Brüchige Nägel?Die besten Pflegetipps für Viel-Lackierer

HOW TO Heute Nude, morgen Bordeaux. Häufige Nagellackwechsel können schnell zu trockenen und brüchigen Nägeln führen. Mit unseren Pflegetipps bleiben die Fingernägel von Viellackierern trotzdem schön fest.

Nagelpflegetipps für Nagellack Liebhaber

Ob rosé, rot oder babyblau, lackierte Nägel sind die einfachste Methode um ein schlichtest Outfit aufzupeppen. Laut dem K-Tipp geben Schweizerinnen immerhin rund 35 Millionen Franken im Jahr für die winzigen Fläschchen aus. Doch irgendwann tritt das Unvermeidliche ein und der Nagellack fängt an zu splittern - und das sieht äusserst unansehnlich und ungepflegt aus. Der Lack muss also wieder ab. Aber gerade der häufige Gebrauch von Nagellackentferner trocknet die Nägel aus und macht sie brüchig.

Dass Nagellackentferner die Nägel entfetten ist für das Lackieren zwar bis zu einem gewissen Grad erwünscht. Nicht ohne Grund werden unsere Nägel bei einer professionellen Maniküre vor dem Nagellack mit Alkoholpads gereinigt. Denn trockene Nägel sorgen für einen längeren Halt des Nagellacks. Gleichzeitig aber leiden Viellackierer dadurch unter splitternden, brüchige Nägel und gereizter Nagelhaut.

Was ist besser gegen brüchige Nägel? Aceton oder Alkohol im Nagellackentferner?

Damit Nagellack auf dem Nagel nicht nur schön aussieht, sondern auch lange haften bleibt, hat es der Lack es sprichwörtlich in sich. Das wieder runter zu kriegen ist kein leichter Job für den Nagellackentferner, der bei häufiger Verwendung auch eine Ursache für brüchige Nägel sein kann.

Daher fahren die Inhaltstoffe im Nagellackentferner oft besonders scharf auf, um den Lack zu entfernen. Beispielsweise mit Aceton, eine Chemikalie die zwar den ölhaltigen Nagellack schnell löst, aber wie wir heute wissen, auch die Nagel austrocknet und die Schleimhäute reizen kann.

Deshalb versuchen viele Nagellackhersteller inzwischen auf Aceton zu verzichten und setzen dafür Ethylacetat ein, welches ähnliche Eigenschaften wie Aceton besitzt, aber die Nägel weniger angreifen soll. Laut der Zeitschrift Ökotest geben sich Aceton und Ethylacetat von ihrer Aggressivität aber nicht viel, mit dem einzigen Unterschied, das Aceton etwas effektiver ist.

Besser verträglicher für die Nägel und die Umwelt sollen Nagellackentferner sein, die Alkohol als Lösungsmittel verwenden. Aber auch Alkohol kann die Nägel langfristig austrocknen und die Nagelhaut reizen. Man braucht auch häufig mehr und muss stärker reiben. Und das führt langfristig, ebenso zu brüchigen Nägeln wie die anderen Inhaltstoffe, sofern man der Dehydrierung nicht entgegenwirkt.

Inzwischen gibt es aber auch Nagellackentferner, die sowohl auf Aceton als auch auf Alkohol verzichten können. Diese arbeiten beispielsweise mit Soja und Mikrokristallen, die den Lack sanft abreiben sollen. Die Einwirkzeit dieser Nagellackentferner ist jedoch deutlich höher und man braucht etwas mehr Geduld und die ein oder andere Anwendung mehr im Vergleich zu Produkten, die Aceton oder Elthylacetat enthalten.

Tipp!

Auch wenn einige Produkte nagelfreundlicher sind, wer viel lackiert sollte auch viel pflegen. Es lohnt sich in einen guten Unterlack zu investieren, dieser bildet eine schützende Schicht zwischen Lack und Nagel und hat meist auch pflegende Eigenschaften.

Nagellack schonender entfernen: So geht der Lack leicht von der Hand

Es ist wichtig, dass lackierte Nägel ab und zu eine Nagellackpause bekommen und regelmässig mit Nagelöl gepflegt werden. Achte beim Nagellackentferner auch auf Zusammensetzungen, die gleichzeitig pflegende oder rückfettende Öle enthalten. Oder du gibst deinem Nagellackentferner selbst Öl zu. Einfaches Olivenöl macht dabei zum Beispiel einen prima Job.

Dieses Öl pflegt deine Nägel zwar nicht sehr lang, denn der Nagellackentferner sorgt dafür, dass es sich zusammen mit dem Nagellack von deinem Nagel löst, aber es verhindert auch, dass zusätzlich Öl aus dem Nagel selbst gezogen wird.

Aber auch die die Art, wie wir den Nagel behandeln, kann zu strapazierten, brüchigen Nägeln führen. Mit dieser Pflegeroutine fassen wir sie mit Samthandschuhe an.

1 Das Wattepad mit Nagellackentferner tränken und auf den Nagel legen. Den Lack jeweils für kurze Zeit mit dem Löser reagieren, beziehungsweise einweichen lassen.

2 Das Wattepad immer in Wuchsrichtung abziehen. Nicht reiben oder anderes herum abwischen, da sonst Reste unter den Nagel gelangen können. Das sieht nicht nur blöd aus, sondern kann im schlimmsten Fall zu Entzündungen führen.

3 Wenn ein Wattepad nicht reicht, nicht reiben. Dadurch verschmiert man auch die ganze Farbe auf die angrenzende Nagelhaut. Lieber noch ein Wattepad benutzen.

4 Kleinere Nagellackreste mit einem Korrekturstift entfernen, das ist präzise und schonend zugleich.

5 Danach unbedingt die Hände waschen und nicht direkt wieder lackieren, sondern erstmal Ölen und Eincremen, damit der Fetthaushalt wieder ausgeglichen wird. Nachdem Creme und Co. eingezogen sind, ist der Nagel fit für die nächste bunte Runde.

Es lohnt sich auch seine Nägel mal genauer unter die Lupe zu nehmen und seinem Nageltyp die jeweils empfohlene Pflege angedeihen zu lassen. Denn ähnlich wie beim Haar, gibt es auch hier einige Unterschiede die man bei der Pflege beachten sollte.

Welcher Nageltyp bist du?

Man unterscheidet zwischen drei Nageltypen, die individuell gepflegt werden sollten, um langfristig schöne Nägel zu haben: Normale Nägel, brüchige Nägel und weiche Nägel. Wer sowohl bei Lack, Entferner und Nagelpflege hier zum richtigen Produkt greift, erzielt bessere Ergebnisse.

Typ 1: Normaler Nagel

Selbst der normale Nagel hat so seine Eigenheiten. Grundsätzlich ist die Beschaffenheit aber fest und stabil, manchmal auch gelblich gefärbt. Die Wölbung des Nagels weist eine schöne C-Kurve auf. Bei starker Beanspruchung durch Lackieren oder waschen mit scharfen Seifen trocknet der Nagel jedoch langfristig aus, starke Längsrillen sind beispielweise ein eindeutiges Zeichen dafür.

Pflegeregime für normale Nägel

  • Damit ein normaler Nagel fest und gesund bleibt, muss man nur darauf achten, das der Feuchtigkeitshaushalt stimmt. Eine ausgewogene Ernährung, sowie zweimal die Woche ölen, sollte bei diesem Nageltyp ausreichen.
  • Wer Nägel des Typ 1 hat sollte zusätzlich in eine Mineralfeile zum Nachfeilen investieren. Diese gibt während des Feilens mikrofeine Kristalle ab, die die Stosskanten des Nagels versiegeln und widerstandsfähig machen.

TYP 2: Brüchige und splitternde Nagel

Auch hier weist der Nagel oft deutliche erkennbare Längsrillen auf. Dazu ist der Nagel trocken, stumpf und glanzlos. Typisch für diesen Nageltyp: Querspliss. Hier reisst der Nagel an der Seite und nicht von oben ein. Auch lösen sich häufig einzelne Nagelschichten von der Nagelplatte.

Pflegeregime für brüchige Nägel

  • Dieser Nageltyp sollte unbedingt seine Eisenwerte bei einem Arzt checken lassen, denn Eisenmangel ist einer der häufigsten Ursachen dieser Nagelbeschaffenheit. Auch Stress, Nikotin und Alkohol begünstigen Nagelspliss und lässt die Nagelschichten brüchig werden.
  • Aber eben auch Lack und speziell Entferner können bei häufiger Verwendung durch den Entzug von Feuchtigkeit und Fett zu diesem Nageltyp führen. Daher kann eine Lack-Pause von mindestens zwei Wochen, bei diesem Typ wahre Wunder vollbringen. 
  • Wer seine brüchigen Nägel wieder in Schuss bringen möchte, sollte viel ölen und lieber einen sanften Nagellackentferner verwenden. Nagelöl sollte bei diesem Nageltyp täglich, morgens und abends gut einmassiert werden. Das sorgt dafür das Risse sich einerseits nicht verschlimmern und neuen vorbeugt wird.
  • Ratsam ist auch, beim Putzen mit scharfen Putzmitteln Handschuhe zu tragen. Denn ist der Nagel bereits brüchig, gelangen die Substanzen noch einfach in die Nagelschichten und das Problem wird immer schlimmer.
  • Wer brüchige Nägel hat, sollte auf keinen Fall einen Nagelknipser oder Schere benutzen. Beides biegt den Nagel, was Beschädigungen und Brüche begünstigt. Am besten greift man zu einer Sandblattfeile, diese ist zwar nach zwei bis drei mal benutzen durch, ist aber für den Nagel besonders schonend.
  • Aber auch Grosi hat ein Hausmittel parat und zwar den altbewährten Zitronensaft. Dieser entfernt nicht nur Verfärbungen, sondern soll auch festigend auf den Nagel wirken.

TYP 3: Dünner und weicher Nagel

Diesen Nageltypen erkennt man seiner glatten und glänzenden Oberfläche und einer sehr hellen bis weissen Hornfarbe. Eigentlich ganz hübsch, wäre dieser Nageltyp nicht unglaublich dünn, so dass sich ganz leicht brechen. Nur liegt die Ursache hier nicht am Feuchtigkeitshaushalt wie bei Typ 1, sondern am Nagel selbst, den es zu stärken gilt.

Pflegeregime bei weichen Nägeln

  • Häufig ist ein Kalziummangel die Ursache. Dieser ist leicht an weissen Flecken auf vereinzelten Nägeln zu erkennen. Kalziummangel lässt sich aber leicht beheben, indem man seiner Speisekarte beispielsweise mehr Milchprodukte hinzufügt.
  • Auch dieser Nageltyp sollte lieber eine Holzkernfeile verwenden oder in eine Glasfeile investieren. Wichtig auch immer von der Seite zur Mitte feilen, anders rum läuft man schneller Gefahr das die Nagelspitze zu spalten.
  • Auch eine Nagelhärter-Kur kann gute Resultate erbringen, diese enthalten eine Menge Kalzium, Aber auch Formaldehyd, das den Nagel austrocknet. Daher empfehlen wir besser erstmal dieses natürliche Hausmittel as Nagelkräftiger auszuprobieren: Tauche deine Nägel regelmässig für 10 bis 15 Minuten, in einen Sud aus Brennnesselblättern und Kieselerde.

Bild: iStock

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