Pixel

Die Behandlung von Brustkrebs

Bestätigt sich der Verdacht auf Brustkrebs sitzt der Schock meist tief. Warum ich? Habe ich so ungesund gelebt? Werde ich jetzt meine Brust und meine Haare verlieren? Und wie viel Zeit bleibt mir noch? Bleiben Sie mit Ihren Ängsten und Fragen nicht allein. Holen Sie sich fachliche Beratung und Unterstützung aus Ihrem Umfeld, um die jetzt wichtigen Entscheidungen zu treffen. Allgemein gilt: Je früher der Brustkrebs erkannt wird, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Therapie. Die Therapie von Brustkrebs durchläuft in der Regel vier Phasen.

1. Die Operation

Hat sich der Verdacht auf Brustkrebs bestätigt, muss in fast allen Fällen eine OP durchgeführt werden. Haben Sie ein geeignetes Spital gefunden, dauert es meist nur wenige Tage bis zum OP-Termin. Bei der Brustkrebs-OP werden die bösartigen Knoten aus der Brust entfernt. Der Chirurg versucht dabei, die Brust weitestgehend zu erhalten. Nicht jede Brustkrebs-OP bedeutet, dass Sie Ihre Brust verlieren! Ist der Knoten kleiner als 2-3 Zentimeter, ist er in der Regel noch weit genug von der Brustwarze entfernt und hat noch keine Ausläufer gebildet, sodass die Brust nicht entfernt werden muss. Hat der Krebs ein bestimmtes Stadium überschritten, muss jedoch die gesamte Brust entfernt werden. Ansonsten ist das Risiko wesentlich höher, dass der Krebs erneut auftritt und auch den restlichen Körper befällt. Erst nach der OP und mit Entnahme der Gewebeprobe, lässt sich allerdings sicher feststellen wie schnell der Tumor wächst und in welchem Stadium er sich befindet. Um zu überprüfen, ob der Brustkrebs bereits Ableger oder Metastasen gebildet hat, werden während der Operation werden zudem Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt und auf Tumorzellen untersucht. Abhängig vom Stadium der Brustkrebs wird die weitere Behandlungstherapie bestimmt. Zögern Sie nicht im Zweifelsfall eine zweite Meinung einzuholen. Gute Ärzte werden verstehen, wenn Sie sich absichern wollen.

2. Bestimmung und Vorbereitung der Behandlungstherapie

Weil eine Krebstherapie Ihnen physisch wie psychisch viel abverlangen kann, sollten Brustkrebspatientinnen möglichst jetzt um organisatorische Dinge kümmern. Auch wenn es schwer fällt, bitten Sie in diesem Falle unbedingt Ihre Familie oder Freunde, aber auch Beratungsstellen um Unterstützung bei Ihren alltäglichen Pflichten und administrativen Belangen. Sie brauchen jetzt Ihre ganze Kraft, um gegen den Krebs anzukämpfen! Zusätzlich bietet es sich an den Kontakt zu Selbsthilfegruppen zu suchen. Sie werden Ihre Belange jetzt am ehesten verstehen und Ihnen hilfreiche Tipps an die Hand geben können.

Der Grossteil der Brustkrebspatientinnen durchläuft eine längerfristige Therapie nach der OP, um eine Rückbildung vorzubeugen oder weil sich bereits Metastasen gebildet haben. Abhängig von der Tumorart und dem Stadium wird eine adjuvante Strahlen- und Chemotherapie oder Hormontherapie durchgeführt, die sich bis zu neun Monaten bzw. im Falle der Hormontherapie über 5 Jahre erstrecken kann.

3. Die Strahlentherapie

Die adjuvante Strahlentherapie, sorgt dafür, dass sich das Risiko einer erneuten Tumorwachstums deutlich absenkt. Durch die Strahlenbehandlung werden die Überreste des Tumors vernichtet. In der Regel vertragen Patientinnen die Therapie recht gut. Häufige Nebenwirkungen der Strahlentherapie sind Müdigkeit oder Rötungen der Haut.   

4. Chemotherapie und Hormontherapie

Zusätzlich ist die Strahlentherapie an eine medikamentöse Chemo- oder Hormontherapie gekoppelt. In 60 bis 80 Prozent der Fälle leiden Patientinnen an einem hormonabhängigen Tumor. In diesem Fall wird die Hormontherapie angewandt. Ist der Tumor nicht hormonabhängig, wird eine Chemotherapie durchgeführt. Ist es nicht sicher, ob der Tumor hormonabhängig ist, können Chemo- und Hormontherapie miteinander kombiniert werden. In manchen Fällen wird der Tumor auch erst durch eine Strahlen- oder Chemotherapie verringert, damit die Brust in einer darauffolgenden OP besser erhalten werden kann. Frauen fürchten sich insbesondere vor der Chemotherapie, weil Sie dem Körper am meisten zusetzen kann. Allerdings reagieren nicht alle Frauen gleich stark auf die Chemo. Gegen die häufige Begleiterscheinung der Übelkeit, können beispielsweise Medikamente helfen, die Beschwerden zu lindern. 

Brustkrebsnachsorge ein Leben lang

Nachdem der Tumor entfernt wurde, sollten Patienten vorerst alle drei Monate zur Nachsorgeuntersuchung gehen. Dabei werden die Beschwerden dokumentiert, der Körper untersucht und eine Strahlentherapie durchgeführt. Nach drei Jahren folgt alle sechs Monate eine Untersuchungsphase. Nach 5 Jahren ohne Rückfall reichen längere Abstände. Jetzt ist die Wahrscheinlichkeit sehr gross, dass wenn sich bis jetzt keine neuen Geschwüre gebildet haben, der Krebs besiegt wurde.

 Weiterführende Informationen:

  • Alles rund um Prävention, Krankheitsbild und Behandlung finden Sie auf der Homepage der Krebsliga Schweiz.
  • Alles zur Brustkrebsfrüherkennung finden Sie auf der Seite des Schweizerischen Verbandes zur Brustkrebs-Früherkennungsprogramme (VBKF).

Quelle: sprechzimmer.ch

Bild: iStock

Weitere Artikel