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Darauf könnt Ihr verzichten!7 Haarpflege-Fehler, die du wahrscheinlich auch machst

HOW TO Diesen haarscharfen Ratschlägen traut sogar die schwedische Königin. Die royalen Hairstylisten, Johan Hellström und Peter Hägelstam, wissen wie ihr diese 7 typische Haarpflege-Fehler in Zukunft vermeidet.

Hellström und Hagelstäm von Björn Axén

Wir haben die zwei Coiffeur-Legenden hinter der Haarmarke Björn Axén zum Beauty-Talk gebeten. Und man merkt gleich, diese beiden kennen sich aus in Sachen Haaren. Sie führen nicht nur die erfolgreichste Haarpflege-Marke Schwedens, neben fünf Salons und einer eigenen Haarpflege-Linie, sorgen sie auch dafür, dass auf dem Kopf der schwedischen Royals alles sitzt.

Weil es ihre neue Haarpflegeserie Legacy bald auch in der Schweiz zu kaufen gibt, treffen wir die beiden in Zürich. Da haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, den charmanten Herren ein Paar Profi-Tipps für unsere eigene Haarpracht zu entlocken. Und überraschenderweise geht es den beiden nicht darum, uns zu erzählen, welche Haarprodukte wir noch kaufen könnten, sondern darüber, was wir besser sein lassen, wenn wir schöne Haare haben wollen.

 

Diese 7 Haarpflege Fehler machst du sicher nicht mehr

 

Haarpflege und Haarstyling in Aktion

Johan Hellström und Peter Hägelstam in Aktion

1 Haarpflege und Styling stimmen nicht überein  

«Du stehst im Supermarkt vor dem Regal und denkst dir: Sollte ich jetzt das Shampoo für gefärbtes Haar oder das für Volumen oder doch das Repair-Shampoo nehmen?» Johann Hellström kennt unsere Überforderung was die Shampooauswahl betrifft. Hellström rät, zuerst herauszufinden, was das individuelle Haarproblem ist und dieses dann gezielt mit der Haarpflege anzugehen. Nachrangige Wünsche liessen sich meist über das Styling lösen. «Wenn das Haar beispielsweise sehr trocken ist, behebe das, reparier es und dann hol dir das Volumen über ein Styling-Produkt.« erklärt Hellström. Für feines Haar gilt dasselbe Prinzip. Erst das kraftlose Haar mit der Haarpflege stärken und dann mit Stylingprodukten Volumen in die dünnen Strähnen zaubern.

2 Feines Haar braucht Volumenpflege

Jein. Johann Hellström sagt, dass feines Haar vor allem Proteine braucht, die es stärken. »Wenn man krauses Haar hat, ist es gewöhnlich sehr hart. Man kann es fast nicht brechen, so stark ist es. Man muss es erweichen. Meist ist daher eine reparierende Pflege das Beste für krauses Haar.» sagt Hellström. Feines Haar hingegen, fällt mit dieser Pflege zusammen und hängt einfach glatt herunter. Volumenprodukte, die das Haar auch aufbauen und stärken, sind für feines Haar besser, aber nicht so leicht zu finden. «Mein Tipp an alle mit feinem Haar ist: Kauft Produkte, die das Haar tatsächlich stärken,» so Hellström. Das heisst, beim nächsten Shampookauf darauf achten, ob die Haarpflege auch Proteine, wie beispielsweise Reisproteine beinhalten.

3 Mit der Haarpflege zu spät beginnen

«Wenn man ein Holzhaus hat und es für die nächsten Hundert Jahre sich selbst überlässt, wird es zusammen brechen. Wenn man sich aber darum kümmert, gute Sachen hinzufügt, streicht und die Fassade ausbessert, dann bleibt das Haus Hundert und mehr Jahre gut erhalten.» Nach dieser vereinfachten Darstellung bleibt uns das fachsimplen über das Haar als organische Faser erspart. Und Hellström hat Recht! Meist denken wir erst an Conditioner und Haarkur, wenn es für unser Haar eigentlich schon zu spät ist.

Für den Traum vom königlichen Haar gilt also: Vorbeugen erspart uns viel Gezerre oder Gezeter, in den meisten Fällen wahrscheinlich beides. Wert auf ein gutes Shampoo, einen guten Conditioner und eine Haarmaske zu legen, ist laut Hellström sehr wichtig. Nicht nur um bestehende Schäden zu beheben, sondern auch um möglichen Schäden in der Zukunft entgegen zu wirken. «Um wirklich gesundes, gutaussehendes Haar zu haben, rate ich dazu, alle zwei bis drei Wochen eine Haarkur zu verwenden.»

4 Die Kopfhaut nicht pflegen

Nun ist Herr Hellström ganz aufgeregt, denn aufgepasst, hier liegt der Schlüssel zu gesundem Haar! «Hochwertige Conditioner sind für die Hautpflege gemacht. Sie sollen auf die Kopfhaut,» sagt er und widerlegt damit den Mythos das Conditioner nicht auf den Haaransatz kommt. Nun ja, nicht ganz. Die Kopfhaut beherbergt unsere Haarwurzeln, viele kleine Haarfabriken, die neues Haar produzieren. Die Kopfhaut über die  Haarpflege mit guten Inhaltsstoffen zu versorgen, tönt für uns also schlüssig. Aber wenn wir Conditioner direkt auf das Haupt geben, ist es wichtig darauf zu achten, was in der Tube genau drin ist. Auf Conditioner, die auch in der Apotheke zugelassen sind, kann man sich in dem Fall verlassen.

5 Haarstyling-Produkte falsch anwenden

«Man muss das Styling-Produkt, auch auf die Kopfhaut geben, wo man das Volumen haben möchte. Andernfalls ist es wie Peter immer sagt, als ob man ein Haus in die Luft baut. Es fällt herunter. Das ist gesunder Menschenverstand, aber niemand macht es.» sagt Hellström. «Man kann die brillantesten Produkte haben, aber die meisten wenden sie am Ende falsch an» bestätigt Hagelstäm. Beide Experten raten daher dazu, selbst aktiv zu werden, den Friseur des Vertrauens ruhig mal auszufragen und sich die Produkte erklären lassen. Besonders Styling-Produkten würden immer wieder falsch angewendet und können ihren Zweck dann auch nicht erfüllen.

6 Haare beim Styling verbrennen

Die meisten von uns haben ein Glätteisen, eine beheizte Rundbürste oder einen Lockenstab. Oder auch alle drei, denn nichts stylt den Schopf schneller und besser als Hitze. Aber Hellström rät: «Immer mit der niedrigsten Temperatur arbeiten, wenn das nicht klappt, erhöhen. Wenn es immer noch nicht klappt, noch eine Stufe wärmer gehen. Dann findet man seine eigene Temperatur. Die meisten Menschen schalten einfach auf volles Tempo und krrrrr... verbrennen ihre Haare sofort.»

7 Der falsche Schnitt

Für diesen kapitalen Haar-Fehler erzählt Hellström eine schöne Anekdote aus seiner Lehrlingszeit unter Björn Axén. «Björn Axén stylte einmal eine Frau. Sie sah sagenhaft aus! Und er drehte sich zu mir um und fragte: So, Herr Hellström, war ich erfolgreich? Und ich sagte: Natürlich, es sieht fantastisch aus! Da sah er mich an und sagte: Natürlich nicht!

Was?, dachte ich. Und dann sagte er: Wenn sie in sechs Wochen zurück kommt und immer noch so aussieht. Dann war ich erfolgreich.» In diesem Moment hatte Hellström verstanden, dass der Haarschnitt, das aller wichtigste ist. «Der grösste Fehler ist bei der Frisur zu viel zu wollen und dann faul zu sein,» sagt Hagelstäm, Creative Director von Björn Axén. Deshalb sollte man bei der Wahl der Frisur immer überlegen, wie viel Zeit will ich in meine Haare investieren? Keine? Dann sollte auch der Haarschnitt einfach sein, denn tolles Haar ist doch ganz schön viel Arbeit und braucht vor allem Zeit.

Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn die Sache mit dem tollen Haar, so einfach wäre.

 

Bilder: Anna Lundholm

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