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STRAND STATT STREITSo bleibt der Beziehungsstress den Ferien fern

Fremde Länder, das gleiche Problem: Viele Paare haben Beziehungsprobleme im Feriengepäck und manchmal sogar eine Trennung im Souvenirbeutel. Selbst die grösste Liebe kann jenseits der Landesgrenzen, an ihre eigenen Grenzen stossen. Muss sie aber nicht!

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Endlich Ferien! Es warten geballte vierzehn Tage voller Nachholbedarf. Endlich länger aus- und intensiver beischlafen. Der Wunsch vieler Paare ist klar: Der Beziehung soll unter den Palmen sonniger Traumstrände neues Leben eingehaucht werden. Doch statt mit dem Alltag abzurechnen, geschieht selbiges nicht selten mit dem Partner. In fast jeder dritten Beziehung wandelt sich vorfreudiges Fernweh in qualvollen Beziehungsprobleme. Die ersehnten Liebesferien bringen Frust statt Ferien, dabei war in der Vorstellung doch alles so rosarot!

Erwartungen: Liebe jenseits des Ferienkataloges

Und genau da liegt das Problem. Die Erwartungen an die schönste Zeit des Jahres sind bei vielen Paaren zu hoch. Besonders Pärchen, die den Abstand von alltäglichen Lasten besonders nötig haben, erhoffen sich von den Ferien einen Selbstläufer in Sachen Ruhe und Romantik. Eine Vorstellung, die in bunten Ferienkatalogen zwar auf Hochglanz suggeriert wird, tatsächlich aber utopisch ist. Die Lösung: Lass dich nicht blenden. Ferien müssen nicht hollywoodreif verlaufen, um erholsam zu sein. Jedes Paar hat seine eigene Art zu entspannen. Ihr müsst dafür nicht turtelnd an Traumstränden schlendern. Ihr könnt auch schweigend am Pool Zeitungen lesen und geniessen, dass ihr euch in der Partnerschaft auch wortlos versteht und nebeneinander zur Ruhe findet. Erholung und Intimität verläuft bei jedem Paar anders.

Konflikte im Koffer: Probleme werden mitgenommen

In die Ferne zu fliegen bedeutet für viele eine kurze Flucht vor dem Alltag. Leider lassen sich manche Alltagslasten nicht so leicht abschütteln. Dass Streitereien daher ausgerechnet am Traumstrand hochkochen, ist keine Seltenheit. Konflikte, die unter dem engen Zeitplan des Alltags auf später verschoben werden, finden in den Ferien ihren sandigen Nährboden zurück. Denn gerade jetzt, da man Ruhe und Zeit hat, sich mit dem Partner auseinander zu setzen, tauchen ungelöste Probleme oder Meinungsverschiedenheiten wieder auf. Nutzt die freie Zeit und die traumhafte Ferienkulisse lieber zur Bewältigung des Konfliktes, anstatt sich darüber zu ärgern. Oft lassen sich in entspannter Ferienstimmung schnellere und bessere Lösungen finden, als in der angespannten Hektik des Alltags. Setz dich einen Abend intensiv mit dem Streitthema auseinander, anstatt über mehrere Tage zu schmollen. Du willst die verbleibenden Ferientage doch geniessen.

Aus Nähe wird Enge: Kein Rückzug möglich?

Aber auch bei Paaren, deren Alltag rund läuft, lauern Frustfallen in den Ferien. Häufiger Knackpunkt: Enge Hotelzimmer bieten wenig Platz für Rückzug. Übermässig viel Nähe und Zeit, die man in den Ferien miteinander verbringt, sind für die meisten Paare eine ungewohnte Herausforderung. Oft sind nun Selbstzweifel nicht fern: Wie gesund ist die Liebe, wenn man sich nach bereits drei Tagen gegen den Strich geht? Keine Sorge. Wir behaupten, dass deine Beziehung deshalb nicht kriseln muss. Ein Paar besteht schliesslich noch immer aus zwei Charakteren. Dass diese ihren Freiraum und Rückzug brauchen (und im harmonischen Alltag auch bekommen), ist nur normal. Warum sollte das in den Ferien anders sein? Oft hilft es hier schon, einen Nachmittag allein zu verbringen. Mach einen ausgedehnten Strandspaziergang oder besuche das Museum, das deinen Partner vielleicht ohnehin nicht interessiert.

Risikogruppe: Langzeitbeziehungen oder frisch Verliebte?

Beziehungsprobleme im Ferienparadies sind nichts Seltenes. Doch bei wem kriselt es in den Ferien eigentlich mehr? Bei jungen Paaren oder alt eingesessenen Beziehungen? Um es kurz zu machen: Beide Beziehungen nehmen sich nicht viel. Frisch Verliebte lernen sich auf engem Raum besser kennen und kommen dabei manchmal nicht umhin, die rosarote Brille abzusetzen. Bei Langzeitbeziehungen geschieht hingegen oft das Gegenteil: Zwar haben sie sich mit den Kehrseiten des Partners oft schon arrangiert, doch hängen manche Alltagskonflikte so stark nach, dass sie es einfach nicht schaffen, die rosarote Brille wieder aufzusetzen. Da hilft nur eins: Akzeptiere, dass dein Partner so wenig perfekt ist wie du selbst. Es ist absolut normal, dass es Dinge an ihr oder ihm gibt, die du nicht magst. Lass dir davon nicht die Ferien verderben. Ruf dir lieber die vielen wundervollen Eigenschaften in Erinnerung, wegen der du dich einst glücklich verliebt hast. Denn wer sich in einer Partnerschaft auf die guten Seiten des Partners konzentriert, kann entspannt darüber hinweg sehen, dass er sich mit sandigen Füssen ins Hotelbett setzt, die Badehose auf der Balkonbrüstung hängen lässt oder die Hand wie eine Schuljunge hochstreckt, wenn es ihm Restaurant ans Zahlen geht.

Stadt oder Strand: Verschiedene Ziele entzweien!

Doch nicht nur Zustand und Dauer der Beziehung entscheiden über Frust oder Freude, auch die individuellen Ansprüche an die Ferien können für Konflikte sorgen. Denn ein Tapetenwechsel ändert vielleicht die Kulisse, aber nicht den Charakter des Partners. Der eine liebt abenteuerliche Städtereisen, der andere erholt sich an menschenleeren Traumstränden, der eine will Kultur, der andere Cocktails. Problematisch wird das nur, wenn man versucht beides stur zu verbinden. Die Lösung: Ohne Absprachen und Kompromisse sind Enttäuschungen und Beziehungsstress vorprogrammiert. Was jedoch oft falsch verstanden wird: Einen Kompromiss zu finden, heisst gerade nicht, dem Partner seine Vorstellung von Traumferien aufzudrängen. Kompromisse leben von Akzeptanz. Oft beugen ehrliche Absprachen schon vor der Reise vermeidbaren Enttäuschungen vor.

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