Wir führen jetzt Kalender!So hast du Mens und Fruchtbarkeit besser im Griff

Weisst du wann deine nächste Mens ansteht oder an welchen Tagen du schwanger werden kannst? Nein? Dann ist ein Zykluskalender genau das Richtige für dich. 

Warum ein Zykluskalender Sinn macht

Die Menstruation macht manchen mehr, anderen weniger Probleme. Mit ihr und unserem Körper klarkommen müssen wir jedoch alle. Einen Zykluskalender zu führen, kann helfen den individuellen Rhythmus der Mens zu verstehen und ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, wie sich diese auf deine Stimmung und deinen Körper auswirkt.  Und das ganz egal, ob du schwanger werden möchtest oder eben gerade nicht.

Warum jede Frau einen Zykluskalender haben sollte

Du wirst nie wieder in einem ungünstigen Moment ohne Tampon oder Binde da stehen, denn den Zeitpunkt, kannst du mit einem ordentlich geführten Kalender ganz leicht errechnen.

Ebenso wie deine fruchtbaren Tage, was das Schwangerwerden ungemein erleichtern kann.

Aber nicht nur du, auch dein Frauenarzt profitiert von einem gut geführten Kalender. Denn durch den Zykluskalender kann der Arzt dich besser betreuen. Dank deiner Aufzeichnungen, können die individuellen Veränderungen besser interpretieren werden. Bei unregelmässigen Zyklen kann nämlich auch eine Krankheit die Ursache sein.

Ebenso kann ein Arzt über den Kalender mögliche Faktoren ausmachen, die deine Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Was die Mens mit uns macht

Während des Menstruationszyklus verändert sich der Hormoncocktail in unserem Körper regelmässig. Die Auswirkungen dieser hormonellen Veränderungen können sich sowohl psychisch wie auch physisch bemerkbar machen. Beispielsweise sind die Brüste nach der Mens ein wenig kleiner als vor der Mens, was sich mit hormonell bedingten Wassereinlagerungen erklären lässt. Wenn wir unseren Eisprung hatten, steigt die Körpertemperatur bis zu einem halben Grad an und wir haben auch automatisch mehr Lust auf Sex. Doch nicht nur der Körper verändert sich entsprechend der Zyklusphasen, auch unsere Psyche bleibt von dem Hormon-Tango nicht verschont. Was natürlich nicht bedeutet das wir deshalb alle gleich unter PMS leiden.

Um von diesem Wirrwarr an Veränderungen und Hormonen, nicht immer hinterrücks überrascht zu werden, hilft dir ein Zykluskalender deine individuellen Veränderungen zu erkennen und besser mit den hormonellen Auswirkungen umzugehen.

So berechnest du deinen Zyklus nach der Kalendermethode

Mit der Kalendermethode berechnet man die fruchtbaren Tage anhand der Länge der Zyklen. Dabei sind der längste und kürzeste Zyklus ausschlaggebend.

1 Zuerst bestimmt wir, wie viele Tage der kürzeste Zyklus hat. Von dieser Zahl ziehen wir 18 Tage ab. Das Ergebnis ist der erste fruchtbare Tag.

2 Danach zieht man 11 Tage vom längsten Zyklus ab. Dieses Ergebnis gibt an, welches der letzte Tag fruchtbare Tag ist.

3 Wenn der kürzeste Zyklus 28 Tage hat ziehen wir 18 ab, was 10 ergibt. Danach ziehen wir 11 Tage vom längsten Zyklus ab, dieser hat zum Beispiel 34 Tage, es bleibt eine Differenz von 23.

4 Daraus ergibt sich eine fruchtbare Zeit vom 10. bis zum 23. Zyklustag, während die unfruchtbaren Tage vor dem 10. und nach dem 23. Zyklustag liegen.

On oder Offline: Zyklus-Apps helfen beim Kalender führen

Ein Zykluskalender kann ganz klassisch im Tagebuch festhalten werden. Man kann sich einen vorgefertigten in der Apotheke holen oder auch einfach online downloaden. Zum Beispiel hier 

Zykluskalender Beispiel

Beispiel Zykluskalender

Allerdings sind die Kästchen, in die man seine Daten einträgt, meist viel zu klein und dann kann der Kalender schnell unübersichtlich werden.

Einfacher sind sogenannte Zyklus-Apps. Natürlich muss man die Daten zu Gesundheit, Stimmung und Körper auch bei einer App, sehr diszipliniert eintragen, die Rechnerei übernimmt dann aber die App. Und die App erinnert dich auch daran, wann die Periode oder eben deine fruchtbaren Tage anstehen.

Die 3 beliebsten Zyklus-Apps

Mittlerweile gibt es dutzende Zyklus-Apps auf dem Markt. Diese drei gehören zu den bevorzugten. Bei allen Menstruations- oder Fruchtbarkeitskalendermethoden gilt dabei dasselbe, je mehr Daten über Mens, Beschwerden, Stimmung und sexuelle Lust und Aktivitäten man eingibt, desto präzisier und verlässlicher sind die Auswertungen der Apps.

1 Clue-App – Der Individualist

Clue ist eine Zyklus-Tracking App, die speziell auf den individuellen Menstruationszyklus ausgelegt ist. Bei sorgfältiger Pflege liefert dir Clue Daten über Zeitpunkt und Dauer der Mens, sowie Ausfluss und Schmerzverhalten. Diese App geht auch auf das PMS-Verhalten ein, in dem sie deine Daten zu deiner Stimmung, mit dem Verlauf deiner Mens vergleicht. Zusätzlich kann man Daten über Haut und Haar eingeben und erfährt so mehr darüber wie sich der individuelle Zyklus auf Pickel oder Haarausfall auswirkt. Super für Frauen, denen die Mens auf die Haut oder das Gemüt schlägt. Erhältlich ist die App sowohl für IOS als auch Andriod erhältlich.

Clue Zyklus App

Und so sieht die Clue-App aus

2 NetMoms – Der Babymacher

Wenn das Wunschkind auf sich warten lässt, kann der Zykluskalender von NetMoms weiterhelfen. Die App errechnet den Zeitpunkt für die nächste Mens und dadurch auch wann eine Befruchtung möglich ist. Dieser Kalender ist jedoch auf die Körpertemperatur angewiesen. Tägliches messen, ist bei dieser App zwingend notwenig. Aus den Daten über Temperatur, Blutungen, Stimmung, Stress, Alkohol und Schmerzen, prognostiziert die App dann den nächsten Eisprung. Erhältlich für IOS und Andriod.

3 Abishkking- App – Der Praktische

Abishkking sammelt genau wie die anderen Apps, alle wichtigen Infos zu Länge und Krämpfen der Mens. Zusätzlich ist die App auch als Pillenkalender einsetzbar, der einen an die Einnahme erinnert. Besonders praktisch ist die App, weil sie eine Emailfunktion hat. Man kann also vor dem nächsten Termin, den Kalender bequem an den Frauenarzt schicken. Auch Daten gehen bei dieser App nicht verloren, da man alle Infos in der Cloud speichern kann. Leider ist diese App bisher jedoch nur für Android-Nutzer verfügbar.

Lässt sich ein Zykluskalender als Verhütung einsetzten?

Wer die Kalendermethode zum Gesundheitscheck, Babywunsch oder einfach zur  Selbstkontrolle verwendet, ist auf der sicheren Seite und wird durch die sorgfältigen Eintragungen und Auswertungen, ein besseres Verständnis und vielleicht auch Verhältnis für und zum eigenen Körper bekommen.

Als Alternative zur hormonellen Verhütung mit der Pille eignet sich die Natürliche Familienplanung (NFP) mit einem Pearl Index von unter 1 jedoch besser. Auch Verhütungscomputer sind verlässlicher wenn man nicht schwanger werden möchte, da sie auch die Körpertemperatur, den Urin oder den Zerfixschleim analysieren und so eine zuverlässigere Aussage liefern können.

Das belegt auch der Pearl-Index der Kalendermethode. Dieser liegt bei 30. Dass heisst 300 von 1000 Frauen, werden jährlich schwanger, wenn sie allein mit dem Zykluskalender verhüten. Denn viele unterschätzen, dass auch äussere Faktoren den Zyklus und damit auch den Eisprung beeinflussen. Wenn das Ei also auf Grund von Stress oder einer Grippe, zwei drei Tage später springt, werden aus zwei dann auch ganz schnell drei!

Bilder: iStock, Collage Redaktion Femelle

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