AUSGEBRANNTWie du gegen ein Burnout vorbeugst

Du fühlst sich durch deine Arbeit völlig erschöpft? Manchmal erleben wir harte Phasen im Berufs- wie im Privatleben. Wenn der Stress aber zum Dauerzustand wird, kann das zum Burnout führen. So kannst du vorbeugen.

Burnout - ein Phänomen unserer schnelllebigen Zeit

Nach einer Auslandskonferenz möchte eine Geschäftsfrau ihre Koffer packen. Doch es geht nicht. Sie bekommt Schweissausbrüche. Dann bricht sie in Tränen aus. Sie will sich wieder fassen, aber es geht nicht. Seit Monaten fühlt sie sich nicht mehr wohl: Erschöpfung, Müdigkeit und Übelkeit plagen sie. Sie sucht einen Arzt auf. Die Diagnose: Burnout.

Burnout-Syndrom – kein Einzelfall     

Solch ein Schicksal ereilte auch Miriam Meckel, Professorin für Kommunikation an der Universität St. Gallen. In ihrem Buch «Brief an mein Leben» beschreibt sie ihre Erfahrungen mit der Erschöpfungskrankheit. Der dauerhafte Stress ihres Berufsalltags hat sie ausgebrannt. Doch Meckel ist kein Einzelfall. Immer mehr Berufstätige leiden am Burnout-Syndrom. Der Erschöpfungszustand tritt aber nicht nur bei Managern oder Prominenten auf. Studien belegen, dass das «Ausgebranntsein» in allen Berufsfeldern und Positionen auftritt. Sowohl die Kassiererin an der Supermarktkasse als auch eine Bankmanagerin kann ein Burnout erleiden. Doch was ist «Burnout» eigentlich?

Burnout: Eine verschlüsselte Depression?

Woher kommt der Begriff Burnout?

Der Begriff «Burnout» wurde durch den 60er-Jahre-Roman «A Burnt-Out Case» von Graham Greene populär. In der Forschung etablierte sich der Begriff in den 70ern durch die Artikel des Psychoanalytikers Herbert J. Freudenberger. Freudenberger erkannte nur bei Erfolgreichen das «Burnout-Syndrom».

Seit den 1970er Jahren beschäftigen sich Wissenschaftler mit dem Phänomen des Ausgebranntseins. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das «Burnout» mittlerweile mit dem Diagnoseschlüssel Z 73.0 versehen. Das «Z» bedeutet, dass ein Burnout zu den «Problemen mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung» zählt. Ein Burnout ist also offiziell keine eigenständige Krankheit. Dennoch leiden immer mehr Berufstätige unter Erschöpfung, einem Gefühl der Leere und Frust. Ist das Burnout-Syndrom vielleicht also nur eine verschlüsselte Depression?

130 Burnout Symptome

Bis heute gibt es keine allgemein akzeptierte Definition des «Burnouts». Wissenschaftler sind dem Syndrom weiterhin auf der Spur. Doch die vielen Hinweise machen die Fahndung nicht leicht. Prof. Burisch, Leiter des Burnout Instituts Norddeutschland sagte in einem Symposium der Universität Zürich, unter den Begriff «Burnout» fielen mindestens 130 Symptome. Das Hauptproblem bei der Untersuchung sei, dass diese Burnout-Symptome stets auch anderen Krankheiten wie Depressionen oder Phobien zugeordnet werden können. Daher könne die Wissenschaft keine eindeutige Definition eines «reinen» Burnouts liefern.  

Erste Alarmsignale

Doch obwohl «Burnout» noch kein geschützter Begriff ist, hat er drei Kerneigenschaften: Emotionale, psychische und physische Erschöpfung. Erste Alarmsignale können Rückenschmerzen, chronische Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme und Schlafstörungen sein. Aber auch Änderungen im Verhalten machen sich bemerkbar. Einer Untersuchung der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich zufolge verhalten sich Burnout-Patienten distanziert und gleichgültig gegenüber ihren Arbeitskollegen und ihren Aufgabenbereichen. Ausserdem fühlen sie sich schwach und zweifeln an ihren Fähigkeiten.

Der Burnout Teufelskreis

Hält der Arbeitsfrust dauerhaft an, kann er sich auch auf andere Lebensbereiche auswirken. Betroffene empfinden ihr privates Umfeld irgendwann als Belastung. Nach und nach brechen sie Kontakte zu Freunden und Familie ab. Ein Teufelskreis entsteht. Der Ärger im Beruf findet in der Freizeit keinen Ausgleich. Das Burnout kann sich so zu einer klinischen Depression ausweiten.

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