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one cup of loveJungs, was kocht ihr für euer Date?

Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Deshalb hat Chefredakteurin Luise am Küchentisch herumgefragt, welche Gerichte mit hoher Erfolgsquote ihre Kollegen so beim Date kochen. 

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Als ich neulich erzählte, mit welchem Gericht mein Freund mich damals beim ersten gemeinsamen Kochen beeindruckt hat, entstand ein amüsantes und vor allem das Wasser im Munde zusammenlaufen lassende Gespräch mit unseren Kollegen. Ich habe mir die Rezepte mit hoher Erfolgsquote für euch natürlich nochmals schriftlich geben lassen: 

1. Brav wie ein...Lamm mit Kräuterkruste

Für das perfekte Dinner-Date wähle ich ein Menu, das meinen Gast nicht nur aus den Socken hauen soll! Ein niedergegartes Lammnierstück mit einer Kräuterkruste, das von karamellisierten Karotten und Kartoffeln oder Delicatessa-Nudeln begleitet wird. Der hoffentlich nicht letzte Höhepunkt des Abends präsentiert sich in der Saucière: Einem hausgemachten Rotweinjus. 

Von Marco, 27 Jahre, aus Zürich

Lamm mit Kräuterkruste

Zutaten für 2 Personen

Für die Kräuterkruse:

  • 1 Bund glatte Petersilie
  • 2 Zweige Rosmarin
  • 10-15 Pfefferminzblätter 
  • Zitronenabrieb und Saft
  • Geriebener Parmesan
  • 4 EL Paniermehl
  • Olivenöl
  • Pfeffer und Salz

Das Fleisch:

  • 1 Lammnierstück (ca. 250 g)

Beilage:

  • 4 Karotten
  • Nudeln oder Kartoffeln 

Für die Sauce:

  • 1 Sellerieknolle 
  • 1 Zwiebel
  • 2 Karotten
  • 2 EL Tomatenpüree
  • 1 Fleischfond
  • 1 Flasche Rotwein + 0.5 Flasche Portwein
  • 3 Zweige Rosmarin
  • 2 Lorbeerblätter
  • Maisstärke
  • Worcestershiresauce
  • Balscamico
  • Honig

Zubereitung

Ich beginne schon 5-6 Stunden vor dem Date mit den ersten Vorbereitungen für das Essen. Die Sauce braucht neben einer grossen Portion Liebe nur noch eines: viel Zeit! Ich rüste das Gemüse und schneide es in grobe Stücke. Mit ein wenig Butter brate ich alles zusammen, das Gemüse mit Tomatenmark, in einem grossen Topf gut an. Dann lösche ich das Ganze mit dem bereitgestellten Wein ab. Fleischfond, Rosmarin und die Lorbeerblätter füge ich – nach dem der Wein etwas aufgekocht hat – hinzu. Nun lasse ich die Sauce für drei Stunden auf der niedrigsten Stufe einkochen. 

Da ich gegen Foodwaste bin, versuche ich möglichst alles zu verwenden

Ich nehme mit einem Sieb das weichgekochte Gemüse aus dem Topf. Da ich gegen Foodwaste bin, versuche ich möglichst alles zu verwenden: Mit meinem Nutribullet püriere ich das Gemüse – gebt etwas von der Sauce mit in den Mixer. Diese Masse drücke ich dann wieder durch ein feines Sieb zurück in den Topf. Nun die Sauce nochmals mit Pfeffer, Salz, Worcestershiresauce, Balsamico und etwas Honig abschmecken und für eine weitere Stunde einkochen lassen. 

In der Zwischenzeit nehme ich mich der Kräuterkruste an. Ich hacke die Kräuter detailverliebt klein und vermische sie mit dem Paniermehl und dem Käse. Der Zitronenabrieb verleiht der Kruste eine gewisse Frische und Leichtigkeit. Den Zitronensaft sowie das Olivenöl gebe ich zum Schluss in die Schüssel und mische es unter die Kräutermasse. 

Da ich später mein Date nicht zulange alleine am Tisch lassen will, erwelle ich die Karotten bereits jetzt 15 Minuten in heissem Wasser. 

Ich möchte ja zeigen, dass ich ordentlich bin

Zwanzig Minuten vor Ankunft meines Gastes checke ich nochmals die Sauce. Ich gebe kalte Butter hinzu, damit die Sauce etwas binden kann – sollte sie zu flüssig sein, verwende ich etwas Maisstärke – und schmecke sie nochmals ab. Sobald ich die Küche aufgeräumt habe – ich möchte ja zeigen, dass ich ordentlich bin – nehme ich das Fleisch aus dem Kühlschrank. 

Nach dem Apéro – bei dem ich meinem Gast bereits erzählt habe, wie lange ich heute schon in der Küche stand, damit ihr/ihm klar wird, dass der heutige Abend etwas spezielles ist – brate ich das Fleisch auf beiden Seiten scharf an und schiebe es bei 80 Grad für 30 Minuten in den Ofen. In derselben Bratpfanne schmelze ich eine ordentliche Portion Butter und gebe die erwellten Karotten hinzu. Mit etwas Rohrzucker karamellisiere ich das Ganze und stelle es in den Ofen, damit es warm bleibt.

Nun kommen die Nudeln in das kochende Wasser. Ich empfehle hier Homemade-Nudeln vom Italiener an der Ecke, die von Globus tun es aber auch – es schmeckt einfach besser. Dann nehme ich das Fleisch aus dem Ofen. Gefühlvoll bestreiche ich es mit etwas Senf und platziere die Kräuterkruste darauf (etwa 0.5-1cm hoch). Das Fleisch nochmals für 3-4 Minuten in den Ofen schieben und jetzt hochstellen auf Oberhitze 180 Grad, damit die Kräutermasse zu einer Kruste wird. 

Wenn alles bereit ist, richte ich mein Gericht auf einem vorgewärmten Teller an und wünsche "Bon Appétit".

P.S. Anhand des Lächelns auf den Lippen des Gastes kann man abschätzen, wie die Chancen stehen, dass der Nachschlag nicht die letzte «Zweite Runde» des Abends bleibt ;) 

2. Statt Liebesbrief schreiben: Tintenfische kochen

Für ein perfektes Dinner Date wähle ich den baskischen Klassiker «Chipirons à la plancha» – kleine, in der Pfanne angebratene Tintenfische, mit Chili und Zitrone aufgefrischt. Das Gericht ist leicht, sommerlich und bringt das Feeling einer warmen Augustnacht an der französischen Atlantikküste zu Tisch. Im besten Fall triggert es Lust auf mehr zweisame und tatsächliche Ferienerlebnisse bei nächtlichem Meeresrauschen fernab des Alltags.

Von Fabi, 36 Jahre, aus Paris

Jungs was kocht ihr für euer Date?

Zutaten für 2 Personen

  • 1 kg Chipirons (kleine, frische Tintenfische)
  • 3 Knoblauchzehen
  • 2 grüne Pfefferschoten
  • 1 Bund Schnittlauch mit Blume
  • 1 Piment d'Espelette (baskisches Chili)
  • 0.5 gelbe Zitrone
  • 3 EL Olivenöl
  • Fleur de sel (Meersalz)

Zubereitung

Den Tintenfisch in Streifen schneiden und in einem Papiertuch trocknen. Die Tintenfischbabys innen und aussen sorgfältig waschen (Bonuspunkte: «Oh, er kennt sich mit Babys aus!»). Der Länge nach in zwei Hälften öffnen. Mit einem Messer Streifen in beide Richtungen ins Fleisch einschneiden, damit sie sich beim Kochen lösen. Paprika öffnen, in kleine Stücke schneiden. Schnittlauch fein schneiden und die Blume zum Verzieren des Tellers aufbewahren. Die ungeschälten Knoblauchzehen mit der flachen Messerklinge zerdrücken. Den getrockneten Espelette-Piment in grosse Stücke schneiden. Ein wenig Olivenöl auf die Plancha, beziehungsweise Pfanne, giessen und erhitzen. Den Tintenfisch bei starker Hitze anbraten. Die Stücke des grünen Pfeffers, die Knoblauchzehen und die Stücke Espelette-Piments hinzufügen. Alles bei starker Hitze 4-5 Minuten rühren.

Der Abend nimmt zusehends Gestalt, Crispi-und Spiciness an

Zeit für einen Aperitif, bei dem er wie Gaspard Proust in «Das verflixte 3. Jahr» in baskischem Flair dahinphilosophieren kann, während sie sich wie Cathérine Deneuve in «Begegnung in Biarritz» ganz in seinen Bann schlagen lässt (geht natürlich auch andersherum). Der Abend nimmt zusehends Gestalt, Crispi-und Spiciness an, genau wie unsere kleinen Meeresbewohner in der Pfanne.

Am Ende des Garvorgangs die Chipirons nun mit dem Saft einer halben Zitrone bestreuen. Die Paprikastücke und die Knoblauchzehe entfernen, danach den Tintenfisch in die Schalen teilen. Mit gehacktem Schnittlauch und Schnittlauchblättern bestreuen. Danach etwas Fleur de Sel dazugeben.

Bon ap‘ !

Tipps & Tricks:

Dass man an diesem Abend nichts anbrennen lassen darf versteht sich. Allerdings sollte man die Tintenfische entweder einige Minuten bei starker Hitze (à la plancha) anbraten oder lange bei schwacher Hitze kochen. So bleibt er zart und hat keine gummiartige Textur.

Ausserdem beim Dazugeben des Knoblauchs gut durchlüften, damit sich der Geruch nicht zu sehr in den Kleidern verfängt... Aber die braucht man im Idealfall später sowieso nicht mehr.

3. Gelb ist die Farbe der Liebe: Safranrisotto mit Jacobsmuscheln

Für ein Date ist dieses Rezept in Sachen Timing und der Aufmerksamkeit dem Date gegenüber sicher eine Herausforderung. Man kann sich jedoch sicher sein, dass die oder der zu Bekochende dahinschmelzen wird wie der Parmesan im Kochtopf. Doch ist dieses Rezept nicht nur ein Garant für eine schnelle Nummer. Es lehrt einem nämlich auch eine wichtige Eigenschaft für den weiteren Verlauf in Beziehungen: Geduld. Denn der Kenner weiss – ein gutes Risotto muss sich genau so langsam und intensiv wie eine gute Romanze entwickeln. Nur so kann man wahren und langanhaltenden Genuss erfahren.

Von Felix, 31 Jahre, aus Zürich

Jacobsmuscheln auf Safranrisotto

Zutaten für 2 Personen

  • 400 g Risottoreis, beste Qualität
  • 1 grosse Zwiebel
  • Olivenöl
  • 800 - 1000 ml Boullion (ich empfehle Rinderboullion)
  • 1-2 EL Butter
  • 150-200 g geriebener Parmesan
  • Parmesan zum Hobeln
  • 1 Päckchen Safran
  • 200 ml Weisswein
  • 6 Jakobsmuscheln (gerne auch mehr)
  • Salz & Pfeffer

Zubereitung

Zunächst sollte man sich überlegen, ob man bereits 10-15 Minuten vor dem Eintreffen des Dates anfangen soll. Das erspart einem nach hinten hinaus bereits einiges an Zeit, in welcher man sich um seinen Gast kümmern kann. In jedem Fall lohnt es sich, erstmal eine Flasche Weisswein zu öffnen und sich ein Glas einzuschenken – dies beruhigt und lässt einen cool und lässig wirken. Wer es ironischerweise noch mehr auf die Spitze treiben möchte, sollte sich noch eine Schürze umhängen und es mit den Worten «Safran bekommt man so schlecht raus» begründen, obwohl alle ganz genau wissen, dass es nur um die sexy Optik im Küchenlook geht. Nun zum Kochen:

In einem grossen Kochtopf die Boullion leicht erhitzen und sie auf dem Herd stehen lassen. Die fein geschnittenen Zwiebeln werden in Butter und ein wenig Olivenöl erhitzt und glasig gekocht. Anschliessend wird der Risottoreis hinzugegeben. Nun gilt es, den Fokus auf das Essen zu legen, denn der Reis kann schnell anbrennen. Nur Profis können gleichzeitig den Reis schwenken, sich das halbe Glas Wein aus Nervosität den Rachen runterstürzen und dabei den Urlaubstories des Dates zuhören.

Die Zeit zwischen den Schritten kann man perfekt nutzen, um noch einmal Wein für das Date nachzuschenken

Der Reis sollte mit den Zwiebeln und dem Öl-Buttergemisch gut benetzt sein und eine heisse, spritzende Temperatur erreicht haben, bevor man mit dem Weisswein ablöscht. Das Ganze lässt man nun einkochen, bis der Weisswein den Reis nur noch minimal bedeckt. Danach gibt man eine Kelle Boullion dazu und lässt diese wieder einkochen. Den Schritt wiederholt man so lange, bis der Reis bissfest ist. Im besten Falle dauert dies ca. 20-30 Minuten. Die Zeit zwischen den Schritten kann man perfekt nutzen um noch einmal Wein für das Date nachzuschenken. Nun werden der Safran und der geriebene Parmesan ins Risotto hinzugegeben und zu einer gelben und klebrigen Masse verrührt. Je nach Geschmack, kann man noch Boullion hinzugeben und einkochen lassen – falls der Reis noch zu hart ist.

Die Jakobsmuscheln werden kurz in Öl scharf angebraten und mit Salz und Pfeffer gewürzt. Anschliessend kann das Risotto auf tiefen oder sehr breiten Tellern serviert werden. Die Jakobsmuscheln finden ihren Platz auf dem Risotto. Wer möchte, kann dazu noch ein kleines Blatt Petersilie in die Mitte legen. Zum Abschluss wird noch ein wenig Parmesan über den Teller gehobelt und fertig ist das perfekte Date-Gericht.

Wie schon erwähnt, muss man für dieses Rezept einiges mitbringen: Die Balance zwischen kochen, trinken und Unterhaltung finden, der Reis darf nicht anbrennen und auch die Jakobsmuscheln dürfen nicht zu früh und auch nicht zu spät in die Pfanne. Wie auch im Liebesleben gilt es hier: Timing ist alles!

Titelbild: Getty Images / Rezeptbilder: zvg

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