Period Cup Menstruationstasse: Vorteile, Nachteile, Anwendung und Reinigung ehrlich erklärt

Die Menstruationstasse gilt als nachhaltig, günstig und praktisch: einsetzen, Blut auffangen, ausleeren, reinigen, wiederverwenden. Einfach klingt das trotzdem nur auf den ersten Blick. Viele Frauen sind nach etwas Übung sehr zufrieden, andere kämpfen mit Auslaufen, Druckgefühl, Schmerzen oder Unsicherheit beim Entfernen. Genau deshalb lohnt sich ein nüchterner Blick. Hier erfährst du, welche Vorteile und Nachteile die Menstruationstasse wirklich hat, wie du sie richtig verwendest und wann ein anderes Periodenprodukt besser zu dir passen könnte.

Frau schaut Menstruationstasse an
Die Menstruationstasse ist oft gewöhnungsbedürftig © Gemini / Google

Menstruationstasse kurz erklärt: Das Wichtigste auf einen Blick

Was ist eine Menstruationstasse?

Eine Menstruationstasse, auch Menstruationscup oder Period Cup genannt, ist ein kleiner wiederverwendbarer Becher, der in die Vagina eingeführt wird. Er besteht meist aus medizinischem Silikon, teils auch aus TPE oder Latex. Anders als ein Tampon saugt die Tasse das Menstruationsblut nicht auf, sondern fängt es auf. Danach wird sie geleert, ausgespült und wieder eingesetzt.

Viele Modelle haben am unteren Ende einen kleinen Stiel oder Ring, damit du die Tasse besser greifen kannst. Die Form, Festigkeit und Grösse unterscheiden sich je nach Marke teils deutlich. Genau das ist einer der Gründe, warum die erste Tasse nicht immer sofort die richtige ist.

Für wen kann sie sinnvoll sein?

Die Menstruationstasse kann gut zu dir passen, wenn du eine wiederverwendbare Lösung suchst, langfristig Geld sparen möchtest oder Tampons als eher austrocknend empfindest. Auch bei mittlerer bis stärkerer Blutung kann sie sehr zuverlässig sein, wenn Grösse und Form zu deinem Körper passen.

Für manche Frauen hat die Tasse noch einen anderen Vorteil: Sie kann helfen, den eigenen Zyklus und die Blutungsmenge bewusster wahrzunehmen. Das ist kein Muss und kein Selbstoptimierungsprojekt, sondern schlicht mehr Körperwissen.

Für wen ist sie eher nicht ideal?

Die Menstruationstasse ist keine Pflicht und auch nicht automatisch die beste Lösung. Eher unpraktisch oder belastend kann sie sein, wenn du Berührung mit Blut sehr unangenehm findest, vaginale Schmerzen hast, zu starker Beckenbodenspannung oder Vaginismus neigst oder wiederkehrende Infektionen und ungeklärte Beschwerden hast.

Auch wenn du eine Kupferspirale, Hormonspirale oder Kupferkette trägst, solltest du nicht einfach ausprobieren, sondern die Anwendung zuerst mit deiner Frauenärztin besprechen. Und wenn du unterwegs oft keine Möglichkeit hast, die Hände zu waschen oder die Tasse sauber zu leeren, kann ein anderes Produkt im Alltag unkomplizierter sein.

Die wichtigsten Vorteile der Menstruationstasse

1. Sie produziert weniger Müll

Eine Menstruationstasse kann über Jahre verwendet werden, wenn das Material intakt bleibt und du sie richtig pflegst. Das bedeutet deutlich weniger Einwegprodukte als bei Tampons oder Binden. Für Frauen, die im Alltag Abfall reduzieren möchten, ist das ein echter Vorteil. Moralisch aufgeladen werden muss das nicht: Nachhaltigkeit ist ein Pluspunkt, aber kein Kriterium, das deine Produktwahl rechtfertigen muss.

2. Sie kann langfristig günstiger sein

Je nach Marke und Modell kosten Menstruationstassen grob etwa 15 bis 50 Franken. Wenn dir eine Tasse gut passt und du sie lange nutzen kannst, ist das auf Dauer oft günstiger als laufend Einwegprodukte zu kaufen. Ganz so eindeutig ist die Rechnung aber nicht immer: Wenn du mehrere Modelle ausprobieren musst, relativiert sich der finanzielle Vorteil zunächst.

3. Sie trocknet die Scheide meist weniger aus als Tampons

Weil die Tasse Blut auffängt statt aufzusaugen, empfinden manche Frauen sie als angenehmer als Tampons. Das heisst nicht, dass sie Beschwerden heilt oder für jede besser ist. Es heisst nur: Wenn du Tampons als trocken, reizend oder unangenehm erlebst, kann die Menstruationstasse einen Versuch wert sein.

4. Sie kann bei passender Grösse sehr zuverlässig sein

Wenn die Tasse richtig sitzt und sich vollständig geöffnet hat, kann sie sehr gut abdichten. Gerade am Anfang ist Auslaufen trotzdem häufig und oft kein Zeichen, dass die Methode grundsätzlich nichts für dich ist. Häufig liegt es an der Falttechnik, am Sitz, an der Grösse oder daran, dass der Muttermund anders liegt als gedacht.

Die Menstruationstasse kann hygienisch sein, wenn sie richtig gereinigt, rechtzeitig geleert und mit sauberen Händen eingesetzt wird. Sie ist aber nicht automatisch hygienischer als andere Produkte. Entscheidend ist die Anwendung.

5. Sie kann helfen, den eigenen Körper besser kennenzulernen

Mit einer Menstruationstasse bekommst du oft ein genaueres Gefühl dafür, wie stark deine Blutung tatsächlich ist und an welchen Tagen sich dein Körper anders anfühlt. Das kann entlastend sein, gerade wenn du deine Periode bisher eher über Flecken, Unsicherheit oder ständiges Wechseln von Produkten organisiert hast.

Die wichtigsten Nachteile der Menstruationstasse

1. Die Anwendung braucht Übung

Einführen, Öffnen, Sitz prüfen, Unterdruck lösen, sauber entfernen: Das klingt technisch, und ein Stück weit ist es das auch. Die ersten Zyklen sind oft eine Lernphase. Wenn es nicht sofort klappt, sagt das nichts über dich aus. Es heisst nur, dass dein Körper kein standardisiertes Schema ist.

Gerade am Anfang ist ein Backup mit Periodenslip oder Slipeinlage sinnvoll. Das nimmt Druck raus und verhindert, dass ein einzelner Fehlversuch gleich zum Urteil über die ganze Methode wird.

2. Sie kann auslaufen

Auslaufen ist einer der häufigsten Frustpunkte. Meist steckt kein Materialfehler dahinter, sondern ein Passform- oder Anwendungsproblem. Häufige Gründe sind:

  • Die Tasse sitzt zu hoch oder zu tief.
  • Sie hat sich nicht vollständig geöffnet.
  • Die Grösse oder Festigkeit passt nicht zu deinem Körper.
  • Dein Muttermund sitzt während der Periode tiefer als erwartet.
  • Die Tasse ist bereits voll.
  • Ein sehr starker Beckenboden drückt sie zusammen.
  • Die kleinen Luftlöcher am Rand sind verstopft.

3. Einführen oder Entfernen kann unangenehm sein

Schmerzen beim Einführen oder Entfernen solltest du ernst nehmen. Dahinter können Trockenheit, Angst, schlechte Erfahrungen, Beckenbodenspannung, Vaginismus, Narben, Endometriose oder schlicht ein unpassendes Modell stecken. Eine Menstruationstasse muss nicht «einfach ausgehalten» werden.

Wenn sie dir wiederholt Schmerzen macht, ist das kein Zeichen, dass du dich mehr anstrengen musst. Dann passt vielleicht die Grösse, die Form oder das ganze Produkt nicht zu dir. Ein Periodenslip, eine Binde, ein Tampon oder eine Menstruationsdisc können dann die stimmigere Lösung sein.

4. Reinigung ist aufwendiger als bei Einwegprodukten

Eine Menstruationstasse braucht Pflege. Während der Periode bedeutet das: Hände waschen, leeren, ausspülen, wieder einsetzen. Nach der Periode sollte sie nach Herstellerangabe ausgekocht oder sterilisiert werden. Aggressive Seifen, Desinfektionsmittel, normale Feuchttücher, Spülmaschine oder Waschmaschine gehören nicht dazu. Sie können Material und Schleimhaut unnötig belasten.

5. Bei Spirale oder Kupferkette braucht es Vorsicht

Wenn du eine Kupferspirale, Hormonspirale oder Kupferkette hast, solltest du die Menstruationstasse nicht einfach ausprobieren, ohne vorher mit deiner Frauenärztin zu sprechen. Es gibt Hinweise, dass Menstruationstassen mit einem erhöhten Risiko für Lageveränderungen oder Ausstossungen verbunden sein können.

Wichtig ist vor allem, beim Entfernen immer zuerst den Unterdruck zu lösen und nie einfach an der Tasse nach unten zu ziehen. Achte darauf, nicht an den Rückholfäden der Spirale zu ziehen. Wenn die Fäden plötzlich nicht mehr tastbar sind, du Schmerzen hast oder sich deine Blutung auffällig verändert, solltest du die Lage kontrollieren lassen.

6. Sie ist nicht für penetrativen Sex gedacht

Für penetrativen Sex ist die klassische Menstruationstasse nicht gedacht. Sie sitzt im Vaginalkanal und sollte vorher entfernt werden. Wenn du ein Produkt suchst, das während der Periode beim Sex getragen werden kann, sind Menstruationsdisc oder Soft-Tampon eher relevante Alternativen. Beide haben aber eigene Vor- und Nachteile und ersetzen weder Verhütung noch Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen.

Menstruationstasse einführen: Schritt für Schritt

Vor dem ersten Einführen

Koche die Tasse vor dem ersten Gebrauch nach Herstellerangabe aus. Wasche dir vor dem Einführen gründlich die Hände. Am besten probierst du die Tasse an einem ruhigen Tag zu Hause aus, nicht zwischen Termin, Arbeit und dem Gedanken, dass es sofort perfekt funktionieren muss.

Manchen hilft es, den ersten Versuch an einem leichteren Blutungstag zu machen oder ein wenig Gleitgel auf Wasserbasis zu verwenden, sofern das laut Hersteller geeignet ist. Eine entspannte Position kann helfen: im Hocken, mit einem Bein erhöht oder sitzend auf der Toilette.

Die häufigsten Falttechniken

Damit die Tasse eingeführt werden kann, wird sie gefaltet. Es gibt nicht die eine richtige Technik, sondern die, die für deinen Körper funktioniert.

  • C-Fold: Die Tasse wird flach zusammengedrückt und dann in der Mitte zu einem C gefaltet. Einfach, aber nicht immer die schmalste Form.
  • Punch-Down-Fold: Du drückst einen Randpunkt nach innen. Dadurch wird die Einführspitze kleiner, was viele als angenehmer empfinden.
  • 7-Fold: Die Tasse wird flachgedrückt und eine Ecke diagonal nach unten gefaltet. Das ergibt eine eher schmale Form.

Nach dem Einführen sollte sich die Tasse wieder öffnen. Das passiert manchmal sofort, manchmal erst nach einem kleinen Nachjustieren.

So merkst du, ob die Tasse richtig sitzt

Eine gut sitzende Menstruationstasse sollte kein starkes Fremdkörpergefühl verursachen. Sie muss nicht tief sitzen wie ein Tampon, sondern so, dass sie sich angenehm anfühlt und dicht hält. Hilfreich kann sein, mit einem sauberen Finger den Rand abzutasten oder die Tasse am Boden leicht zu drehen, um zu prüfen, ob sie geöffnet ist.

Wenn der Stiel sticht oder drückt, sitzt die Tasse möglicherweise zu tief oder das Modell ist für deinen Körper nicht ideal. Bei manchen Tassen darf der Stiel gekürzt werden, aber nur wenn der Hersteller das erlaubt.

Menstruationstasse entfernen, ohne dass es weh tut

Erst den Unterdruck lösen

Der wichtigste Punkt beim Entfernen: Nicht einfach am Stiel ziehen. Greife den unteren Teil der Tasse, drücke den Boden leicht zusammen oder schiebe einen Finger an den Rand, um den Unterdruck zu lösen. Erst dann ziehst du sie langsam und kontrolliert heraus.

Wenn du sie dabei leicht hin und her bewegst, geht es oft einfacher. Gerade an stärkeren Tagen kann es helfen, die Tasse über der Toilette oder unter der Dusche zu entfernen.

Wenn du sie nicht sofort erreichst

Nicht panisch werden: Eine Menstruationstasse kann nicht im Körper verschwinden. Wenn sie höher sitzt als erwartet, geh in die Hocke, atme bewusst aus und versuche, den Beckenboden locker zu lassen. Sanftes Pressen kann helfen, die Tasse etwas nach unten zu bringen.

Wenn es nicht gleich klappt, mach eine Pause und versuche es später nochmals. Verwende keine Gegenstände, um die Tasse herauszuholen.

Wann du Hilfe holen solltest

Wenn du die Tasse trotz mehrerer Versuche nicht entfernen kannst, starke Schmerzen bekommst oder zusätzlich Schwindel, Fieber oder ungewöhnlichen Ausfluss bemerkst, solltest du medizinische Hilfe holen. Eine gynäkologische Praxis, eine Permanence oder eine Notfallpraxis kann dir in so einer Situation weiterhelfen.

Menstruationstasse reinigen: Was wirklich wichtig ist

Während der Periode

Wasche dir vor dem Leeren und Einsetzen immer die Hände. Spüle die Tasse nach dem Ausleeren mit kaltem oder lauwarmem Wasser aus. Kaltes Wasser kann helfen, Blutreste leichter zu entfernen. Achte auch auf die kleinen Luftlöcher am oberen Rand, weil sie für die Dichtigkeit mitverantwortlich sind.

Auf öffentlichen Toiletten ist die Anwendung manchmal unpraktisch. Dann kannst du die Tasse zunächst leeren und wieder einsetzen, wenn gründliches Ausspülen gerade nicht möglich ist, und sie reinigen, sobald du Zugang zu Wasser hast. Für die Hände sind feuchte Reinigungstücher unterwegs hilfreich, für die Tasse selbst aber keine aggressiven Tücher oder parfümierten Produkte.

Nach der Periode

Nach dem Zyklus solltest du die Tasse nach Herstellerangabe auskochen oder sterilisieren. Danach trocknet sie idealerweise vollständig und wird in einem atmungsaktiven Beutel aufbewahrt, nicht feucht und nicht luftdicht verschlossen.

Schau dir die Tasse regelmässig genau an. Risse, klebrige Stellen, auffälliger Geruch oder Materialveränderungen sind ein Zeichen, dass du sie nicht einfach weiterverwenden solltest.

Was du nicht tun solltest

  • Nicht in die Spülmaschine oder Waschmaschine geben.
  • Keine aggressiven Seifen oder Duftstoffe verwenden.
  • Keine Desinfektionsmittel benutzen, wenn sie nicht ausdrücklich geeignet sind.
  • Die Tasse nicht mit anderen teilen.
  • Beschädigtes Material nicht weiterverwenden.

Wie gefährlich ist die Menstruationstasse?

TSS: selten, aber ernst

Das toxische Schocksyndrom, kurz TSS, ist selten, aber ernst. Es kann unter anderem im Zusammenhang mit der Verwendung von Tampons oder Menstruationstassen auftreten. Viele Tassen können je nach Modell und Blutungsstärke mehrere Stunden getragen werden. Aus hygienischer Sicht solltest du sie trotzdem regelmässig leeren, bei starker Blutung früher, spätestens nach der vom Hersteller angegebenen Maximaldauer. Wer auf Nummer sicher gehen will, orientiert sich eher an kürzeren Wechselintervallen als an der maximal möglichen Tragezeit.

Wenn du während der Periode plötzlich hohes Fieber, starke Krankheitsgefühle, Erbrechen, Durchfall, Schwindel, Verwirrtheit oder einen auffälligen Ausschlag bekommst, gilt: Tasse entfernen und sofort medizinische Hilfe holen. Sag dabei ausdrücklich, dass du eine Menstruationstasse verwendet hast.

Infektionen und Reizungen

Jucken, Brennen, Schmerzen oder ungewöhnlicher Ausfluss sind keine Beschwerden, die du mit einer Menstruationstasse einfach weiter aussitzen solltest. Pausiere die Anwendung und lass die Ursache bei Bedarf abklären. Auch nach einer Pilzinfektion oder bakteriellen Vaginose ist es sinnvoll, die weitere Verwendung nach Herstellerangabe oder ärztlicher Empfehlung zu beurteilen.

Die Menstruationstasse ist nicht automatisch problematisch, aber auch kein Produkt, das bei ungeklärten Beschwerden neutral bleibt. Dein Körper darf hier das entscheidende Kriterium sein.

Material und Schadstoffe

Die meisten Menstruationstassen bestehen aus medizinischem Silikon, manche aus TPE oder Latex. Bei Latexallergie solltest du Latexmodelle meiden. Sinnvoll sind Produkte von seriösen Anbietern mit transparenten Materialangaben und klaren Pflegehinweisen.

Für Menstruationshygieneprodukte gelten in der Schweiz gesetzliche Anforderungen. Das bedeutet nicht, dass jedes Produkt automatisch gleich gut ist, aber es ist ein wichtiger Rahmen. Wenn du unsicher bist, lohnt sich ein genauer Blick auf Material, Verarbeitung und Herstellerinformationen statt auf Marketingversprechen.

Menstruationstasse, Tampon, Binde, Periodenslip oder Disc?

Menstruationstasse vs. Tampon

Der grösste Unterschied: Die Tasse fängt Blut auf, der Tampon saugt es auf. Tampons sind für viele Anfängerinnen leichter zugänglich, weil sie vertrauter wirken und weniger Nachdenken über Faltung, Öffnung und Sitz verlangen. Die Menstruationstasse ist dafür wiederverwendbar und wird oft als weniger austrocknend erlebt.

Beide Produkte brauchen Hygiene und regelmässiges Wechseln beziehungsweise Leeren. «Besser» ist hier kein allgemeines Urteil, sondern eine Frage von Alltag, Körpergefühl und Aufwand.

Menstruationstasse vs. Periodenslip

Der Periodenslip ist nicht invasiv. Das macht ihn für viele Frauen angenehmer, besonders bei Schmerzen, Beckenbodenspannung oder wenn sie kein Produkt einführen möchten. Er eignet sich oft gut für die Nacht, für leichte bis mittlere Blutung oder als Backup zur Tasse.

Die Menstruationstasse kann beim Schwimmen, Sport oder stärkerer Blutung praktischer sein, wenn sie gut sitzt. Der Periodenslip wiederum ist oft die entspanntere Lösung, wenn du gerade möglichst wenig Körperkontakt und Technik willst.

Menstruationstasse vs. Menstruationsdisc

Eine Menstruationsdisc sitzt anders als eine Tasse, meist höher im Scheidengewölbe. Sie erzeugt in der Regel keinen klassischen Unterdruck wie die Menstruationstasse. Manche Modelle können beim penetrativen Sex getragen werden, was für einige Frauen ein relevanter Unterschied ist.

Auch die Disc braucht Übung. Wenn du mit der Tasse wegen Druck, Unterdruck oder Sitzproblemen nicht zurechtkommst, kann eine Disc interessant sein. Sie ist aber keine automatisch einfachere Lösung.

Menstruationstasse vs. Binde

Die Binde braucht kein Einführen und ist deshalb oft die einfachste Option. Sie kann besonders sinnvoll sein bei Schmerzen, Infekten, nach gynäkologischen Eingriffen oder wenn du nachts kein internes Produkt tragen möchtest. Zum Schwimmen ist sie naturgemäss ungeeignet, und im Vergleich zu wiederverwendbaren Produkten entsteht meist mehr Abfall.

Welche Grösse passt zu mir?

Die richtige Grösse hängt nicht nur davon ab, ob du schon geboren hast oder wie alt du bist. Diese Einteilungen sind oft zu grob. Wichtiger sind deine Blutungsstärke, die Höhe deines Muttermunds, die Stärke deines Beckenbodens, dein Körpergefühl und ob du interne Produkte generell gut verträgst.

Ein kleineres oder weicheres Modell kann angenehmer sein, wenn du eher empfindlich bist oder Probleme mit Druck hast. Ein festeres Modell kann bei starkem Beckenboden oder Sport sinnvoller sein, wenn sehr weiche Tassen zusammengedrückt werden. Wenn du wiederholt Schmerzen oder Leckagen hast, ist die Lösung oft nicht «mehr üben», sondern ein anderes Modell.

Was tun, wenn die Menstruationstasse ausläuft oder schmerzt?

Bei Auslaufen

Wenn die Tasse ausläuft, prüfe zuerst den Sitz. Hat sie sich vollständig geöffnet? Sitzt dein Muttermund wirklich innerhalb der Tasse und nicht daneben? Ist die Tasse vielleicht einfach voll? Gerade an starken Tagen kann häufigeres Leeren nötig sein.

Bleibt das Problem bestehen, kann eine andere Grösse, Form oder Festigkeit helfen. Für die Übergangszeit ist ein Periodenslip oder eine Slipeinlage als Backup oft entlastend.

Bei Schmerzen

Schmerzen sind kein normaler Nebeneffekt, den du ignorieren solltest. Wenn die Tasse drückt, sticht oder Krämpfe verstärkt, kann sie zu gross, zu hart oder falsch positioniert sein. Auch Trockenheit, ein verspannter Beckenboden oder gynäkologische Beschwerden können eine Rolle spielen.

Wenn Schmerzen wiederholt auftreten, lohnt sich eine Pause und bei Bedarf eine Abklärung. Ein anderes Produkt ist keine Niederlage, sondern oft einfach die passendere Lösung.

Das ehrliche Fazit

Die Menstruationstasse kann eine sehr gute Lösung sein: wiederverwendbar, langfristig oft günstiger und bei guter Passform zuverlässig. Gleichzeitig ist sie kein Wunderding und nicht automatisch besser als Tampon, Binde oder Periodenslip. Sie verlangt Übung, Körperkontakt, Reinigung und ein gewisses Mass an Gelassenheit, wenn am Anfang nicht alles sofort klappt.

Wenn du neugierig bist, lohnt sich ein realistischer erster Versuch ohne Perfektionsdruck. Wenn du merkst, dass sie dir Schmerzen macht, dich stresst oder einfach nicht zu deinem Alltag passt, ist das genauso valide. Ein gutes Periodenprodukt ist nicht das, das gerade am lautesten empfohlen wird, sondern das, mit dem du dich sicher, sauber und möglichst entspannt fühlst.

Quellen

Mehr dazu
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