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BrustkrebsWas Frauen wissen sollten

Wenn der Arzt einen Knoten in Ihrer Brust feststellt, muss das nicht sofort Brustkrebs bedeuten. Oft ist er gutartig. Dennoch sollten Frauen regelmässig zur Krebsvorsorge gehen. Denn je früher der Krebs erkannt wird und je mehr Sie darüber wissen, desto besser stehen die Chancen auf Heilung.

Brustkrebs ist für Frauen eine der gefürchtesten Krankheiten.

Nur wenige Krankheiten werden von Frauen mehr gefürchtet, als der Tumor in der Brust. Denn keine Krebsart trifft Frauen häufiger. Jeder dritte diagnostizierte Krebs bei Frauen betrifft die Brust. In der Schweiz erkranken jährlich 5300 Frauen an Brustkrebs. Häufig tritt der Brustkrebs erst ab einem Alter von 50 Jahren auf. Rund 20 Prozent der an Brustkrebs erkrankten Frauen sind jünger als 50 Jahre.

Anzeichen von Brustkrebs: Knoten in der Brust

Der Brustkrebs oder das «Mammakarzinom» ist ein Tumor, der von den Milchdrüsen der Brust ausgeht. Ein Tumor oder Geschwulst kann gut- oder bösartig sein. Krebszellen oder bösartige Tumore verüben auf den Körper einen regelrechten Anschlag. Sie breiten sich schnell aus, zerstören das Gewebe, dringen in die Blutbahnen und Lymphgefässe ein und gelangen dadurch in andere Organe, wo sie im fortgeschrittenen Status Ableger oder «Metastasen» ausbilden. In der weiblichen Brust stecken ebenfalls Lymphbahnen, die Krebszellen besiedeln können. Die Brust hat jedoch einen besonderen Trick: Die Lymphknoten fangen die Krebszellen ab, es bildet sich ein spürbarer «Knoten» in der Brust. Wenn der Frauenarzt die Brust abtastet, kann er diesen spüren und die Krebszellenansammlung frühzeitig bekämpfen.

Anzeichen von Brustkrebs

Der Knoten in der Brust, ist nicht das einzige Symptom. Allerdings sind die meisten Symptome erst wenn der Brustkrebs vorangeschritten ist, spür- oder sichtbar. Folgende Anzeichen können ein Indiz für Brustkrebs sein:


  • Neue Knoten oder Verhärtungen in der Brust
  • Wenn sich die Brustwarze oder die Haut einzieht bzw. eine Delle bildet
  • Ausfluss aus der Brustwarze
  • Veränderungen der Haut, z.B. Rötungen oder «Orangenhaut»
  • Wenn sich die Brustgrösse asymmetrisch verändert
  • Wenn sich die Grösse, Farbe oder Form der Brustwarze verändert
  • Blutiger Ausfluss aus der Brustwarze
  • Wenn sich die Lymphdrüsen in den Achseln vergrössern und spürbar werden
  • Wenn die gesamte Brust schmerzt

Ursachen: Woher kommt Brustkrebs?

Warum Brustkrebs genau entsteht, hat die Wissenschaft bis heute nicht geklärt, deshalb gibt es auch keine wirksame Methode zur Vorbeugung. Ein gesunder Lebensstil kann aber das Risiko an Krebs zu erkranken verringern. Frauen die mit bestimmten Risikofaktoren belastet sind, sollten zudem früh und regelmässig zur Krebsvorsorgeuntersuchung gehen. Folgende verschiedene Faktoren sind bekannt, das Brustkrebsrisiko erhöhen:

  • Mit zunehmenden Alter steigt das Risiko an Krebs zu erkranken.
  • Etwa 5 Prozent der Brustkrebs-Patienten sind genetisch vorbelastet, Brustkrebs in unmittelbarer Verwandtschaft lässt das Risiko zusätzlich steigen.
  • Brustkrebs in einer Brust erhöht auch die Gefahr, dass die andere Brust befallen wird.
  • Eine frühe erste Periode (vor 12 Jahren) oder verspätete Wechseljahre (nach 55 Jahren)
  • Schwere hormonelle Störungen
  • Ob die Pille das Krebsrisiko erhöht, ist umstritten. Wissenschaftler vermuten, dass bei Frauen, die die Pille über 10 Jahre eingenommen haben, das Risiko ein wenig höher ist, als bei Frauen, die sie noch nie genommen haben.
  • Schlechte Ernährung, mangelnde Bewegung, Übergewicht, Alkohol und Nikotin sind generell gesundheitsschädlich und können auch das Krebsrisiko erhöhen.
  • Andere Krebsarten, vor allem Eierstockkrebs und Gebärmutterkrebs erhöhen das Risiko auf Brustkrebs.

Brustkrebsvorsorge und Früherkennung

Wird Brustkrebs zu spät erkannt und hat bereits Metastasen im restlichen Körper gebildet, ist eine Heilung nicht mehr möglich. In diesem Fall kann lediglich eine Therapie dafür sorgen, das Wohlbefinden des Patienten möglichst lange zu erhalten. Deshalb ist es umso wichtiger die Brustkrebsprävention nicht zu vernachlässigen. Gehen Sie regelmässig zum Gynäkologen und lassen Sie Ihre Brust abtasten. Denn desto früher Ihr Gynäkologe den Brustkrebs erkennt, umso höher stehen die Chancen für eine erfolgreiche Behandlung. Tasten Sie Ihre Brust auch immer mal wieder selbst ab. Aber machen Sie sich nicht bei jeder verhärteten Stelle verrückt. Nicht jede Unregelmässigkeit in der Brust bedeutet Krebs. Gutartige Geschwülste sind sogar weitaus wahrscheinlicher. In neun von zehn Fällen ist das Geschwulst gutartig. Wenn Sie eine Verhärtung in Ihrer Brust spüren und auch der Frauenarzt den Verdacht auf Brustkrebs bestätigt, wird eine Mammographie, eine Röntgenuntersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs, durchgeführt. Im Zweifel wird zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung zu Rate gezogen. Nur in Ausnahmefällen ist eine Kernspintomographie notwendig. Vollständige Klarheit über den Krebsverdacht gibt allerdings erst die abschliessende Gewebeprobe (Biopsie). Um Brustkrebs so früh wie möglich zu erkennen, bieten einige Kantone der Schweiz spezielle Präventionsprogramme an. Die Krebsvorsorgeuntersuchung übernimmt die Krankenkasse.

Bestätigt sich der Verdacht auf Brustkrebs sitzt der Schock meist tief. Warum ich? Habe ich so ungesund gelebt? Werde ich jetzt meine Brust und meine Haare verlieren? Und wie viel Zeit bleibt mir noch? Bleiben Sie mit Ihren Ängsten und Fragen nicht allein. Holen Sie sich fachliche Beratung und Unterstützung aus Ihrem Umfeld, um die jetzt wichtigen Entscheidungen zu treffen. Allgemein gilt: Je früher der Brustkrebs erkannt wird, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Therapie. Die Therapie von Brustkrebs durchläuft in der Regel vier Phasen.

1. Die Operation

Hat sich der Verdacht auf Brustkrebs bestätigt, muss in fast allen Fällen eine OP durchgeführt werden. Haben Sie ein geeignetes Spital gefunden, dauert es meist nur wenige Tage bis zum OP-Termin. Bei der Brustkrebs-OP werden die bösartigen Knoten aus der Brust entfernt. Der Chirurg versucht dabei, die Brust weitestgehend zu erhalten. Nicht jede Brustkrebs-OP bedeutet, dass Sie Ihre Brust verlieren! Ist der Knoten kleiner als 2-3 Zentimeter, ist er in der Regel noch weit genug von der Brustwarze entfernt und hat noch keine Ausläufer gebildet, sodass die Brust nicht entfernt werden muss. Hat der Krebs ein bestimmtes Stadium überschritten, muss jedoch die gesamte Brust entfernt werden. Ansonsten ist das Risiko wesentlich höher, dass der Krebs erneut auftritt und auch den restlichen Körper befällt. Erst nach der OP und mit Entnahme der Gewebeprobe, lässt sich allerdings sicher feststellen wie schnell der Tumor wächst und in welchem Stadium er sich befindet. Um zu überprüfen, ob der Brustkrebs bereits Ableger oder Metastasen gebildet hat, werden während der Operation werden zudem Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt und auf Tumorzellen untersucht. Abhängig vom Stadium der Brustkrebs wird die weitere Behandlungstherapie bestimmt. Zögern Sie nicht im Zweifelsfall eine zweite Meinung einzuholen. Gute Ärzte werden verstehen, wenn Sie sich absichern wollen.

2. Bestimmung und Vorbereitung der Behandlungstherapie

Weil eine Krebstherapie Ihnen physisch wie psychisch viel abverlangen kann, sollten Brustkrebspatientinnen möglichst jetzt um organisatorische Dinge kümmern. Auch wenn es schwer fällt, bitten Sie in diesem Falle unbedingt Ihre Familie oder Freunde, aber auch Beratungsstellen um Unterstützung bei Ihren alltäglichen Pflichten und administrativen Belangen. Sie brauchen jetzt Ihre ganze Kraft, um gegen den Krebs anzukämpfen! Zusätzlich bietet es sich an den Kontakt zu Selbsthilfegruppen zu suchen. Sie werden Ihre Belange jetzt am ehesten verstehen und Ihnen hilfreiche Tipps an die Hand geben können.

Der Grossteil der Brustkrebspatientinnen durchläuft eine längerfristige Therapie nach der OP, um eine Rückbildung vorzubeugen oder weil sich bereits Metastasen gebildet haben. Abhängig von der Tumorart und dem Stadium wird eine adjuvante Strahlen- und Chemotherapie oder Hormontherapie durchgeführt, die sich bis zu neun Monaten bzw. im Falle der Hormontherapie über 5 Jahre erstrecken kann.

3. Die Strahlentherapie

Die adjuvante Strahlentherapie, sorgt dafür, dass sich das Risiko einer erneuten Tumorwachstums deutlich absenkt. Durch die Strahlenbehandlung werden die Überreste des Tumors vernichtet. In der Regel vertragen Patientinnen die Therapie recht gut. Häufige Nebenwirkungen der Strahlentherapie sind Müdigkeit oder Rötungen der Haut.

4. Chemotherapie und Hormontherapie

Zusätzlich ist die Strahlentherapie an eine medikamentöse Chemo- oder Hormontherapie gekoppelt. In 60 bis 80 Prozent der Fälle leiden Patientinnen an einem hormonabhängigen Tumor. In diesem Fall wird die Hormontherapie angewandt. Ist der Tumor nicht hormonabhängig, wird eine Chemotherapie durchgeführt. Ist es nicht sicher, ob der Tumor hormonabhängig ist, können Chemo- und Hormontherapie miteinander kombiniert werden. In manchen Fällen wird der Tumor auch erst durch eine Strahlen- oder Chemotherapie verringert, damit die Brust in einer darauffolgenden OP besser erhalten werden kann. Frauen fürchten sich insbesondere vor der Chemotherapie, weil Sie dem Körper am meisten zusetzen kann. Allerdings reagieren nicht alle Frauen gleich stark auf die Chemo. Gegen die häufige Begleiterscheinung der Übelkeit, können beispielsweise Medikamente helfen, die Beschwerden zu lindern.

Brustkrebsnachsorge ein Leben lang

Nachdem der Tumor entfernt wurde, sollten Patienten vorerst alle drei Monate zur Nachsorgeuntersuchung gehen. Dabei werden die Beschwerden dokumentiert, der Körper untersucht und eine Strahlentherapie durchgeführt. Nach drei Jahren folgt alle sechs Monate eine Untersuchungsphase. Nach 5 Jahren ohne Rückfall reichen längere Abstände. Jetzt ist die Wahrscheinlichkeit sehr gross, dass wenn sich bis jetzt keine neuen Geschwüre gebildet haben, der Krebs besiegt wurde.

Weiterführende Informationen:

  • Alles rund um Prävention, Krankheitsbild und Behandlung finden Sie auf der Homepage der Krebsliga Schweiz.
  • Alles zur Brustkrebsfrüherkennung finden Sie auf der Seite des Schweizerischen Verbandes zur Brustkrebs-Früherkennungsprogramme (VBKF).

Quelle: sprechzimmer.ch

Bild: iStock

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