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Beauty-BiorhythmusHautpflege nach der inneren Uhr

Wer seiner inneren Uhr folgt wird mit einem guten Lebensgefühl und einem noch besseren Aussehen belohnt. Denn Haut und Teint unterliegen einem natürlichen Takt, der je nach Uhr-, Jahres und Lebenszeit unterschiedliche Pflegebedürfnisse vorgibt. Wie verraten, wann Ihre Haut, was braucht.

Strahlender Teint braucht das richtige Timing

Vorstellen kann man sich diesen inneren Beauty Big Ben, als eine stecknadelgrosse Ansammlung von Nervenzellen, die als ein kleines Zentrum im Gehirn über der Kreuzung der Sehnerven, einige Zentimeter hinter dem Nasenrücken sitzt. Von hier aus steuert unsere innere biologische Uhr den Zyklus von Ruhe und Aktivität, Körpertemperatur, Enzymaktivität, Hormonkonzentration, Blutdruck, sogar die Stimmung und letztlich auch die Befindlichkeit unserer Haut.

Vor allem in der Hautpflege kennt der Biorythmus drei bestimmende Taktgeber: Die Tageszeit, die Jahreszeit und unser Alter. So leiden wir besispielsweise im Winter oft unter einem fahlen Teint. Auch Couperose oder Cellulite tritt stärker hervor. Grund ist die Kälte. Frieren wir, macht sich unser Körper daran den Wärmehaushalt zu regulieren. Damit die wichtigen inneren Organe mit ausreichend Blut versorgt werden, drosselt unser Organismus die Durchblutung unseres Hautgewebes zurück. Das ist ganz natürlich. Aber auch wenn es nichts ist worüber Sie sich Sorgen machen müssten, man sieht es Ihnen an: der Teint erscheint fahl.

Ein Strahlender Teint ist deshalb auch eine Frage des richtigen Timings. Denn wenn man diese natürlichen Schwankungen und damit die veränderten Bedürfnisse der Haut kennt, kann die Pflege perfekt darauf abgestimmt werden.

Hautpflege im Uhrzeigersinn: Tages- und Nachtpflege

Licht beeinflusst die Hormonproduktion im Körper und ist damit einer der wichtigsten Faktoren, wenn es um die Steuerung des biologischen Rhythmus geht. Bei Tageslicht werden im Körper aktivierende Stoffwechselprozesse angeregt, während abends bei mangelnder Helligkeit regenerierende Massnahmen in Gang gesetzt werden.Tagsüber ist daher die Blut-, Nährstoff- und Feuchtigkeitsversorgung der Haut besonders aktiv. Nachts läuft dafür die Zellteilung und –produktion auf Hochtouren. Viele Hautpflegeprodukte sind auf diese Rhythmen eingestellt und so formuliert, dass sie die zyklischen Veränderungen der Haut gezielt unterstützen.

Worauf Sie bei der Tagespflege achten sollten:

Licht hebt die Stimmung, gleichzeitig schadet UV-Licht allerdings der Haut. Gute Pflegeprodukte für den Tage arbeiten deshalb mit UV-Lichtfilter und enthalten Antioxidantien, die die Haut vor schädlichen Umweltschadstoffen schützen. Ob Sie nun zu einer reichhaltigen oder leichten Tagespflege greifen, ist dann allerdings eine Frage des Hauttyps und des Alters.

Worauf Sie bei der Nachtpflege achten sollten:

Nachtcremes haben hingegen zum Ziel, die natürliche Regenerationsphase zu begleiten, sowie dem nächtlichen Prozess des transepidermalen Feuchtigkeitsverlusts Herr zu werden. Unter Letzterem versteht man das Phänomen, dass sich die Hautporen im Schlaf auf ein Maximum weiten und so die natürliche Schutzbarriere der Haut durchlässiger werden lassen. Zwar kann dadurch Feuchtigkeit aus der Haut entweichen, andererseits haben Cremes nun die Möglichkeit über die geweiteten Poren wichtige Vitamine, Pflegstoffe, aufbauende Anti-Aging-Wirkstoffe und natürlich Feuchtigkeit ins Zellinnere zu schleusen. Generell gilt es nachts eine reichhaltiger Creme als tagsüber aufzutragen.

Jahreszeiten-Rhythmus: Saisonale Schönheit

Laubfärbung, Frühlingserwachen und prachtvolle Blütezeit: Was bei Mutter Natur in wunderschönen Kulissen zu beobachten ist spielt sich in unserem Körper im Kleinen ab. Unsere innere Uhr durchlebt jahreszeitliche Veränderungen und hat je nach dem Unterschiedliche Pflegebedürfnisse.

Hautpflege im Winter

Im Winter gelangt die natürliche Energiekurve auf ihren Tiefpunkt, Vitalfunktionen verlangsamen sich jetzt und man wird anfälliger für Hautirritationen. Schützend wirken nun Pflegeprodukte, die mehr Fett, denn Feuchtigkeit enthalten. Ein zu hoher Wasseranteil könnte bei kühlen Temperaturen nämlich in der Haut vereisen und Mikro-Gefrierungen hinterlassen.

Damit Ihr Teint auch bei der Kälte strahlend bleibt, setzen Sie auf eine Pflege Warm-up. Trinken Sie jetzt viel heissen Kräuter- oder Ingwertee. Zubereiten können Sie Heisses aber auch für ein entspannendes Dampfbad für das Gesicht.

Wer halberfroren nachhause kommt, tut sich im Winter mit einem Moorbad etwas gutes. Moor kann Wärme besonders gut speichern und steigert unsre Stoffwechsel- und Durchblutungsaktivitäten.

Der winterlich gedrosselte Stoffwechsel, hinterlässt seine Spuren auch in unserem Bindegewebe. Gegen Cellulite hilft jetzt ein Koffein-Peeling, dass Sie ganz einfach zuhause machen können. Mischen Sie dazu 3 EL koffeinhaltiges Kaffepulver, 1 EL Milch und einen Tropfen Ingweröl. Massieren Sie die Paste gut ein und lassen Sie sie einige Minuten einwirken, dann mit lauwarmen Wasser abspülen. Zusätzlich können Sie Ihr Bindegwebe stärken, indem Sie ihre Schenkel mit abwechselnden Kalt-Warm-Duschen beglücken.

Kleiner Tipp: Im Winter können Sie tagsüber die reichhaltig pflegenden Tagescremes des Sommers aufbrauchen – sie sind für die bedürftige Winterhaut gerade pflegend genug.

Hautpflege im Frühling

Der Frühling steht biologisch betrachtet für Wachstum und Erneuerung. Durch die höhere Lichtzufuhr und steigende Temperaturen laufen biochemische Prozesse jetzt wieder schneller ab und auch die Regenerationsfähigkeit ist aktiver denn je. Deshalb genügt es, wenn Se jetzt zu einer leichteren Tagespflege greifen.

Zusätzlich lässt sich diese Zeit für regelmässige Peelings und Reinigungsmasken (1-2 mal pro Woche), die die Haut bei ihren Erneuerungsprozessen unterstützen.

Reinigendes Peeling zum selber machen: Ein wirksam-pflegendes Peeling können Sie auch ganz einfach selbst herstellen. Mischen Sie dazu 3EL Naturjoghurt/Quark mit einem 1TL Honig und 2 EL Mandelkleie. Die im Joghurt oder Quark enthaltene Milchsäure reinigt die Haut, der Mandelkleien sorgen dafür, dass abgestorbene Hautschüppchen sanft entfernt werden und der Honig beruhigt die Haut. Maske auf die zuvor gereinigte Gesichtshaut auftragen, etwa 10 min einwirken lassen und dann mit lauwarmen Wasser mit kreisenden Bewegungen abwaschen.

Im Frühling produziert die Haut auch wieder vermehrt Talg. Wer zu Unreinheiten neigt tut seiner Haut jetzt mit Masken aus Heilerde etwas gutes. Teebaumöl ist ebenso ein wirksamer Pflegestoff gegen unerwünschte Pickel und Mitesser. Bei sensibler Haut, gilt es allerdings sparsam mit dem Teebaumöl umzugehen.

Hautpflege im Sommer

Bis zum Sommer steigert sich die zelluläre Energie auf ihr Maximum an Lebenskraft. Körperlich gesehen verkraftet der Mensch Belastungen nun am besten. Das muss er auch, denn die Bestrahlung mit Ozon und UV-Strahlen ist nun am höchsten. Unterstützen Sie Haut unbedingt durch effektiven Sonnenschutz.

Nach einem Sonnenbad empfiehlt es Gesicht und Körper mit Aftersun-Lotionen zu pflegen. Ansonsten gebieten es die feuchtwarmen Klimaverhältnisse, dass man feuchtigkeitsintensive Cremes verwendet – sowohl am Tag, als auch nachts.

Eine Extraportion Feuchtigkeit spenden jetzt Milchmasken. Sie wirken rückfettend und glättend. Dazu mischen Sie 2 EL Milch, 3 EL Honig, eine Messerspitze Butter, 2 EL Naturjoghurt und 2 EL Gries. 10 min einwirken lassen und mit lauwarmen Wasser abspülen.

Hautpflege im Herbst

Im Herbst müssen Mensch und Natur hingegen Kraft sammeln, statt selbige zu vergeuden. Um ihre Haut auf die Strapazen des Winters vorzubereiten, gilt es jetzt die Pflege wieder zu intensivieren. Eine Stärkung der Zellaktivität durch erreichen Sie beispielsweise jetzt Wechselduschen, Vitamine und Saunabesuche. Eine feuchtigkeits- und fettspendende Pflegecreme ist zudem ideal für Ihre Haut.

Wenn der Teint jetzt zu Grauschleiern neigt, sorgen jetzt ein leichtes Fruchtsäurepeeling für neuen Glanz. Allerdings muss man dazu nicht unbedingt eine Kosmetikerin aufsuchen, in der Apotheke sind diese auch und günstiger erhältlich. Vorsicht allerdings beim Selbermachen!

Am deutlichsten sichtbar sind die biologischen Rhythmen, wenn man sie auf die Dauer der menschlichen Lebensspanne betrachtet. Wenn Sie die unterschiedlichen Bedürfnisse Ihrer Haut je nach Lebensphase berücksichtigen, können Sie der nächsten mit frischen Blick entgegen sehen. Und sie nicht fürchten. Denn wer den Rhythmus des Lebens kennt, kann gut und schön mit ihm leben.

Hautpflege ab 20 Jahren

In jungen Jahren ist die Haut knackig und meist noch pflegeleicht. Leichte Hydrocremes reichen in der Regel aus, um den Teint zart und prall zu halten. Zusätzlich gilt es aber den Hauttyp zu beachten. Trockene Haut wünscht sich auch jetzt schon eine reichhaltigere Creme, wohingegen eine fettige Haut ganz spezielle Pflegebedürfnisse hat. Mehr dazu lesen Sie in unseren Artikeln «Die beste Pflege für trockene Haut» und «Unreine Haut: Die richtige Pflege gegen Glanz, Mitesser & Co.».

Hautpflege ab 30 Jahren

Ab einem Alter von 30 Jahren produziert die Haut rund 30 Prozent weniger Fett und büsst etwa 10 Prozent ihrer wasserspeichernden Kollagenfasern ein. Erste Mimikfältchen sind sichtbar. Pflegecremes dürfen jetzt deshalb etwas reichhaltiger ausfallen. Als Top-Inhaltsstoff gilt Coenzym Q10, da es die Energieproduktion der Haut anregt und ihr so einen vitalisierenden Frischekick verleiht. Auch Cremes die Ginseng enthalten, macht müde und gestresste Haut jetzt wieder munter.

Generell gilt es darauf zu achten, dass ihr Pflegeprodukt freien Radikalen entgegenwirkt, die die Zellbeschädigung beschleunigen. Als Beautyhelfer gelten hier die Antioxidantien, sogennate Radikalfänger, wie Vitamin E, Vitamin C, das bereits genannte Q10 und Polyphenole. Sie sind meist in Anti-Aging Cremes enthalten, durch eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse bekommen Sie aber auch Anti-Oxidantien satt.

Zusätzlich beugen Sie vegrösserten Poren mit zunehmenden Alter vor, indem Sie wöchentliche Peelings- und Pflegemasken zu Ihrer Beauty-Routine machen. Auch Stress wirkt sich jetzt direkt auf unseren Teint aus. Gönnen Sie sich deshalb ruhig schon jetzt ausreichend Schlaf und ab und zu einen Ausflug in ein Spa.

Hautpflege ab 40 Jahren

Im Alter von 40 Jahren, lässt die Zellaktivität deutlich nach. Der Abtransport von Schlackstoffen gerät ins Stocken, geschwollene Augenlieder sind typische Anzeichen hierfür.

Regelmässige Selbstmassagen und Pflegeprodukte mit stoffwechselaktiven Essenzen, wie Koffein oder Ginseng, steuern den Schwellungen nun optimal entgegen. Ebenfalls effektiv: Da auch Stützfunktion der Zellen langsam abnimmt, liebt reife Haut Cremes mit Calcium. Dieser Powerstoff stärkt die Zellwände und polstert die Haut damit optisch wieder auf. Vergessen Sie jetzt auch nicht die oft vernachlässigte Hals und Decollètée -Partie mit in ihr abendliches Pflegeprogramm aufzunehmen, den meist verraten Sie unser tatsächliches Alter am schnellsten.

Warme Ölmasken für Hals und Decollètée: Als besonders effektiv hat sich für die Pflege von Hals- und Brustpartie eine Maske mit warmen Öl erwiesen. Bereits 3 Teelöffelchen erwärmtem Mandel, Avocado- oder Olivenöls mit derselben Menge Honig ergeben eine glättende Maske. Die Öl-Honigmaske sanft auf Hals, Schlüsselbein und Brustansatz streichen und zugedeckt mit einem angefeuchteten Baumwollstoff 30 min einwirken lassen.

Ernährung nach dem Rhythmus der Natur

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) rät, sich auch in Ernährungsfragen an Mutter Natur zu orientieren. Saisonale Lebensmittel folgen nämlich einem ähnlichen Biorhythmus, wie der menschliche Organismus und ergänzen diesen daher in optimaler Weise. So gedeihen frische Kräuter, wie Löwenzahn oder Schafgabe im Frühjahr. Gerade in dieser Zeit tun die jungen Gewächse auch dem menschlichen Körper besonders gut. Zu einem Tee verarbeitet unterstützen sie den natürlichen Entgiftungsprozess. Im Sommer schmecken kühlende Nahrungsmittel, wie Melonen, Gurken, Tomaten, Äpfel oder Birnen erfrischend und stimulieren die körpereigene Temperaturregulation dabei optimal. Im Herbst nimmt die natürliche Energie langsam ab. Entsprechend gesund ist nun Wurzelgemüse. Es wirkt kräftigend von Innen. Der kühle Winter wird laut TCM vom Element Wasser beherrscht. Wärmende Gewürztees (mit Zimt oder Anis) helfen dem Organismus nun, seine Vitalfunktionen optimal zu erfüllen.

Foto: iStock

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