weil man ausschliesslich in Gesellschaft und bloss Wein trinkt.

Der richtige Umgang mit Alkohol lässt keine Pauschalaussagen zu. Daher folgt hier ein kleiner Leitfaden im Umgang mit Alkohol.

Diese 7 Dinge solltest du im Umgang mit Alkohol beachten:

Familiäre Vorbelastung

1 Die Wissenschaft spekuliert bereits seit Jahren, ob eine Neigung zum Alkoholmissbrauch erblich bedingt sein kann. Und tatsächlich zeichnen sich dafür vermehrt klinische Beweise ab. Dazu kommt: Wer Alkoholmissbrauch oder andere traumatische Geschehnisse erlebt hat, kann eine stärkere Suchtgefahr aufweisen.  

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Regelmässigkeit

2 Alkoholkrank ist nicht nur derjenige, der jeden Alkoholkonsum bis zum Rausch treibt. Wer in regelmässigen Intervallen Alkohol trinkt, trägt dazu bei, dass sich Körper und Geist an den Alkohol gewöhnen und sich eine Sucht entwickelt. Experten empfehlen, nicht täglich zu trinken. Zwei bis drei alkoholfreie Tage sollten pro Woche eingelegt werden. Besser ist es natürlich, wenn man noch seltener trinkt.

Funktionalität

Beispiele für Funktionalität:

  • «Ich gönne mir ein Glas Wein, um nach dem hektischen Tag runter zu kommen.»
  • «Noch ein Bier, dann kann ich besser schlafen.»
  • «Ich trinke schon mal einen Prosecco, damit ich bei der Party später besser drauf bin.»

3 Alkohol ist ein Genussmittel. Es ist ein besonderer Geschmack, der mit Bedacht und Musse zelebriert werden soll. Setzt man Bier, Wein und Co. nicht mehr nur zu diesem Zwecke ein, sondern gibt ihm eine andere funktionale Bedeutung, sollte sich durchaus kritisch hinterfragen.

In der Box findest du typische Aussagen, wo die Funktionalität des Alkohols nicht mehr nur den Genuss umfasst. Erwischst du dich öfter, dass du eine oder mehrere dieser Aussagen benutzt, solltest du deinen Akoholkonsum überdenken.

Toleranzentwicklung

4 Trinkt man regelmässig Alkohol, entsteht im Körper ein gewisser Gewöhnungseffekt. Das ist auch der Grund, weshalb eine bestimmte Promillezahl bei jeder Person unterschiedliche Auswirkungen auf das Verhalten und die Befindlichkeit zeigt. Eine Toleranzentwicklung sollte als Symptom eines grenzwertigen Umgang mit Alkohol ernst genommen werden.

Verlangen

5 Dass man sich auf die Einladung zum Dinner und damit verbunden auch auf ein gutes Glas Wein freut, ist noch nicht ungewöhnlich. Kreisen die Gedanken aber regelmässig und auch über den Tag verteilt um den Alkoholkonsum, sollte man hellhörig werden.

Umgang mit Alkohol: Wann wird Genuss gefährlich?

Bild: oneinchpunch/iStock

Kontrollverlust

6 Bestimmt hat jeder schon mal den Moment verpasst, in welchem man besser keinen Schluck mehr getrunken hätte. Passiert einem so ein Kontrollverlust öfter, kann das durchaus ein Anzeichen für einen ungesunden Umgang mit Alkohol sein.

Entzugserscheinungen

7 Bei regelmässigem Alkoholmissbrauch sendet auch der Körper deutliche Anzeichen. Zittern, Unwohlsein, Schwitzen oder vielleicht sogar nächtliche Krampfanfälle sind Zeichen, die man unbedingt ernst nehmen sollte.

All diese Anzeichen sind keineswegs absolut oder abschliessend. Wie viel und wie regelmässig man Alkohol verträgt, sollte jeder für sich selbst einschätzen. Professionelle Hilfe kann dich dabei unterstützen. Geschulte Coaches, Ärzte und Therapeuten haben sich intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt und erkennen einen Missbrauch häufig schneller.

Weitere Infos und Kontakte

Hier bekommst du gratis Unterstützung von Sucht Schweiz – ob per Mail, Telefon oder Post.

Bei den AA kannst du gratis zu Treffen gehen – über was gesprochen wird, verlässt nie den Raum. Mehr Infos hier.

Hier kannst du dir das PDF zum Umgang mit Alkohol von Sucht Schweiz herunterladen.

Titelbild: AlexVolot/iStock

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